11.06.2021 10:14

Ifo: Firmen erwarten mehr Bürokratie durch das Lieferkettengesetz

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BERLIN (Dow Jones)--Deutsche Unternehmen erwarten mehr Bürokratie durch das Lieferkettengesetz, das am heutigen Freitag im Deutschen Bundestag zur Abstimmung steht. Diese Sorge haben die Unternehmen in der Mai-Konjunkturumfrage des Ifo Instituts geäußert.

"Vor allem in der Industrie geben 43 Prozent der teilnehmenden Unternehmen an, negative Auswirkungen durch Erhöhung der Bürokratie oder des Dokumentationsaufwandes zu erwarten, gefolgt vom Großhandel", sagt Lisandra Flach, Leiterin des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft. "Viele Unternehmen fühlen sich auch indirekt vom Gesetz betroffen, beispielsweise durch Preiserhöhungen oder durch ihre Rolle als Zulieferer für Großunternehmen."

Martin Braml, Mitverfasser der Analyse sagt, viele Unternehmen befürchteten auch juristische Risiken in Haftungsfragen und zweifeln an der praktischen Durchsetzbarkeit, Produktionsstandards bei ihren Zulieferern effektiv zu kontrollieren.

Den geringsten Effekt erwarten Dienstleister, vermutlich aufgrund geringerer internationaler Verflechtungen innerhalb ihrer Wertschöpfungsketten.

Das Ifo Institut fragte im Mai 7.000 Unternehmen, wie groß sie die Auswirkungen des nationalen Lieferkettengesetzes auf ihr Unternehmen einschätzen.

Das Gesetz sieht ab 2023 strengere Sorgfaltspflichten für Konzerne mit mindestens 3.000 Beschäftigten vor. Ab 2024 sind auch Betriebe mit mindestens 1.000 Mitarbeitern erfasst, was schätzungsweise rund 2.500 Unternehmen betrifft. Das Lieferkettengesetz soll auch für ausländische Unternehmen mit einer Niederlassung oder einer Tochtergesellschaft in Deutschland gelten.

Hohe Bußgelder drohen Unternehmen bei Verstößen gegen die Vorgaben. Allerdings sollen Firmen nicht zivilrechtlich für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/mgo

(END) Dow Jones Newswires

June 11, 2021 04:14 ET (08:14 GMT)

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