finanzen.net
27.01.2019 15:46
Bewerten
(0)

ifo-Institut und Opposition kritisieren Kohleausstiegsplan

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Ifo Institut hat in einer ersten Stellungnahme den Kohleausstiegsplan der Kohle-Kommission als zu kurz gegriffen und teuer kritisiert. Zudem sei die Chance vertan worden, damit die deutsche Energie- und Klimapolitik grundlegend zu reformieren und einen langfristigen Plan zur Umsetzung der Klimaziele zu erarbeiten.

"Nach Berechnungen des Ifo Instituts wird der Kohleausstieg zumindest teilweise ausgeglichen durch Importe von Atom- und Kohlestrom aus Polen und Tschechien", sagte Ifo-Forscherin Karen Pittel. "Die Entschädigungen für Kraftwerksbetreiber und die geplante Entlastung der Strompreise werden die Kosten des Kohleausstiegs zudem weiter ansteigen lassen", so Pittel, die das Ifo Zentrum für Energie, Klima und Ressourcen leitet. Ein langfristiger Plan zur Umsetzung der deutschen und internationalen Klimaziele fehle nach wie vor. Die Abschaltung der Kohle-Kraftwerke nach einem Fahrplan werde Zusatzkosten für die Energiewende verursachen, die nach aktuellen Schätzungen ohnehin weit über 1.000 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen bis 2050 erfordern werde.

Pittel begrüßte die Empfehlung der Kohle-Kommission, Zertifikate aus dem Markt zu nehmen, um eine Verminderung der CO2-Emissionen auch auf europäischer Ebene sicherzustellen. Diese Forderung hätte allerdings unabdingbar mit dem Kohleausstieg verknüpft werden müssen. "Ansonsten besteht die Gefahr, dass die deutschen Emissionen zwar sinken, aber die Emissionen im Rest Europas entsprechend ansteigen. Damit wäre für den globalen Klimaschutz gar nichts gewonnen", so Pittel.

Nicht entwickelt worden sei eine Mischung von Instrumenten, die wirtschaftliche Entwicklung, Strukturwandel, Sozialverträglichkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Klimaschutz zusammenbringe, wie der Einsetzungsbeschluss der Kommission verlange, so Pittel.

FDP kritisiert "planwirtschaftlichen Irrweg"

Der FDP-Fraktionsvize im Bundestag, Michael Theurer, nannte das Ergebnis in der Bild am Sonntag einen "planwirtschaftlichen Irrweg". "Das Klima wird durch diesen nationalen Alleingang nicht gerettet, der deutsche Steuerzahler aber mit Milliarden belastet", so Theurer.

Claudia Kemfert, Klimaexpertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, bemängelte gegenüber Bild am Sonntag, dass Deutschland trotz Kohleausstieg seine Klimaziele erst mal verfehlen werde, der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ausreichend geregelt sei und Kraftwerksbetreiber nun hohe Entschädigungen fordern könnten.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands Klaus Müller, warnte davor, die Verbraucher für den Kohlekompromiss zahlen zu lassen: "Darum darf die Bundesregierung die Absenkung der Stromsteuer nicht hinten runterfallen lassen", so Müller laut Bild am Sonntag.

Auch verhalten fielen die Reaktionen der Grünen und Linken aus, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock und Fraktionschef Anton Hofreiter hätten zwar in Berlin den "Einstieg in den Ausstieg" als Erfolg gewertet, aber auch "zügig weitere ambitionierte Maßnahmen" angemahnt, um die deutschen Klimaziele zu erreichen.

Linken-Parteichefin Katja Kipping kritisierte laut AFP, die Vorschläge der Kohlekommission "tragen deutlich die Handschrift der Kohle-Lobby."

DJG/AFP/uxd

(END) Dow Jones Newswires

January 27, 2019 09:46 ET (14:46 GMT)

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
WAVE Unlimited auf RWE StDC6CHX
WAVE Unlimited auf E.ONDS9KZ6
WAVE Unlimited auf E.ONDS9KYS
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: DC6CHX, DS9KZ6, DS9KYS. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.

Nachrichten zu E.ON SE

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu E.ON SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.09.2019EON SE HaltenIndependent Research GmbH
18.09.2019EON SE ReduceKepler Cheuvreux
18.09.2019EON SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
18.09.2019EON SE buyOddo BHF
17.09.2019EON SE VerkaufenDZ BANK
18.09.2019EON SE buyOddo BHF
17.09.2019EON SE overweightBarclays Capital
06.09.2019EON SE OutperformBernstein Research
27.08.2019EON SE overweightBarclays Capital
16.08.2019EON SE OutperformBernstein Research
18.09.2019EON SE HaltenIndependent Research GmbH
18.09.2019EON SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.09.2019EON SE HaltenIndependent Research GmbH
19.08.2019EON SE HoldJefferies & Company Inc.
19.08.2019EON SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
18.09.2019EON SE ReduceKepler Cheuvreux
17.09.2019EON SE VerkaufenDZ BANK
17.09.2019EON SE SellGoldman Sachs Group Inc.
28.08.2019EON SE UnderweightJP Morgan Chase & Co.
15.08.2019EON SE UnderweightJP Morgan Chase & Co.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für E.ON SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX beendet Handel im Plus -- US-Börsen uneinheitlich -- Rocket Internet mit Umsatzplus -- HelloFresh-Aktie auf Jahreshoch -- Fed senkt Leitzins -- Wirecard, BAUER, Covestro, Lufthansa im Fokus

E.ON vollzieht Erwerb der innogy-Anteile von RWE. Gläubiger machen Weg für Sanierung von GERRY WEBER frei. Microsoft plant Aktienrückkauf in Milliardenhöhe. Schweiz hält an Geldpolitik fest. BoJ signalisiert mögliche geldpolitische Maßnahmen im Oktober. Brasilianische Notenbank senkt Leitzins auf Rekordtief.

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2019?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
NEL ASAA0B733
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Microsoft Corp.870747
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Ballard Power Inc.A0RENB
BASFBASF11
Infineon AG623100
EVOTEC SE566480
E.ON SEENAG99
BayerBAY001
Volkswagen (VW) AG Vz.766403