Im Soll

RWE-Aktie schwächelt dennoch: Energiekonzern trifft Markterwartungen und bestätigt Prognose

13.05.26 16:15 Uhr

RWE-Aktie dennoch in Rot: Bestätigte Prognose stützt nach erwartungsgemäßen Zahlen | finanzen.net

Der Energiekonzern RWE ist wie erwartet mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet.

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Ihm halfen vor allem gegenüber dem Vorjahr verbesserte Windverhältnisse in Europa und in den vergangenen Monaten weitere in Betrieb genommene Wind- und Solarparks sowie Batteriespeicher. Dämpfend wirkte das schwache Abschneiden im Energiehandel. Die Jahresziele bestätigte das Management, wobei Finanzchef Michael Müller in der Mitteilung vom Mittwoch darauf hinwies, dass bereits ein Drittel des prognostizierten Gewinns je Aktie erreicht sei. Für eine Erhöhung der Ziele ist es dem Manager aber noch zu früh. An der Börse fiel die Reaktion verhalten aus.

Für Pavan Mahbubani von der US-Bank JPMorgan untermauern die weitgehend erwartungsgemäßen Quartalsergebnisse die Jahresziele des Energieversorgers. Auch für Ahmed Farman vom Analysehaus Jefferies hat RWE im ersten Quartal die Erwartungen erfüllt. Dabei sei das besser gelaufene Geschäft mit der Energieerzeugung durch Wind auf See von einem schwächeren Ergebnis im Bereich Energiehandel aufgezehrt worden.

Das Handelsgeschäft von RWE sei fundamental getrieben, erläuterte Finanzchef Müller dazu in einer Telefonkonferenz mit Journalisten am Vormittag. Die Positionen richteten sich nach den grundsätzlich zu erwartenden Entwicklungen. Überraschende Neuigkeiten oder durch Nachrichtenfluss getriebene Preissprünge seien daher bei den Händlern unbeliebt, sagte der Manager. Der Ausbruch des Iran-Kriegs und auch die Diskussion um CO2-Bepreisung seien in den Fundamentalanalysen entsprechend nicht berücksichtigt gewesen.

Weitere Details zur Handelsstrategie wollte Müller nicht offenlegen. Er rechnet aber damit, dass der Geschäftsbereich die operativen Verluste aus dem ersten Quartal aufholt und auf Jahressicht in die Gewinnzone dreht, wie in der Jahresprognose vorgesehen.

Konzernweit stieg der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den ersten drei Monaten des Jahres verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf über 1,6 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern (DAX) in Essen mitteilte. Neben dem besser gelaufenen Tagesgeschäft verhalfen RWE dazu auch Einmaleffekte.

So gab es im Geschäft mit der Energieerzeugung durch Windanlagen auf See eine bilanzielle Abbildung eines Leasinggeschäfts zur Nutzung eines Konstruktionsschiffes. Zudem profitierten die Essener von einem Entschädigungsanspruch gegenüber dem niederländischen Staat.

Diesen Einmalbeitrag hatte RWE in den Jahreszielen bisher nicht berücksichtigt, weil unklar war, wann die EU über die beihilferechtliche Freigabe entscheiden würde. Obwohl das Geld im Mai geflossen ist, lassen die Essener die Prognosen trotzdem unverändert. Das erste Quartal sei für RWE typischerweise ein zu früher Zeitpunkt, um die Ziele anzupassen, sagte Finanzchef Müller dazu in der Telefonkonferenz.

Konzernweit erwartet RWE somit weiterhin im laufenden Jahr ein Wachstum des operativen Ergebnisses von 5,1 Milliarden Euro auf 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll 1,55 bis 2,05 Milliarden Euro erreichen. 2025 hatte RWE 1,85 Milliarden Euro ausgewiesen.

RWE könnten aus jüngstem Aufwärtstrend fallen

Die Aktien von RWE könnten am Mittwoch aus einem längerfristigen Aufwärtstrend herausfallen. Nach den Quartalszahlen des Stromversorgers verloren die Papiere gut ein Prozent auf 57,60 Euro. Auf diesem Niveau verläuft aktuell die untere Begrenzung des Trendkanals. Ein Fall aus diesem würde die charttechnische Lage eintrüben. Der Anfang 2025 begonnene, längerfristige Aufwärtstrend bleibt allerdings intakt. Zuletzt verlor das Papier nach zwischenzeitlichen Gewinnen im XETRA-Handel 2,95 Prozent auf 56,50 Euro.

Analysten attestierten dem Unternehmen ein schwaches Handelsgeschäft zum Jahresauftakt. Das werde allerdings von der Stromerzeugung durch Windkraftanlagen auf dem offenen Meer und dank eines positiven Sondereffekts bei flexibel einsetzbaren Kraftwerken (FlexGen) mehr als ausgeglichen, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran vom Investmenthaus Bernstein.

DOW JONES / dpa-AFX

Bildquellen: Dennis Diatel / Shutterstock.com, rafapress / Shutterstock.com

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