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14.02.2020 07:29
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IMK: Rezessionsrisiko wegen Coronavirus wieder etwas gewachsen

Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Ökonomen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) haben erste konjunkturelle Folgen des Coronavirus für Deutschland vorhergesagt. "Nachdem die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession eintritt, zwischen September 2019 und Januar 2020 deutlich zurückgegangen war, haben sich die Perspektiven für das kommende Vierteljahr wieder etwas eingetrübt", erklärten die Düsseldorfer Forscher unter Verweis auf den von dem Institut berechneten Konjunkturindikator.

Dieser zeigt den Angaben zufolge für die drei Monate von Februar bis Ende April ein Rezessionsrisiko von 23,3 Prozent an - nach 14,8 Prozent im Januar. Da die statistische Streuung im Indikator, die die Verunsicherung vieler Wirtschaftsakteure widerspiegele, mit 17 Prozent relativ hoch sei, weise das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem die aktuelle Lage weiterhin als "gelb-rot" aus, was für eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit steht.

Dass die Rezessionswahrscheinlichkeit wieder zugenommen hat, beruht nach Analyse des IMK in erster Linie auf dem unerwartet starken Rückgang der Industrieproduktion Ende 2019. Hinzu komme der rückläufige Trend bei den offenen Stellen und zuletzt schwächere Auftragseingänge aus dem Ausland. Das IMK sah in diesen negativen Entwicklungen einen "Ausdruck außenwirtschaftlicher Konjunkturrisiken, denen die deutsche Exportwirtschaft ausgesetzt bleibt".

Zusätzlich zu den fortwährenden Belastungen durch US-Handelskonflikte oder den Brexit dürfte sich "die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sowohl über die Störung global verzahnter Lieferketten als auch über eine zumindest temporäre Absatzschwäche in China belastend auf das Exportwachstum Deutschlands auswirken", erklärten die Forscher.

Unter dem Strich erwarteten sie weiterhin, dass der deutschen Wirtschaft 2020 keine Rezession drohe, weil ein robuster Arbeitsmarkt und ein starker öffentlicher und privater Verbrauch der Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe gegenüberstünden. "Die kraftvolle Binnennachfrage ist die entscheidende Stärke der aktuellen Konjunktur", sagte IMK-Experte Peter Hohlfeld. "Angesichts der anhaltenden Produktionsschwächen bei deutschen Schlüsselindustrien wie dem Maschinen- und Autobau wird die konjunkturelle Dynamik aber nur wenig stärker als 2019 ausfallen."

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/raz

(END) Dow Jones Newswires

February 14, 2020 01:30 ET (06:30 GMT)

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