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01.02.2018 13:28
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ING-DiBa will mit neuen digitalen Angeboten aggressiv wachsen

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Von Olaf Ridder

FRANKFURT (Dow Jones)--Die ING-DiBa will mit neuen Produkten ihr bisheriges Wachstum beschleunigen. Vorstandschef Nick Jue gab auf der Bilanzpressekonferenz das Ziel aus, die Direktbank zu einer der größten deutschen Universalbanken machen zu wollen. In diesem Jahr will die Bank mit einem Online-Kredit für kleine und mittlere Unternehmen an den Start gehen. Im Firmenkundengeschäft soll das Institut bis 2020 zu den fünf größten Anbietern in Deutschland gehören. Derzeit sieht Jue es zwischen dem achten und zehnten Rang.

Im Privatkundengeschäft soll das Angebot zur digitalen Vermögensverwaltung mit dem Fintech-Partner Scalable Capital aggressiv vermarktet werden, um auch Neukunden anzusprechen. Seit dem Start im vergangenen September hätten die Kunden bereits 14.000 Accounts hier eröffnet und 330 Millionen Euro investiert, sagte Jue.

ING-Diba will die Vermögensverwaltung demokratisieren

Der Bankchef sieht insgesamt große Wachstumschancen im Geschäft mit kostengünstigen, einfachen und transparenten Wertpapiergeschäften, die in digitaler Form angeboten werden. Scalable Capital bietet Kunden nach einer Risikoselbsteinschätzung eine automatisierte Auswahl an börsennotierten ETF an und punktet mit niedrigen Gebühren.

Zielgruppe sind vor allem die etwa 850.000 Kunden, die über ein Einlagenvolumen von jeweils 50.000 Euro verfügen. Sie seien besonders an digitalen Angeboten interessiert und zunehmend weniger bereit, für eine persönliche Bankberatung bei einer traditionellen Bank hohe Gebühren zu zahlen, sagte CEO Jue.

Im vergangenen Jahr erzielte die Tochter der niederländischen ING-Gruppe zum fünften Mal in Folge einen höheren Vorsteuergewinn. Basis dafür waren vor allem wachsende Privat- und Unternehmenskredite. Das Zinsergebnis stieg um 8 Prozent und lieferte mit 2,1 Milliarden Euro den Löwenanteil des Ertrags. Das Provisionsergebnis stieg um fast ein Fünftel auf 124 Millionen Euro. Nach Steuern blieb ein Überschuss von 877 Millionen Euro. Davon geht die Hälfte als Dividende an den Mutterkonzern in Amsterdam, der Rest steht der deutschen Tochter für Zukunftsprojekte zur Verfügung.

Gewachsen ist die Bank zuletzt in fast allen Bereichen. In der klassischen Baufinanzierung, die den Löwenanteil des Kreditgeschäftes der Bank ausmacht, verzichtete sie allerdings gezielt auf Wachstum im Neugeschäft. Hier sei das Geschäft "knochenhart", sagte Finanzvorstand Remco Nieland.

Immer größerer Player im Firmenkreditgeschäft

Dafür wuchs das Volumen bei den Firmenkrediten um fast ein Fünftel auf zuletzt 31 Milliarden Euro. Das Wachstum soll sich fortsetzen: Bis zum Jahresende sollen es 35 Milliarden Euro Kreditvolumen sein. Das erst 2011 gestartete Segment Wholesale-Banking trägt mittlerweile ein Drittel zum Ergebnis bei.

Die Zahl der Kunden steigerte die größte deutsche Direktbank im vergangenen Jahr um netto 300.000 auf nunmehr 9,1 Millionen. Damit hat sich das Wachstum etwas verlangsamt. Bankchef Jue hielt aber am Ziel fest, bis Mitte 2019 auf 10 Millionen Kunden zu kommen. Am kostenlosen Girokonto als Kundenmagnet will er festhalten. Längerfristig könne es allerdings sein, dass man von Kunden, die ihre Kontoführung auf Papier haben möchten, einen Kostenbeitrag verlange, sagte Jue.

Inzwischen führt sie 2,1 Millionen Girokonten, 20 Prozent mehr als vor Jahresfrist. "Wir werden für immer mehr Kunden zur Hausbank", sagte Finanzchef Nieland.

Die ING-DiBa unterhält keinerlei Filialen und gilt als hochprofitabel. Ihre Kostenquote lag zuletzt bei 44 Prozent, während die meisten deutschen Großbanken damit kämpfen, diese Kennziffer auf wenigstens 60 Prozent zu drücken. Langfristig müsse sich die Bank weiter verbessern, kündigte Nieland an, die Direktbank wolle Kostenführer in der Branche sein.

Als Kernkapitalquote nach Basel III gab die ING-Diba 14,5 Prozent an, nach 13,2 Prozent im Jahr zuvor. "Das gibt uns Spielraum für weiteres Wachstum", sagte Nieland.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/sha/jhe

(END) Dow Jones Newswires

February 01, 2018 07:28 ET (12:28 GMT)

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