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14.06.2019 14:59
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Wie geht es eigentlich Griechenland?

ING Markets-Kolumne: Wie geht es eigentlich Griechenland? | Nachricht | finanzen.net
ING Markets-Kolumne
Carsten Brzeski
Um ein europäisches Land, das in den letzten Jahren ein Schlagzeilengarant war, ist es relativ ruhig geworden.
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Wie geht es eigentlich Griechenland?

Um ein europäisches Land, das in den letzten Jahren ein Schlagzeilengarant war, ist es relativ ruhig geworden. Doch in weniger als einem Monat stehen in Griechenland Neuwahlen an. Wie ist der Stand der Dinge im krisengeschüttelten Land?

Nicht nur in Deutschland oder Italien hat die Europawahl Spuren hinterlassen. Auch in Griechenland hat Premierminister Alexis Tsipras aus dem schlechten Abschneiden seiner Syriza’ Partei Konsequenzen gezogen, am 7. Juli wird ein neues Parlament gewählt. Dabei sieht es für seine Partei nach der Schlappe bei der Europawahl laut den aktuellen Wahlprognosen auch zu Hause nicht besonders gut aus. In der Europawahl hatte die Oppositionspartei und ehemalige Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) 33,1 Prozent der Stimmen geholt, während die aktuelle Regierungspartei Syriza, welche ND im Jahr 2015 an der Spitze abgelöst hatte, nur 23,8 Prozent holen konnte. Laut den aktuellen Wahlprognosen dürfte sich dieses Ergebnis wiederholen, derzeit führt ND mit 8,5 Prozentpunkten vor Syriza.

Dasselbe Schicksal, das ND im Jahr 2015 aufgrund der Spar- und Reformmaßnahmen im Zuge der Griechenlandkrise abgewählt wurde, droht nun auch Syriza. Dabei befindet sich die griechische Wirtschaft nach Jahren des Schrumpfens wieder auf einem vorsichtigen Wachstumskurs, wie unser Chart der Woche zeigt. Die griechische Wirtschaft ist in den letzten drei Quartalen sogar stärker gewachsen als die Eurozone.


Griechenlands Bruttoinlandsprodukt



Nichtsdestotrotz sollten diese Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sorgen seit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2009 nach wie vor nicht verschwunden sind. So liegt die Arbeitslosenquote immer noch bei 18% und auch die Staatsverschuldung ist mit 187% des BIP nach wie vor die höchste in der Eurozone. Auch die sich zuziehenden Wolken am Konjunkturhimmel und die zahlreichen externen Unsicherheitsherde stellen weitere Hürden für den zarten Erholungskurs dar. In den letzten Wochen sind zudem Zweifel aufgekommen, ob Griechenland das Ziel eines primären Haushaltsüberschusses von 3,5% vom BIP dieses Jahr wirklich erreicht.

Dass es bei einem Regierungswechsel zu einer dramatischen Abkehr vom Reformkurs kommen wird, scheint indes unwahrscheinlich, auch wenn die Oppositionspartei verspricht, Steuern zu senken und Wirtschaftswachstum nicht auf Sparpolitik zu basieren. Zwar unterliegt Griechenland seit 10 Monaten nicht mehr dem Unterstützungsprogramm des Europäischen Stabilitätsmechanismus, doch müssen ab 2023 noch zahlreiche Kredite und Zinsen aus den Hilfsprogrammen zurückgezahlt werden. Auch wenn es medial ruhig geworden ist, betrachten die Gläubiger das Land mit Argusaugen. Ganz so dramatisch ist die vorgezogene Neuwahl übrigens nicht. Im Oktober hätten ohnehin reguläre Wahlen stattgefunden.



Wichtige rechtliche Hinweise:

Die obigen Beiträge und Informationen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlungen zum Erwerb, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Es handelt sich auch nicht um eine Finanzanalyse, sondern um eine Werbemitteilung. Die Inhalte erfüllen nicht alle gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalyen und unterliegen keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die Inhalte geben nicht die Meinung der ING Bank N.V. wieder, sondern der Autoren der angegebenen Quelle. Der Verfasser übernimmt trotz sorgfältiger und eingehender Prüfung keine Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität, Korrektheit oder Qualität der zur Verfügung gestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser oder die ING Bank N.V., aufgrund von Schäden materieller oder ideeller Art durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen, beziehungsweise die durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen entstanden sind, werden grundsätzlich ausgeschlossen. Der Autor erklärt, dass er beziehungsweise sein Arbeitgeber oder eine mit ihm oder seinem Arbeitgeber verbundene Person im Besitz von Finanzinstrumenten sein könnte, auf die sich die Inhalte beziehen, beziehungsweise in den letzten 12 Monaten an der Emission des analysierten Finanzinstruments beteiligt gewesen sein könnte . Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenskonfliktes. Der Autor versichert, dass sämtliche Inhalte unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt und veröffentlicht werden.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa, äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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