23.09.2021 11:47

Institut für Weltwirtschaft senkt Konjunkturprognose für dieses Jahr

Folgen
Werbung

KIEL (dpa-AFX) - Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose wegen der anhaltenden Corona-Pandemie verbunden mit Lieferengpässen in der Industrie nach unten korrigiert. Statt mit 3,9 Prozent rechne man beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr nun mit einem Zuwachs von nur noch 2,6 Prozent, teilte das IfW am Donnerstag mit. Im kommenden Jahr sehen die Konjunkturexperten dagegen deutlich bessere Zeiten auf Deutschland zukommen. Statt um 4,8 Prozent - wie bislang angenommen - werde das BIP voraussichtlich sogar um 5,1 Prozent steigen. Für das Jahr 2023 wiederum geht das IfW von einer Steigerung der Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent aus.

"Der Aufholprozess bleibt intakt, bekommt aber über das Winterhalbjahr eine Delle", sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. Die Corona-Krise werde in den Jahren 2020 bis 2022 zu einem Verlust an Wirtschaftsleistung in Höhe von schätzungsweise 320 Milliarden Euro führen. Die Lieferengpässe wiederum kosteten die Industrie in diesem Jahr wohl 40 Milliarden Euro Wertschöpfung. Die Konjunkturexperten rechnen für die deutsche Wirtschaft erst im ersten Quartal 2022 mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau - ein halbes Jahr später als bisher.

Im kommenden Jahr geht das IfW von einem konjunkturellen Zwischenspurt aus. "So dürften mit der dann final abflauenden Pandemie weite Teile der kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche zum Normalbetrieb zurückkehren, und mit dem Überwinden der Lieferengpässe kann der rekordhohe Auftragsüberhang in der Industrie abgearbeitet werden", sagte Kooths. Da sich während der Pandemie Kaufkraft von mehr als 200 Milliarden Euro aufgestaut habe, rechnen die Experten für den privaten Verbrauch mit einem Anstieg von fast acht Prozent, der höchsten Rate in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Für dieses Jahr geht das IfW von einer Inflationsrate von 2,9 Prozent aus. Das sei der höchste Wert seit fast 30 Jahren. An eine Rückkehr auf unter zwei Prozent glauben die Forscher erst im Jahr 2023. Weil viele Hilfsgelder zur Bewältigung der Corona-Pandemie erst in diesem Jahr fließen, wird das Defizit im deutschen Staatshaushalt laut IfW von 145 Milliarden auf 173 Milliarden Euro steigen, um dann im nächsten Jahr auf gut 60 Milliarden Euro und im übernächsten auf knapp 30 Milliarden Euro zu fallen./klm/DP/bgf

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Asiens Börsen in Rot -- eBay-Zahlen übertreffen Erwartungen -- Hedgefonds Third Point fordert Aufspaltung von Shell -- VW, Daimler im Fokus

Facebooks Krypto-Wallet Novi geht erstmals an den Start. Google will weiter im Gesundheitssektor arbeiten. Setzt China US-Unternehmen mit dem e-CNY unter Druck? 2024 sollen die ersten Xiaomi-Elektrofahrzeuge vom Band rollen.

Umfrage

Würden Sie eine verpflichtende Corona-Impfung gutheißen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln