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02.06.2012 12:00
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Ubisoft: Zweistellige Margen

Yves Guillemot, Chef des größten europäischen Videospielherstellers Ubisoft, über den holprigen Übergang am Konsolenmarkt, neue Spielkonzepte und die Aussichten vor der weltgrößten Spielemesse E3, die am Dienstag beginnt.
€uro am Sonntag
von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag

Yves, die nächste Konsolen-Generation kündigt sich an. Das drückt weltweit auf die Umsätze. Party-Stimmung auf der E3 wird da wohl kaum aufkommen, oder?
Yves Guillemot: Mal schauen (lacht). Es stimmt: Wir sehen die Ausläufer der nächsten Konsolen-Generation, die mit dem Start Wii U von Nintendo demnächst eingeläutet wird. Es wird ein asymmetrisches Spielerlebnis geben mit einem herkömmlichen Controller und mit einem Touchscreen, also einem berührungsempfindlichen Bildschirm in einem Gerät. Die Wii U wird Gamern völlig neue Spielmöglichkeiten zu eröffnen, neue Zielgruppen erschließen und der ganzen Industrie einen wichtigen Impuls geben.

Beobachter spekulieren, dass Microsoft und Sony ihre neuen Konsolen dann im nächsten Jahr auf den Markt bringen?
Das kann ich nicht sagen. Aber die Erfahrung aus den vergangenen Jahren lehrt: Wenn ein Anbieter eine neue Konsole auf den Markt bringt, ziehen die anderen nach.

Der Online-Anteil am Gesamtmarkt steigt rapide. Viele Beobachter spekulieren bereits darüber, ob die vierte Konsolengenerationen die letzte sein wird. Was meinen Sie?
Wir glauben, dass Hardware zu Hause weiter eine wichtige Rolle spielen wird, schon aus technischen Gründen. Denken Sie nur an die Datenvolumina, die bei hochauflösenden Spielen anfallen. Dazu brauchen Sie hohe Rechenleistungen und ultra-kurze Reaktionszeiten. Das werden Sie ohne entsprechende Hardware in den Wohnzimmern kaum schaffen. Dazu kommt die begrenzte Bandbreite im Netz.nor Viellicht macht die Hardware andere Dinge als bislang und die Spielstände werden online gespeichert. Aber Hardware wird uns noch eine ganze Weile begleiten.

In der Vergangenheit haben neue Konsolengenerationen stets die ganze Branche durchgerüttelt und häufig auch Kräfteverhältnisse verschoben. Wie stellen Sie sich auf die neue Ära ein?
Wir haben zwei Ziele: Wir wollen die Übergangsphase nutzen und Marktanteile dazu gewinnen. Und wir wollen mit individualisierten Spielen noch näher an die Gamer heranrücken.

Das heißt?
Künftig werden sich die Spiele an die Gamer und ihre Vorlieben anpassen. Das wird einer der wichtigsten Trends in den nächsten Jahren sein. Außerdem werden die Leute künftig immer häufiger online mit Freunden spielen. Das beobachten wir schon heute. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken.

In Europa kam Ubisoft im Vorjahr auf xx Prozent Marktanteil, in den USA auf xx Prozent. Damit waren Sie in beiden wichtigen Märkten jeweils hinter Activision und EA die Nummer 3. Wann werden Sie die 10-Prozent-Marke erreichen?
Das ist unser Ziel, ohne dass ich da einen konkreten Zeitrahmen nennen kann. Im übrigen geht es nicht nur um den Marktanteil. Der Gesamtmarkt wird größer, denken Sie nur an die neuen Konsolen, oder die Free-to-Play-Spiele...
...bei denen die Nutzer grundsätzlich kostenlos spielen können, aber ihre Position im Spiel durch den Kauf von Ausrüstungsgütern verbessern können....
...und den Siegeszug der Tabletts und Handys. In ein paar Jahren werden diese mobilen Endgeräte so leistungsfähig sein, wie eine Xbox 360 heute. Für uns bedeutet das, dass wir die Spiele, die wir haben, auf diesen mobilen Plattformen bereitstellen können und damit zusätzliche Umsätze generieren können. Sie sehen also: Der Marktanteil ist wichtig, aber nicht der einzige Treiber.

Sie haben im Vorjahr den operativen Gewinn deutlich gesteigert. Im laufenden Jahr peilen Sie eine weitere Verbesserung auf 70 bis 90 Millionen Euro an. Das entspräche einer operativen Marge von 5,8 bis 7,5 Prozent. Wann wird’s wieder zweistellig?
Klar ist: Wir wollen diese Marke so schnell wie möglich erreichen und sind da auch zuversichtlich. Denn die Märkte werden größer, das Free-to-Play-Modell entwickelt sich sehr stark und ist sehr profitabel. All das hilft uns, in diesen Bereich zurückzukehren. Aber wann das sein wird, kann ich Ihnen noch nicht sagen.

Sie haben mit Ghost Recon Future Soldier gerade einen heiß erwarteten Shooter auf den Markt gebracht. Wie schlägt sich das Spiel bislang?
In den USA und Groß-Britannien läuft es sehr gut, in Deutschland gut. Insgesamt liegt das Spiel im Rahmen unserer Erwartungen und ist ein wichtiger Schritt zurück in den Shooter-Markt. Jetzt müssen wir nachlegen.

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