Iran-Krieg: Europas Fluglinien fordern Notfallmaßnahmen

14.04.26 14:26 Uhr

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Aus Sorge vor Kerosin-Knappheit und weiteren Folgen des Irankriegs fordern europäische Fluggesellschaften Notfallmaßnahmen von der EU-Kommission. So spricht sich der Verband Airlines for Europe (A4E) dafür aus, die Verfügbarkeit von Kerosin auf EU-Ebene mit direkten Informationen von den Lieferanten zu überwachen, wie er der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Darüber hinaus setzt sich der Verband für finanzielle Entlastung ein: Er will etwa eine vorübergehende Aussetzung des Treibhausgashandelssystems und eine Abschaffung der Luftverkehrsteuern. Beim EU-Emissionshandelssystem (ETS) müssen Fluglinien Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase erwerben.

Außerdem fordert der Verband rechtliche Klarheit und Sicherheit bei bestehender Gesetzgebung, etwa hinsichtlich der sogenannten Slots. Diese Zeitfenster zum Starten und Landen muss eine Fluggesellschaft an beliebten Flughäfen nutzen, um sie zu behalten. Der Verband spricht sich unter anderem dafür aus, dass durch Luftraumsperrungen infolge des Konflikts die nicht wahrnehmbaren Slots nicht als ungenutzt gelten.

Weiterhin bringt der Verband Vorschriften zur Mindestbevorratung von Flugtreibstoff und einen gemeinsamen Kerosineinkauf auf EU-Ebene ins Spiel. "Dies sind vorübergehende Maßnahmen, um uns durch die aktuelle Situation zu bringen, sowie längerfristige Planungen, um für die Zukunft vorbereitet zu sein", sagte Geschäftsführerin Ourania Georgoutsakou. Viele große Fluggesellschaften sind Mitglied des Verbands, etwa die Lufthansa, Air France oder Ryanair.

Flughafenverband sieht spätestens in drei Wochen Probleme

Auch der europäische Flughafenverband ACI Europe sorgt sich um die Kerosinversorgung. Wenn der Transit durch die Straße von Hormus nicht innerhalb der nächsten drei Wochen "in nennenswertem und stabilem Umfang" wieder aufgenommen werde, gehe man derzeit davon aus, dass eine Knappheit von Flugtreibstoff in der EU Realität werden dürfte, ging vergangene Woche aus einem Schreiben hervor.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, derzeit gebe es keine Hinweise auf Treibstoffknappheit in der Europäischen Union - aber Versorgungsprobleme könnten bald auftreten. "Wir koordinieren uns aktuell sehr, sehr eng mit unseren Mitgliedstaaten und der Industrie", so die Sprecherin./rdz/DP/nas

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