Wall Street nach Osterwochenende letztlich fester - Nachrichtenlage zum Nahost-Konflikt verunsichert

Die wichtigsten US-Aktienindizes zeigten sich am Montag nach dem verlängerten Osterwochenende mit positiven Vorzeichen.
So zeigte sich der Dow Jones zur Startglocke minimal tiefer, schaffte im weiteren Verlauf aber den Sprung über die Nulllinie. Letztlich verabschiedet er sich 0,36 Prozent fester bei 44.669,82 Punkten in den Feierabend.
Der NASDAQ Composite eröffnete die Sitzung hingegen fester und baute seine Gewinne im Verlauf weiter aus. Auch er geht mit einem Plus von 0,54 Prozent bei 21.996,34 Zählern in den Feierabend.
Zurückhaltung hat am Ostermontag den Handel an der Wall Street dominiert. In Europa läuft das Geschäft erst am Dienstag wieder an, das Handelsvolumen dürfte daher niedriger als üblich sein.
Trump verschiebt Ultimatum kein weiteres Mal
US-Präsident Donald Trump sagte, er werde die für Dienstag gesetzte Frist für den Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen oder Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes zu riskieren, nicht verschieben. "Ich habe ihnen eine Chance gegeben und ich hoffe, sie nutzen die Chance. Wenn nicht, gibt es Ärger", sagte Trump. Zuvor hatte der Iran einen Vorschlag der USA und regionaler Vermittler abgelehnt, die Feindseligkeiten für 45 Tage im Gegenzug für die Öffnung der strategischen Wasserstraße einzustellen.
Das US-Militär trifft derzeit Vorbereitungen für mögliche Angriffe auf Energieziele im Iran, hieß es von mehreren US-Beamten. Militärplaner nutzen demnach bestehende Listen potenzieller Ziele, um dem Präsidenten Optionen zu bieten, falls er sich für einen Angriff auf die Energie-Infrastruktur entscheidet, so die Beamten. US-Präsident Trump sagte im Rahmen einer Pressekonferenz, das US-Militär könne den gesamten Iran "in einer Nacht ausschalten". Er sagte aber auch, dass die laufenden Verhandlungen mit dem Iran "gut vorangehen".
Teheran legt eigenen Plan für Kriegsende vor
Teheran hat laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA den US-Plan zum Ende des Krieges zurückgewiesen und eine eigene 10-Punkte-Antwort veröffentlicht. US-Präsident Trump sagte in einer Reaktion, er habe den Gegenvorschlag gesehen und dieser sei für einen Waffenstillstand nicht gut genug.
US-Arbeitsmarktbericht im Schatten des Nahost-Konflikts
"Ein anhaltender Kampf um die Straße von Hormus bis in den Mai und Juni hinein würde die Aussichten für die USA und die Weltwirtschaft deutlich eintrüben", sagte Jeffrey Roach, Chefökonom bei LPL Financial. "Vorerst, angesichts der Arbeitsmarktdaten vom Freitag, haben die Fed-Mitglieder den Luxus, im 'Wait-and-See'-Modus zu bleiben", ergänzte der Teilnehmer.
Keine Auswirkungen hatte der US-Arbeitsmarktbericht für März, der am Freitag veröffentlicht wurde, und auf den der Markt erst am Berichtstag reagieren konnte Die Zahl der Beschäftigten in den USA ist im März deutlich stärker gestiegen als erwartet, während die Arbeitslosenquote nahezu stabil blieb. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat 178.000 zusätzliche Stellen. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 59.000 erwartet.
Am Berichtstag wurde der ISM-Index für die US-Dienstleister im März veröffentlicht, der ebenfalls für keinen Impuls sorgte. Die Aktivität in der US-Dienstleistungsbranche ist demnach langsamer gewachsen.
Netflix rückt nach Analystenlob in den Blick
Nachrichten zu Unternehmen gab es nur wenige. Netflix legten nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs zu. Die Experten rechnen damit, dass der Streamingriese starke Ergebnisse vorlegen wird. Das Kursziel hob die Investmentbank von 100 auf 120 US-Dollar.
dpa-AFX / DOW JONES
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