Israel wirft UN Verheimlichung von Bericht über Massenvergewaltigung vor

05.03.24 07:42 Uhr

Jerusalem (Reuters) - Israel wirft den Vereinten Nationen vor, einen Bericht über Massenvergewaltigungen durch Kämpfer der radikal-islamischen Hamas unter Verschluss zu halten.

"Ich habe unseren Botschafter bei den Vereinten Nationen, Gilad Erdan, angewiesen, zu sofortigen Konsultationen nach Israel zurückzukehren", erklärte Außenminister Israel Katz am Montag. Grund sei, dass die UN einen Bericht über sexuelle Gewalt beim Hamas-Überfall auf israelisches Grenzgebiet am 7. Oktober verschweigen würden. An dem Tag wurden rund 1200 Israelis - vornehmlich Zivilisten - nach Angaben der Regierung in Jerusalem massakriert, über 200 seien in den Gazastreifen verschleppt worden. Die Hamas bestreitet die Vorwürfe systematischer Vergewaltigungen.

Die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, hatte zuvor einen Bericht vorgestellt, dem zufolge es "vernünftige Gründe für die Annahme" gibt, dass es während des 7. Oktober Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt durch Hamas-Kämpfer gekommen sei. Patten war in der ersten Februar-Hälfte in Israel den Vorwürfen gegen die Hamas nachgegangen.

Katz warf Generalsekretär Antonio Guterres vor, den Sicherheitsrat nicht einberufen zu haben, um den Bericht zu erörtern und die Hamas zu einer terroristischen Organisation zu erklären. UN-Sprecher Stephane Dujarric sagte, Guterres habe die Arbeit von Patten bei ihrem Besuch in Israel "voll und ganz unterstützt". "Der Generalsekretär hat in keiner Weise etwas getan, um den Bericht 'geheim' zu halten." Tatsächlich sei der Bericht öffentlich vorgestellt worden.

(Bericht von Ari Rabinovitch, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)