06.08.2018 08:37
Bewerten
(0)

IWF-Chefvolkswirt - Deutschland trägt zu höheren Krisenrisiken bei

DRUCKEN

Berlin (Reuters) - IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld sieht Deutschland mit seinen anhaltend großen Handelsdefiziten in einer Mitschuld für wachsende Krisengefahren und Handelskonflikte in der Welt.

"Während von der gegenwärtigen Konfiguration übermäßiger Ungleichgewichte keine unmittelbare Gefahr ausgeht, stehen die Weichen auf eine weitere Ausdehnung - und damit auf eine mittelfristige Bedrohung der globalen Finanzstabilität", schrieb Obstfeld in einem Namensbeitrag für die "Welt" vom Montag. Zudem schürten die Hartnäckigkeit der globalen Ungleichgewichte protektionistische Stimmungen. Zu den Ländern mit dauerhaft unerwünscht hohen Überschüssen zählte Obstfeld Deutschland.

Ein hoher Exportüberschuss sei "nicht unbedingt ein Zeichen von Stärke, sondern ein Beleg heimischer Investitionsschwäche und einer Sparquote, die über das hinausgeht, was wirklich notwendig ist", schrieb der IWF-Chefökonom mit Blick auf die Deutschen. Zudem riskierten Länder wie Deutschland, mit ihrem hohen Ausfuhrüberschuss "leicht zur Zielscheibe protektionistischer Maßnahmen ihrer Handelspartner zu werden". US-Präsident Donald Trump hat Deutschland wiederholt massiv wegen der hohen Überschüsse im Handel mit seinem Land kritisiert, dem größten Exportmarkt deutscher Produkte.

Nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder mit anhaltend hohen Defiziten oder Überschüssen im Handel mit Waren- und Dienstleistungen sind nach Obstfelds Analyse das Problem. Er bemängelte, dass die globalen Leistungsbilanzsalden mit rund 3,25 Prozent in den letzten fünf Jahren unverändert hoch ausfielen. Nach IWF-Analysen seien rund 40 bis 50 Prozent davon "unverhältnismäßig". Sie konzentrierten sich auf entwickelte Volkswirtschaften. Es gebe Länder mit dauerhaft hohen Überschüssen, wie Deutschland, aber auch mit unverhältnismäßig hohen Defiziten wie die USA und Großbritannien.

Obstfeld kritisierte, dass Länder wie Deutschland "allenfalls zaghafte Maßnahmen" ergriffen, um ihre Überschüsse zurückzuführen. Deswegen gehe die Entwicklung immer weiter auseinander. "Damit steigt das Risiko von Störungen durch Währungs- und Vermögenspreisanpassungen in verschuldeten Ländern zum Schaden aller," warnte er. Deshalb müssten Überschuss- und Defizitländer gemeinsam am Abbau ihrer unverhältnismäßiger Zahlungsbilanzsalden arbeiten und somit Wachstum und Stabilität in der Welt unterstützen. Er wiederholt seine Forderung, dass Deutschland seine finanziellen Spielräume nutzen sollte, um mit sinnvollen staatlichen Ausgaben die heimische Nachfrage anzuschieben, insbesondere über Zukunftsinvestitionen. Auch höhere Lohnabschlüsse in Deutschland wären wünschenswert.

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX im Minus -- Tesla auch bei Produktionsproblemen rund um Model 3 im Visier der SEC -- Trump droht Türkei mit weiteren Sanktionen -- LEONI, Rheinmetall, Bayer und Henkel im Fokus

Mehrere VW-Mitarbeiter im Abgas-Skandal möglicherweise vor Entlassung. Novo Nordisk kauft britischen Diabetes-Spezialisten. thyssenkrupp-Aktie weiter schwach - Chartbild schwer angeschlagen. Siemens erhält von ÖBB Milliarden-Auftrag für neue Züge. Chiphersteller NVIDIA steigert Umsatz: Vorsichtiger Ausblick.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die wertvollsten Marken der Welt
Welche Marke macht das Rennen?
Die teuersten Städte für Expats 2018
Hier ist das Leben für ausländische Fachkräfte besonders teuer
Der Financial Secrecy Index 2018
Die größten Schattenfinanzzentren der Welt
Die bestbezahlten Promis der Welt 2018
Bis zu 285 Millionen US-Dollar Verdienst
In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Job verdient man am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Kryptowährung hat das größte Zukunftspotenzial?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BayerBAY001
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
TeslaA1CX3T
Wirecard AG747206
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
Steinhoff International N.V.A14XB9
Tele Columbus AGTCAG17
Facebook Inc.A1JWVX
EVOTEC AG566480
Deutsche Telekom AG555750
Amazon906866
CommerzbankCBK100
Netflix Inc.552484