10.08.2022 09:20

Japans Regierungschef will mit neuem Kabinett aus Umfragetief

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TOKIO (dpa-AFX) - Japans Regierungschef Fumio Kishida hat angesichts öffentlicher Kritik an Verbindungen seiner Partei zur umstrittenen Mun-Sekte das Kabinett umgebildet. Ex-Verteidigungsminister Yasukazu Hamada kehrt laut der Ankündigung vom Mittwoch auf seinen Posten zurück und löst dabei Nobuo Kishi ab, Bruder des kürzlich ermordeten Ex-Premiers Shinzo Abe. Kishi hatte zugegeben, Wahlkampfhilfe von der auch Mun-Sekte genannten Vereinigungskirche erhalten zu haben. Diese heißt seit 1996 "Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung".

Abes Attentäter hatte aus Hass auf die Sekte gehandelt, weil sie seine Mutter finanziell ruiniert habe. Abe wurde vorgeworfen, Beziehungen zu der Sekte gehabt zu haben, die 1954 von dem inzwischen verstorbenen Koreaner San Myung Mun gegründet worden war.

Seither sind deren Verbindungen auch zu anderen japanischen Politikern in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Als Folge sanken die anfangs hohen Umfragewerte für Kishida deutlich ab. Vor diesem Hintergrund kündigte Kishida an, alle zweifelhaften Verbindungen seines Kabinetts zu der Sekte unterbinden zu wollen. Ende September ist ein Staatstrauerakt für den ermordeten Abe geplant, was in der Öffentlichkeit ebenfalls auf Kritik stößt.

Außenminister Yoshimasa Hayashi, Finanzminister Shunichi Suzuki und Kabinettschef Hirokazu Matsuno bleiben im Amt. Dem neuen Kabinett gehören weitere bekannte Gesichter an: Dazu gehört der im Volk beliebte frühere Außenminister Taro Kono, der zum Minister für Digitalisierung ernannt wurde. Die national-konservative Ex-Innenministerin Sanae Takaichi, die Abe nahe stand und als sicherheitspolitischer Falke bekannt ist, leitet fortan das wichtige Ressort für wirtschaftliche Sicherheit. Kishida habe sich die Unterstützung von Mitgliedern des konservativen Parteiflügels sichern wollen, um so seine Stellung als Partei- und damit als Regierungschef zu untermauern, hieß es in Medienberichten.

Kishida setzt auf Stabilität, um die "größten Herausforderungen der Nachkriegszeit" anzugehen. Dazu zähle die Corona-Pandemie mit zuletzt wieder gestiegenen Infektionszahlen, die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sowie der Konflikt um Taiwan. Nach dem kürzlichen Sieg von Kishidas Partei bei der Oberhauswahl stehen die nächsten drei Jahre in Japan keine weiteren nationalen Wahlen an./ln/DP/zb

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