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15.05.2019 22:05
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Uber-Aktie nach verpatztem Börsengang: Das sollten Anleger jetzt wissen

Kaufen oder nicht kaufen?: Uber-Aktie nach verpatztem Börsengang:  Das sollten Anleger jetzt wissen | Nachricht | finanzen.net
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Kaum ein Unternehmen hat mit seinen Börsenplänen die Aufmerksamkeit der Anleger so auf sich gezogen wie der Fahrdienstleister Uber. Doch den hohen Erwartungen konnte das Unternehmen nicht gerecht werden. Für Anleger und Interessenten stellt sich jetzt die Frage: Wie geht es mit der Uber-Aktie weiter?
45 Dollar war der Ausgabepreis für die Uber-Aktie. Doch schon beim Erstkurs am Freitag, der mit 42 US-Dollar sieben Prozent tiefer lag, war klar: Einen glatten Durchmarsch wird es in der noch jungen Börsenhistorie von Uber nicht geben. Im Gegenteil: Auch am Montag geriet der Anteilsschein kräftig unter Druck und büßte 10,75 Prozent auf 37,10 US- Dollar ein.

Der gehypte Börsengang von Uber hat sich also bislang als Flop erwiesen - und viele Anleger fragen sich, ob sich diese Entwicklung fortsetzen wird.

Uber in guter Gesellschaft

Fest steht: Es ist nicht das erste Mal, dass ein mit Spannung erwarteter Börsengang den Erwartungen nicht gerecht wird. Tatsächlich hat es in den vergangenen Jahren einige Beispiele - insbesondere aus dem Techbereich - gegeben, bei denen die Aktienkursentwicklung mit den Markterwartungen nicht mithalten konnte.

Auch große Namen teilen dieses Schicksal: So hat die Facebook-Aktie nach ihrem IPO im Jahr 1997 ihren ersten Handelstag nur dank Stützungskäufen von am Börsengang beteiligten Banken oberhalb des Ausgabepreises von 38 US-Dollar beendet. Am zweiten Handelstag brach die Aktie dann um satte 13 Prozent ein, innerhalb kurzer Zeit wurden 13 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Doch der damals holprige Start ist heute vergessen: Zwischenzeitlich wird Facebook an der Börse mit mehr als 500 Milliarden US-Dollar bewertet - und das, obwohl die Aktie im vergangenen Jahr infolge von Datenschutzskandalen empfindlich abgestraft wurde.

Auch für den damals mit Facebook eng verbandelten Online-Spieleanbieter Zynga war der IPO alles andere als erfolgreich. Schon der erste Börsenkurs lag unterhalb des Ausgabepreises von 10 Dollar. Anders als Facebook hat die Zynga-Aktie trotz eines kleinen Zwischenhochs im Jahr 2012 auf äußerst niedrigem Niveau eine Seitwärtsbewegung hingelegt - mit einem Aktienpreis von unter sechs Dollar bleibt der Anteilsschein meilenweit von seinen hohen Preisambitionen zum Börsenstart entfernt.

Der Rabattdienstleister Groupon hat seinen Anlegern ebenfalls ein massives Kursdebakel beschert, auch wenn es am ersten Handelstag zunächst gut aussah. Doch schon nach wenigen Tagen kam die Ernüchterung: Die Aktie stürzte unter den Ausgabepreis von 20 US-Dollar und hat seitdem die zum Start angepeilten Aktienpreise nicht mehr gesehen. Aktuell wird die Groupon-Aktie bei 3,40 US-Dollar gehandelt.

Ähnlich entwickelten sich die Aktien von LinkedIn und Pandora, die die Anlegereuphorie zum IPO nicht dauerhaft aufrechterhalten konnten. Ebenso wie Snap: Der Anbieter der Snapchat-App feierte ein Traumdebüt an der Wall Street, liegt derzeit aber meilenweit unter seinem Ausgabepreis.

Und auch der Uber-Rivale Lyft schaffte es nicht, die Börsenteilnehmer dauerhaft von den Zukunftsaussichten zu überzeugen: Zwar gelang dem Fahrdienstleister sein milliardenschwerer IPO - der erste Kurs lag noch 20 Prozent über dem Ausgabepreis -, doch schon einen Handelstag später folgte die kalte Dusche: Die Aktien rauschten unter ihren Ausgabepreis, die schwachen Quartalszahlen verpassten der Aktie dann noch einen Tiefschlag.

Zweifel am Geschäftsmodell

Dabei haben die oben genannten Börsen-Enttäuschungen eines gemeinsam: Sie starten mit hohen Bewertungen, schreiben häufig noch rote Zahlen oder haben es nur knapp in die Profitabilitätszone geschafft und müssen Anlegern vor allem eines beweisen: Dass sie ein tragfähiges, wachstumsorientiertes Geschäftsmodell besitzen.

Auch Uber steht vor dieser Herausforderung: Das Unternehmen hat seit seiner Gründung im Jahr 2009 durchgehend Verluste gemacht - allein im vergangenen Jahr belief sich das Minus auf 1,8 Milliarden Dollar, auch wenn die Erlöse um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar gestiegen sind. Doch die Anleger zeigen sich zunehmend skeptisch, was die Wachstumsaussichten des Unternehmens angeht. Denn neben Lyft stoßen noch weitere Wettbewerber in den Markt vor - die größte Bedrohung für das Uber-Geschäftsmodell ist aber wohl der Vormarsch im Bereich autonome Fahrzeuge, bei dem auch Konzernriesen wie Tesla ein gehöriges Wort mitreden wollen.

Analyst sieht Chancen für Uber

Das bestätigt auch der Analyst Ygal Arounian von Wedbush Securities: "Ubers mit Spannung erwarteter Börsengang am Freitag war eindeutig kein Start wie aus dem Märchenbuch. Uber ist in der Situation, in der man sich beweisen muss - daher handelt es sich nicht um eine Übernacht-Erfolgsgeschichte", so Arounian, der die Uber-Aktie mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 65 Dollar bewertet.

Dennoch glaubt der Experte, dass sich Uber auf dem Markt behaupten kann, wenn sie "in den nächsten zwölf bis 18 Monaten keine Fehler machen". Das Unternehmen müsse in der Lage sein, sich von einer reinen Mitfahrzentrale in ein Unternehmen zu entwickeln, dass Verbrauchern weitere Dienstleistungen anbietet - etwa die Lieferung von Lebensmitteln oder anderer Fracht.

Gegenwind von anderer Seite

Doch selbst dann könnte Uber an hausgemachten Problemen scheitern. Einen Vorgeschmack bekam der Fahrdienstleister unmittelbar vor dem IPO, als zahlreiche Uber-Fahrer mit Streiks auf angeblich schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam machten. Die politische Schlagkraft der Gewerkschaften könnte für Uber tatsächlich zu einem ernsthaften Problem werden.

Die Uber-Aktie bleibt also vorerst ein eher spekulatives Investment, wenn Anleger nicht von der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt sind. Und auch Uber-Chef Dara Khosrowshahi warnt davor, in Erwartung kurzfristiger Kursgewinne allzu großen Optimismus an den Tag zu legen. "Die Stimmung ändert sich nicht über Nacht, und ich erwarte für die kommenden Monate schwierige Zeiten auf dem öffentlichen Markt", schrieb er an seine Angestellten in einer E-Mail.

Redaktion finanzen.net  

Bildquellen: BigTunaOnline / Shutterstock.com, Casimiro PT / Shutterstock.com

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