Commerzbank-Aktie im Visier: Darin liegen die Differenzen im Übernahmepoker mit UniCredit

Der Übernahmepoker zwischen der Commerzbank und UniCredit stockt weiter. Vor allem bei Bewertung und Strategie liegen beide Seiten noch weit auseinander.
Werte in diesem Artikel
• Gespräche bestätigt, aber deutliche Differenzen bei Bewertung und Strategie
• Bewertung, Umtauschverhältnis und Geschäftsmodell zentrale Streitpunkte
• UniCredit will Anteile ausbauen, vollständige Übernahme zunächst kein Thema
Commerzbank CEO bestätigt laufende Gespräche
Die Aktie der Commerzbank steht weiter im Fokus eines intensiven Übernahmekampfs mit UniCredit. Wie Bloomberg berichtet, hat Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp laufende Gespräche bestätigt, zugleich aber die erheblichen Differenzen zwischen beiden Seiten betont.
"Vorerst ist klar, dass unsere Meinungen stark auseinandergehen, beginnend mit der Bewertung der beiden Unternehmen und dem Umtauschverhältnis", sagte Orlopp im Interview mit Bloomberg TV. Zudem gebe es "einige Meinungsverschiedenheiten über das potenzielle zukünftige Geschäftsmodell".
Die Aussagen der Commerzbank-Chefin sprechen dabei eine klare Sprache: Eine Einigung liegt augenscheinlich noch in ferner Zukunft.
UniCredit-Angebot stößt auf Widerstand
UniCredit hatte im vergangenen Monat ein Übernahmeangebot im Volumen von rund 35 Milliarden Euro vorgelegt. Die Commerzbank hält jedoch an ihrer Eigenständigkeit fest und verfolgt weiterhin ihren eingeschlagenen Kurs. Unterstützung erhält das Institut dabei von politischer Seite: Die Bundesregierung bekräftigt ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Übernahme.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Commerzbank den feindlichen Charakter des Angebots kritisiert. Das notwendige Vertrauen für eine erfolgreiche Transaktion sei unter diesen Umständen schwer aufzubauen. UniCredit-Chef Andrea Orcel verfolgt unterdessen eine andere Strategie. Sein Ziel sei es zunächst, den Anteil an der Commerzbank über die aktuelle Schwelle von 30 Prozent hinaus auszubauen, ohne sofort die vollständige Kontrolle anzustreben.
Operative Fortschritte stützen die Commerzbank
Unter der Führung von Orlopp hat die Commerzbank zuletzt operative Fortschritte erzielt, so Bloomberg. Das Institut konnte Kosten senken und gleichzeitig die Renditen für Aktionäre steigern. Der Aktienkurs hat sich seit ihrem Amtsantritt etwa verdoppelt - ein Argument, das die Eigenständigkeitsstrategie zusätzlich untermauert.
Für Anleger bleibt die Situation dennoch komplex: Solange zentrale Streitpunkte ungelöst sind, dürfte der Übernahmepoker weiter für Unsicherheit sorgen - auch wenn sich dies aktuell kaum in der Kursentwicklung widerspiegelt.
Via XETRA schloss die Aktie 0,14 Prozent fester bei 35,29 Euro.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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