SoftBank-Aktie mit +20 Prozent im Höhenrausch: OpenAI-Börsengang und NVIDIA-Bilanz schieben an

Die Aktie der japanischen Beteiligungsgesellschaft SoftBank Group legt am Donnerstag an der Tokioter Börse einen gewaltigen Kurssprung hin.
Werte in diesem Artikel
• SoftBank-Aktie klettert aufgrund von KI-Euphorie
• OpenAI-Börsengang wird wohl konkreter
• NVIDIA-Zahlen zeigen intakten KI-Boom
Letztlich kletterte die SoftBank-Aktie im japanischen Handel um satte 19,85 Prozent auf 6.039 JPY. Anleger feiern dabei ein Szenario, das vor wenigen Monaten noch als spekulativ gegolten hätte: einen möglichen Börsengang von OpenAI. Daneben liefern jedoch auch die aktuellen Quartalszahlen von NVIDIA kräftigen Rückenwind, da SoftBank immer mehr als KI-Holding wahrgenommen wird.
SoftBank-Investment OpenAI will schon bald Börsengang vorbereiten
Die aktuelle Rally der SoftBank-Aktie wird maßgeblich durch Berichte befeuert, wonach OpenAI die Vorbereitungen für ein IPO deutlich beschleunigt haben soll. Mehrere Medien berichteten über eine vertrauliche Börsenprüfung und Gespräche mit großen Investmentbanken. OpenAI plane, in den kommenden Tagen oder Wochen einen vertraulichen Antrag auf eine Börsenzulassung in den USA zu stellen und habe bereits die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley mandatiert, schreibt etwa das "Handelsblatt". Bereits im September könnte dann der Börsengang stattfinden, heißt es weiter.
Für SoftBank wäre ein Börsengang des ChatGPT-Entwicklers weit mehr als nur ein symbolischer Erfolg. Konzernchef Masayoshi Son hat SoftBank in den vergangenen zwei Jahren konsequent auf künstliche Intelligenz ausgerichtet und milliardenschwere Beteiligungen an OpenAI aufgebaut. Nach Angaben von "CNBC" habe der japanische Konzern bislang mehr als 30 Milliarden US-Dollar in das KI-Unternehmen investiert. An den Märkten wächst deshalb die Erwartung, dass SoftBank zu einem der größten Profiteure eines möglichen OpenAI-Listings werden könnte. Investoren betrachten die japanische Holding zunehmend als indirekten KI-Fonds - mit Beteiligungen an OpenAI, Arm Holdings und zahlreichen Infrastrukturprojekten rund um Rechenzentren und Energieversorgung.
NVIDIA liefert weiteren Treibstoff für die KI-Euphorie
Einen weiteren Katalysator für den Kurssprung liefert auch NVIDIA. Der US-Chiphersteller präsentierte erneut Quartalszahlen deutlich über den Erwartungen der Wall Street. Besonders das Datacenter-Geschäft entwickelte sich dynamisch, während der Konzern gleichzeitig einen außergewöhnlich starken Ausblick gab und ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden US-Dollar ankündigte.
Für Anleger gilt NVIDIA inzwischen als Taktgeber der gesamten KI-Industrie. Wenn der Konzern Rekordumsätze meldet, interpretieren Investoren dies als Signal dafür, dass die globale Nachfrage nach KI-Rechenleistung ungebrochen hoch bleibt. Genau davon profitiert SoftBank gleich mehrfach: Zum einen hält der japanische Konzern eine dominierende Beteiligung an Arm Holdings. Die Chiparchitekturen von Arm spielen im KI-Zeitalter eine immer größere Rolle und kommen laut "CNBC" in KI-Servern und Rechenzentren mit NVIDIA-Systemen zum Einsatz. Zum anderen fließt ein erheblicher Teil der weltweiten KI-Investitionen direkt oder indirekt in Unternehmen, an denen SoftBank beteiligt ist.
SoftBank-Anleger zwischen Euphorie und Risiko
Trotz aller Begeisterung bleibt die Bewertung von SoftBank hoch spekulativ. Der Konzern ist traditionell stark fremdfinanziert und die Entwicklung vieler Beteiligungen hängt von weiterhin extrem hohen KI-Wachstumserwartungen ab. Sollte sich das Tempo der KI-Investitionen abschwächen oder ein geplanter OpenAI-Börsengang verschoben werden, könnte sich die Stimmung rasch drehen.
Doch aktuell dominiert an den Märkten eine andere Sichtweise: Solange NVIDIA neue Rekorde liefert und OpenAI als möglicher Börsenkandidat gehandelt wird, sehen Anleger in SoftBank eine der aggressivsten und zugleich chancenreichsten Wetten auf die nächste Phase der globalen KI-Ökonomie.
Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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