KI-Pause gefordert

Anthropic warnt vor Kontrollverlust bei KI - Aktien von Infineon, NVIDIA, Broadcom und Micron rutschen ab


Anthropic warnt vor Kontrollverlust bei KI - Aktien von Infineon, NVIDIA, Broadcom und Micron rutschen ab

Gewinnmitnahmen nach der jüngsten KI-Rally bleiben bei europäischen Halbleiterwerten auch am Freitag das Thema.

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Bereits am Vortag war der US-Branchenindex zeitweise kräftig unter Druck geraten, denn der Ausblick von Broadcom hatte den sehr hohen Erwartungen nicht ganz Stand gehalten. Die Aktien des KI-Riesen verloren zweistellig.

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Anthropic plädiert für gedrosseltes Tempo bei KI-Entwicklungen

"Die Begeisterung der Anleger für KI-bezogene Titel lässt nach, nachdem die starken Ergebnisse von Broadcom nicht zu der von den Anlegern erhofften Anhebung der Prognosen geführt haben", schrieb Investment-Strategin Anna Macdonald vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown.

Am Freitag nun verzeichneten auf internationaler Bühne weitere Branchenwerte teils deutliche Abschläge. Für Aufmerksamkeit sorgte ein Blogbeitrag des KI-Entwicklers Anthropic, der von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde.

Die Kalifornier, bekannt durch ihre Künstliche Intelligenz Claude, plädieren für ein geringeres Tempo in der KI-Entwicklung. Sie verweisen vor allem auf die zunehmenden Risiken des Kontrollverlusts des Menschen über KI-Modelle, weil sie sich immer schneller selbst optimieren. Eine Verlangsamung dieser Entwicklung wäre "eine gute Sache", um uns allen die Zeit zu geben, die immensen Auswirkungen wirklich einschätzen zu können.

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KI-Boom lässt nach: Abverkauf bei Tech-Aktien

In Seoul büßten die Aktien von SK hynix mehr als sieben Prozent ein. Im US-Handel gaben NVIDIA letztlich um 6,20 Prozent auf 205,10 US-Dollar und Micron Technology um 12,82 Prozent auf 868,32 US-Dollar nach.

Die Papiere des deutschen Branchenprimus Infineon waren mit einem Minus von 9,11 Prozent auf 77,30 Euro letztlich der klare Verlierer im hiesigen Leitindex DAX, der moderat stieg. Seit Jahresbeginn gerechnet liegen die Papiere von Infineon aber immer noch mit einem Plus von 110 Prozent klar vorn.

Als Belastung kam bei Infineon auch ein Analystenkommentar hinzu. Mit Verweis auf die jüngste Kursrally hatte Warburg Research die Kaufempfehlung für die Anteilsscheine gestrichen, das Kursziel aber von 47 auf 84 Euro angehoben.

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Die fundamentalen Gründe für einen Kursanstieg bei Infineon seien gegeben, schrieb Analyst Malte Schaumann. Er verwies auf die deutlich verbesserten Nachfrage-Aussichten im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Doch die Bewertungskennziffern hätten inzwischen historische Höchststände erreicht, was die hohen Erwartungen widerspiegele.

Auch im Index der mittelgroßen Werte MDAX waren Halbleiterwerte schlecht gelitten. So sackten JENOPTIK letztlich um 4,41 Prozent auf 44,26 Euro, AIXTRON um 4,81 Prozent auf 54,64 Euro und WACKER CHEMIE um 5,72 Prozent auf 98,05 Euro ab.

Die Aktien von WACKER CHEMIE litten zusätzlich unter der Verkaufsempfehlung der US-Bank Citigroup. Analyst Sebastian Satz hält vor allem die Erwartungen an das Halbleitergeschäft von Wacker für vermutlich zu hoch angesetzt. Wacker liefert der Branche hochreines Polysilicium und spricht selbst vom "Schlüsselrohstoff der Digitalisierung". Daher zog der Wert mit der KI-Rally mit, die nun ins Stocken gerät.

Im Nebenwerte-Index SDAX zeige sich ein ähnliches Bild. Hier waren die Anteilsscheine von SUSS MicroTec und Siltronic Schlusslichter mit Verlusten von sechs beziehungsweise sieben Prozent. Diese beiden Papiere haben seit Jahresbeginn gerechnet in dem Index noch die Nase vorn.

/la/ag/jha/

FRANKFURT/SEOUL/NEW YORK (dpa-AFX)

Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

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DatumRatingAnalyst
03.07.26 Infineon Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
02.07.26 Infineon Buy Jefferies & Company Inc.
02.07.26 Infineon Neutral UBS AG
02.07.26 Infineon Buy Deutsche Bank AG
29.06.26 Infineon Outperform Bernstein Research