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14.04.2012 08:00

Ökonomen-Barometer: Optimismus kehrt zurück

Folgen
Die Konjunktur stabilisiert sich, der Ausblick hellt sich auf.Den Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst halten die meisten Ökonomen insgesamt für richtig.
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€uro am Sonntag
von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Nach Einschätzung der führenden deutschen Volkswirte hat sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland stabilisiert. Zudem haben sich die bislang eher pessimistischen Erwartungen zu einem deutlich positiveren Ausblick gewandelt.

Das geht aus dem Ökonomen-Barometer (ÖB) von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv für den Monat April hervor. Demnach stieg die Einschätzung der aktuellen Lage in diesem Monat um rund zwei Prozent auf 59,79 Punk- te und hat sich damit nach dem Rückgang in der zweiten Jahreshälfte 2011 weiter stabilisiert.

Zwei Prozent Wachstum möglich
Der Prognosewert für die nächsten zwölf Monate nahm im April gegenüber dem Vormonat um fünf Prozent auf nunmehr 61,73 Punkte zu und liegt damit erstmals seit Februar 2011 wieder oberhalb des aktuellen Stands. Umgerechnet entspricht dieses Niveau einer prognostizierten Wachstumsrate von rund zwei Prozent.

Nach den Liquiditätsspritzen der EZB von gut einer Billion Euro in das europäische Bankensystem fordern fast zwei Drittel der Ökonomen nun eine zügige Rückführung noch vor Ende der Laufzeiten. 40 Prozent wünschen dies schon innerhalb eines Jahres, weitere 25 Prozent im zweiten Jahr. Die meisten raten allerdings zu einem schrittweisen und vor allem differenzierten Vorgehen: „Die Liquidität sollte sukzessive und behutsam aus dem Markt genommen werden“, sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. „Der Kauf von Pfandbriefen und Staatsanleihen ist schon jetzt überflüssig, die Instrumente sollten aber wegen des Risikos einer erneuten Zuspitzung der Krise vorerst noch nicht abgeschafft werden.“ Bei den Mitteln zur Rückführung der Liquidität findet sich kein eindeutiger Favorit. Mit 24 Prozent liegt eine Erhöhung der Mindestreserven etwa gleichauf mit verschärften Zuteilungsregeln (27 Prozent). Wilfried Fuhrmann von der Uni Potsdam hält die Krise für noch nicht ausgestanden: „Die EZB muss aus der Finanzierung der Fiskalpolitik aussteigen und ihr Instrumentarium wieder korrekt einsetzen.“

„Geld verteilen, das nicht da ist“
Fast zwei Drittel der Ökonomen halten den vereinbarten Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst mit einer Anhebung der Gehälter um 6,3 Prozent insgesamt für richtig. „Angesichts der Laufzeit von zwei Jah- ren und der Inflationsentwicklung ist der Abschluss in Ordnung“, sagt beispielsweise DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann. Gabriel Felbermayr (LMU München) verweist darauf, dass „steigende Löhne in Deutschland und fallende Löhne in vielen anderen Eurostaaten der einzige Weg ist, die Lohn-Ungleichgewichte in Europa zu beseitigen“. Dagegen hält Ifo-Ökonom Panu Poutvaara den Abschluss schlichtweg für „zu hoch“. Kritik am Lohnplus kommt auch von Ulrich van Suntum (Uni Münster): „Es wird wieder einmal Geld verteilt, das nicht da ist. Das wird Arbeitsplätze kosten und öffentliche Leistungen verteuern — zugunsten einer ohnehin privilegierten Minderheit.“ Mathias Erlei von der TU Clausthal sieht in dem Abschluss „den Einstieg in die durch die expansive Geldpolitik angestoßene Lohn-Preis-Spirale“. Laut Hans Jürgen Schlösser von der Uni Siegen wird der Bund die Tarifeinigung verkraften, „die Kommunen kommen in Teufels Küche“.

Bahn-Trennung erwünscht
Die Ökonomen haben sich schließlich auch mit den Forderungen nach einer Trennung von Schienennetz und Betrieb bei der Bahn befasst. Eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent schließt sich Forderungen nach einer solchen Trennung an — gegen die sich die Bahn selbst vehement wehrt. „Wäre die Bahn ein reiner Staatsbetrieb ohne Wettbewerber und Gewinnorientierung, dann könnte alles beim Alten bleiben“, erläutert Justina A. V. Fischer von der Uni Hamburg. „Als halb privates Unternehmen besteht die Gefahr der Ausnutzung der Marktmacht — dann sollte das Schienennetz direkt vom Staat reguliert werden, auf dem sich dann verschiedene private Wettbewerber tummeln dürfen.“ Das Netz müsse „diskriminierungsfrei zugänglich“ sein, fordert auch Ulrich Blum von der Uni Halle. Für Winfried Fuhrmann von der Uni Potsdam ist die Entscheidungslage ebenfalls klar: „Bei Privatisierung: Netz in öffentlicher Hand belassen, nur die Bahn privatisieren. Bei Nichtprivatisierung: keine Trennung.“

oekonomen_barometer_201204_zitate.pdf (PDF)

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