Hoffnung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Neue Wirkstoffe von RevMed und BioNTech

Innovative Wirkstoffe und personalisierte Vakzine könnten die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs grundlegend verändern.
Werte in diesem Artikel
• Durchbruch in der Krebsforschung: Experimentelles Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs
• Personalisierter mRNA-Impfstoff für Patienten
• Biotech-Aktien im Fokus der Anleger
Durchbruch bei der Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs galt lange Zeit als eine der am schwersten behandelbaren Krankheiten, da über 90 Prozent der Tumore eine bisher kaum therapierbare RAS-Mutation aufweisen. Mit dem experimentellen Medikament Daraxonrasib des Herstellers Revolution Medicines (RevMed) gibt es nun einen entscheidenden Hoffnungsschimmer, wie das Wall Street Journal berichtet. In frühen Studienphasen führte das Medikament bei fast der Hälfte der Patienten zu einer Tumordividierung, wenn es als Erstbehandlung eingesetzt wurde. In einer größeren Spätphasenstudie konnte die Pille das Gesamtüberleben im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie sogar nahezu verdoppeln.
Dr. Eileen O’Reilly vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center ordnet den Fortschritt ein: "Dies ist ein entscheidender Moment im Kampf gegen diese Krankheit, daran besteht kein Zweifel". Auch Dr. Andrew Coveler vom Fred Hutch Cancer Center sieht eine Zäsur: "In den nächsten 15 Jahren dürfte dies die erste wirklich große oder zumindest die erste absehbare Veränderung in der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sein". RevMed-CEO Mark Goldsmith betonte zudem das strategische Ziel: "Wir haben derzeit eine enorme Dynamik auf dem Weg zu unserem Ziel, die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit RAS-Mutationen grundlegend zu verändern."
Langzeiterfolge durch individualisierte mRNA-Impfstoffe
Einen völlig anderen Weg schlagen derweil die Unternehmen BioNTech und die Roche-Tochter Genentech mit einem personalisierten mRNA-Impfstoff ein, so das Wall Street Journal weiter. Dieser werde individuell für jeden Patienten gefertigt, indem das Tumorgewebe analysiert und die spezifischen Mutationen in den Impfstoff kodiert werden. Die Ergebnisse seien außergewöhnlich: Patienten, die auf die Impfung ansprachen, überlebten bisher sechs Jahre - eine für diese Krebsart ungewöhnlich lange Zeitspanne. Der Impfstoff trainiert das Immunsystem darauf, verbleibende Krebszellen gezielt zu vernichten. Studienleiter Dr. Vinod Balachandran betont die Tragweite dieses Erfolgs: "Wenn uns das hier gelingt, ist es vielleicht auch bei vielen anderen Krebsarten möglich." Obwohl es sich um frühe Daten handelt, unterstreichen beide Ansätze eine neue Dynamik in der Krebsforschung, die die Überlebenschancen von Patienten grundlegend verändern könnte.
Biotech-Aktien im Anlegerfokus
An der Börsen zeigten sich die Biotech-Aktien tiefer. Während es für die Papiere von RevMed im NASDAQ-Handel 4,97 Prozent auf 141,50 US-Dollar nach unten ging, verloren die ADRs von BioNTech 2,63 Prozent auf 108,60 US-Dollar. Für die Aktien der Genentech-Mutter Roche ging es im Schweizer Handel derweil um 1,29 Prozent nach unten auf 313,10 Franken.
Evelyn Schmal, Martina Köhler, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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