Revolution Medicines-Aktie explodiert nach Studienerfolg- Konkurrenz für Novo Nordisk?

Ein möglicher Durchbruch bei einem Pankreaskrebs-Medikament treibt die Revolution-Medicines-Aktie kräftig an. Während Anleger zugreifen, gerät Novo Nordisk leicht unter Druck.
Werte in diesem Artikel
• Revolution Medicines meldet starke Phase-3-Daten bei Pankreaskrebs-Medikament
• Aktie schießt um mehr als 39 Prozent nach oben
• Novo Nordisk-Aktie zeigt sich im Gegenzug schwächer
Krebs-Durchbruch sorgt für Kurssprung
Die Aktie von Revolution Medicines steht zum Wochenstart klar im Fokus der Anleger. Auslöser sind viel beachtete Studiendaten zu dem Wirkstoff Daraxonrasib, der in einer Phase-3-Studie offenbar deutlich bessere Ergebnisse als die bisherige Standard-Chemotherapie erzielt hat.
Wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht, erreicht Patienten unter dem Medikament eine mediane Gesamtüberlebenszeit von 13,2 Monaten gegenüber 6,7 Monaten unter Chemotherapie. Gleichzeitig wurde das Sterberisiko signifikant reduziert. Auch die primären und sekundären Endpunkte der Studie wurden erreicht.
Das Unternehmen spricht von einem klinisch bedeutsamen Fortschritt bei einer der aggressivsten Krebsarten überhaupt. Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als besonders schwer behandelbar und weist bislang eine sehr niedrige Überlebensrate auf.
Anleger zünden Kursfeuerwerk
An der Börse sorgte die Nachricht für Euphorie: Im NASDAQ-Handel springt die Aktie von Revolution Medicines um 41,35 Prozent auf 136,30 US-Dollar nach oben. Bereits seit Jahresbeginn hatten Investoren ein Plus von rund 64 Prozent verbucht.
Zusätzlichen Rückenwind liefern Aussagen des Managements: Die Ergebnisse seien ein "potenziell transformativer Fortschritt für Patienten" und könnten die Behandlung grundlegend verändern, erklärte CEO Mark Goldsmith. Gleichzeitig treibe das Unternehmen die Zulassung mit hoher Geschwindigkeit voran.
Neue Therapieklasse mit großem Potenzial
Daraxonrasib gehört zu einer neuen Klasse von Wirkstoffen, die gezielt sogenannte RAS-Mutationen angreifen. Diese gelten als zentrale Treiber für Tumorwachstum und sind bei rund 90 Prozent aller Pankreaskrebsfälle beteiligt.
Damit adressiert Revolution Medicines einen der bislang schwer zugänglichen Bereiche der Krebsforschung. Der Ansatz könnte nicht nur bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, sondern auch bei anderen Tumorarten Anwendung finden.
Das Unternehmen plant, zeitnah eine Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde zu beantragen und dabei ein beschleunigtes Prüfverfahren zu nutzen.
Novo Nordisk im Vergleich: Kein direkter Konkurrent
Parallel geriet die Aktie von Novo Nordisk leicht unter Druck. Im dänischen Heimathandel verlor das Papier 1,00 Prozent auf 238,25 DKK.
Eine direkte Konkurrenz zwischen beiden Unternehmen besteht allerdings nur eingeschränkt. Während Revolution Medicines auf innovative Krebstherapien setzt, liegt der Fokus von Novo Nordisk vor allem auf Diabetes- und Adipositas-Medikamenten.
Dennoch zeigt der Kursvergleich eine typische Marktreaktion: Kapital fließt kurzfristig in besonders wachstumsstarke Storys. Revolution Medicines positioniert sich dabei als aufstrebender Biotech-Player mit potenziell disruptivem Ansatz, während Novo Nordisk bereits als etablierter Pharmariese gilt.
Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Novo Nordisk, Mongkolchon Akesin / Shutterstock.com
