BYD-Aktie fester: Nachfrageboom in Deutschland, Fokus auf Südafrika - neue Vorwürfe belasten

Die BYD-Aktie legt zu, gestützt von wachsendem Interesse in Europa. Gleichzeitig rücken eine Expansion und anhaltende Arbeitsrechtsbedenken stärker in den Fokus.
Werte in diesem Artikel
• BYD in Deutschland mit stark steigender Nachfrage und Zulassungen
• In Südafrika setzt der Konzern bewusst nicht auf Rabattschlachten
• Neue Vorwürfe zu Arbeitsrechtsverletzungen in Europa sorgen für Gegenwind
Starke Dynamik in Deutschland treibt Kurs
Die Aktie von BYD konnte am Donnerstag in Hongkong deutlich zulegen und schloss mit einem Plus von 5,51 Prozent bei 98,55 Yuan. Rückenwind kommt dabei vor allem aus Europa: Laut Reuters-Daten verzeichnete der E-Autobauer in Deutschland im ersten Quartal einen Anstieg der Kaufanfragen um 135 Prozent.
Auch bei den Zulassungen zeigt sich der Trend deutlich. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts, auf die sich Reuters bezieht, schnellten die Neuzulassungen im März um 327 Prozent nach oben. Dennoch bleibt der Marktanteil mit 1,2 Prozent noch überschaubar und liegt deutlich hinter etablierten Herstellern wie Volkswagen. Branchenbeobachter sehen darin jedoch einen Wendepunkt: Erstmals beginne die Nachfrage auch im Privatkundensegment spürbar anzuziehen.
Südafrika: BYD setzt auf Marke statt Preiskampf
Parallel treibt BYD seine Expansion in neue Märkte voran, etwa in Südafrika. Dort verzichtet der Konzern bewusst auf aggressive Preisstrategien, obwohl der Wettbewerb zunimmt.
"Wir jagen nicht den Zahlen hinterher, zumindest noch nicht", sagte Landeschef Steve Chang laut Reuters. Statt kurzfristiger Rabatte setzt das Unternehmen auf Markenaufbau und langfristige Positionierung.
Der Markt für Elektrofahrzeuge steckt in Südafrika noch in den Anfängen. 2025 stiegen die Verkäufe zwar um 7,1 Prozent auf 16.716 Einheiten, das Niveau bleibt jedoch niedrig. Viele Wettbewerber versuchen mit günstigen Einstiegspreisen Marktanteile zu gewinnen. BYD geht einen anderen Weg und setzt auf sogenannte Preisparität, also vergleichbare Preise zu Verbrennern. Chang betont: "Wir wollen den Wert unserer Fahrzeuge und die Interessen der Erstkäufer schützen."
Anhaltende Arbeitsrechtsvorwürfe stellen operative Fortschritte und Expansion in den Schatten
Bereits in den vergangenen Wochen kamen häufiger Vorwürfe ans Licht, so setzte etwa die brasilianische Regierung den E-Autobauer auf eine offizielle Beobachtungsliste. Nun gibt es neue Kritik aus Europa.
Laut Bloomberg wirft die Organisation China Labor Watch BYD Verstöße gegen Arbeitsrechte in einem Werk im ungarischen Szeged vor. Die Untersuchung spricht von möglichen Fällen von Schuldknechtschaft, illegaler Visa-Nutzung und überlangen Arbeitszeiten. Demnach hätten Arbeiter teils sieben Tage pro Woche gearbeitet und seien angewiesen worden, gegenüber Inspektoren falsche Angaben zu machen.
BYD weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte, man halte sich strikt an gesetzliche Vorgaben und lege großen Wert auf verantwortungsvolles und transparentes Handeln. Für Anleger entsteht damit ein gemischtes Bild: Während operative Kennzahlen und Nachfrage weiter überzeugen, könnten regulatorische und reputative Risiken die internationale Expansion bremsen.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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