Micron-Aktie dreht nach Höhenflug ins Minus: Experten geben Entwarnung bei Alphabets TurboQuant

Die Micron-Aktie verzeichnete am Mittwoch einen kräftigen Kurssprung. Analysten geben Entwarnung: Googles TurboQuant-Algorithmus bedroht die KI-Speichernachfrage offenbar nicht.
Werte in diesem Artikel
• Micron-Aktie zeigte sich zuletzt volatil
• Experten sehen keine Gefahr durch Alphabets TurboQuant
• Analysten sehen stabile KI-Speichernachfrage
Die Micron Technology-Aktie hat in dieser Woche einen kräftigen Aufschwung erlebt. An der NASDAQ stieg der Kurs am Mittwoch letztlich um 8,88 Prozent auf 367,85 US-Dollar. Am Donnerstag wendete sich das Blatt jedoch: Letztlich verlor die Aktie 0,44 Prozent auf 366,24 US-Dollar. Neben dem schwachen Marktumfeld, ausgelöst durch geopolitische Spannungen rund um den US-Iran-Konflikt, dürften vor allem Gewinnmitnahmen den Rücksetzer erklären.
Seit den Rekordzahlen, die am 18. März veröffentlicht wurden - der Umsatz wurde auf 23,86 Milliarden US-Dollar nahezu verdreifacht und die Q3-Prognose von 33,5 Milliarden US-Dollar 77 Prozent lag über den Erwartungen der Wall Street - hatte die Aktie rund 30 Prozent an Wert verloren.
Ausgelöst wurde der Kursrutsch vor allem durch Gewinnmitnahmen nach einem starken Vorlauf, hohe geplante Investitionen in HBM- und DDR5-Produktion sowie eine kurzfristige Ent-Euphorisierung im gesamten Tech-Sektor. Die Erholung vom Mittwoch reflektiert nun die Rückkehr zu einer Bewertung, die die fundamentale Stärke der Zahlen, die robuste Nachfrage im KI-Speichermarkt und die positiven Analystenkommentare besser berücksichtigt.
Experten beruhigen Anleger nach TurboQuant-Sorgen
Die Erholung wurde maßgeblich durch Analysten gestützt, die die Befürchtungen rund um den TurboQuant-Algorithmus von Alphabet relativierten. Laut Bank of America könnte die Speicherkompressions-Technologie von Google die Nachfrage nach KI-Speicher nicht reduzieren, sondern eher die sogenannten KI-Kontextfenster erweitern. So erklärte Analyst Vivek Arya gemäß Benzinga, dass die Verbesserung wahrscheinlich zu einer "6-fachen Steigerung der Genauigkeit und/oder Kontextlänge, anstatt einer 6-fachen Verringerung des Speichers" führt.
Zudem profitierte Micron von einer breiten Marktrally. Präsident Trump signalisierte noch zur Wochenmitte, dass ein Ende des Konflikts zwischen den USA und dem Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen möglich sei. Dies sorgte zeitweise für steigende Kurse.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der jüngsten Schwankungen bleibt der Konsens an der Wall Street ein klares Kaufsignal. Laut TipRanks empfehlen 26 von 28 Analysten den Kauf der Micron-Aktie, während zwei Experten zum Halten raten. Verkaufsempfehlungen liegen derzeit keine vor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 533,40 US-Dollar und damit 45 Prozent über dem jüngsten Schlusskurs von 367,85 US-Dollar.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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