Nokia-Aktie mit Kurssprung: Netzwerkausrüster überzeugt mit Zahlenwerk - JPMorgan bestätigt 'Overweight'-Rating

Der Netzwerkausrüster Nokia hat im ersten Quartal den operativen Gewinn gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen.
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Das Unternehmen profitierte dabei weiter von der Nachfrage nach Cloud- und Netzwerkinfrastruktur für die Anbindung von KI-Rechenzentren. Der bereinigte operative Gewinn stieg um über die Hälfte auf 281 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Espoo mitteilte. Damit wurden die Erwartungen von Analysten im Mittel deutlich übertroffen. Der Quartalsumsatz kletterte um zwei Prozent auf 4,5 Milliarden, was leicht unter den Markterwartungen liegt. An der Börse kamen die Nachrichten gut an.
Für die Aktie geht es im Heimathandel zeitweise um 3,97 Prozent nach oben auf 8,85 Euro. Damit notierte sie auf dem höchsten Stand seit Mai 2010. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Nokia-Aktie nahezu verdoppelt, angetrieben von der Zuversicht der Anleger in die KI-Strategie des Konzerns.
Im wichtigen Segment Netzinfrastruktur stieg der Umsatz im Quartal organisch um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Bereich Mobilfunknetze um drei Prozent.
Nokia habe "einen soliden Start in das Jahr" hingelegt, sagte Konzernchef Justin Hotard. Das Unternehmen bewege sich "oberhalb der Mitte" seiner Jahresprognose für den bereinigten operativen Gewinn von zwei bis zweieinhalb Milliarden Euro. Zwar stamme der Großteil der Erlöse weiterhin aus dem traditionellen Geschäft mit mobiler Infrastruktur, ein wesentlicher Teil des Wachstums komme jedoch von Kunden aus den Bereichen KI und Cloud, so Hotard.
Ende vergangenen Jahres hatte Nokia seine Struktur verschlankt und den Fokus stärker auf die Vernetzung von Rechenzentren gelegt, um von dem weltweiten KI-Investitionsboom zu profitieren. Zuvor stand vor allem die Lieferung von Netztechnik für Mobilfunkbetreiber im Mittelpunkt, ein Bereich, der zuletzt stagnierte, weil erwartete Investitionen der Netzbetreiber ausblieben.
Der US-Chiphersteller NVIDIA war im vergangenen Jahr mit einer Beteiligung von einer Milliarde US-Dollar bei Nokia eingestiegen und liefert dem Konzern KI-gestützte Rechner für drahtlose Netze. Ende 2026 sollen laut Konzernchef Hotard Kundentests starten, wobei sich zehn Kunden bereits zur Zusammenarbeit mit Nokia verpflichtet hätten.
JPMorgan bestätigt "Overweight"-Rating
Die US-Bank JPMorgan hat Nokia nach Quartalszahlen des Telekomindustrie-Ausrüsters auf "Overweight" mit einem Kursziel von 6,90 Euro belassen. Das operative Ergebnis (Ebit) habe positiv überrascht, schrieb Sandeep Deshpande am Donnerstag. Dazu kämen nun deutlich höhere Wachstumsziele in wichtigen Bereichen. Die vorsichtige Ebit-Prognose für das laufende Quartal sei wohl der neuen Unternehmensphilosophie geschuldet, kurzfristig eher konservativ zu planen und dann positiv zu überraschen. Das Ebit-Jahresziel indes dürfte die entsprechende Konsensschätzung im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen lassen.
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NEW YORK (dpa-AFX)
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