Delivery Hero-Aktie zieht kräftig an: Prosus senkt Anteil - Verkauf an Uber

Delivery-Hero-Großaktionär Prosus reduziert seinen Anteil an dem Berliner Lieferkonzern um 4,5 Prozent und verkauft diesen an Uber.
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Der Verkauf, von 13,6 Millionen Delivery-Hero-Aktien erfolge zu einem Preis von 20 Euro je Aktie, teilte Prosus mit. Die Aktie hatte am Donnerstag bei 20,14 Euro geschlossen. Der Prosus-Anteil an Delivery Hero sinke damit auf 21,8 Prozent von 26,3, der Konzern nehme damit laut Mitteilung einen Bruttoerlös von 270 Millionen Euro ein.
Prosus hatte sich verpflichtet, seinen Anteil an Delivery Hero zu senken, um von der EU die Zustimmung für den Erwerb von Just Eat Takeaway.com zu erhalten.
Jüngst war in Medienberichten spekuliert worden, dass Prosus einen Anteil an den zweitgrößten Aktionär, Aspex Management, verkaufen könnte.
Im vorbörslichen Tradegate-Handel notierte die Delivery Hero-Aktie zeitweise 6,7 Prozent höher bei 21,26 Euro.
So reagiert die Delivery Hero-Aktie
Die Aktien von Delivery Hero haben am Freitag an ihre jüngste Erholungsrally angeknüpft. Frischen Rückenwind brachte die Nachricht, dass der US-Fahrdienstleister Uber ein 4,5 Prozent großes Aktienpaket übernimmt, dass der Großaktionär Prosus kartellrechtlich bedingt verkaufen muss.
Im frühen XETRA-Handel wurden die Titel von Delivery Hero vor diesem Hintergrund nochmals um bis zu 6,4 Prozent höher gehandelt, zuletzt war das Plus dort dann noch 4,37 Prozent groß bei 21,02 Euro. Die jüngste Rally der Papiere geht damit in die Fortsetzung: In den vergangenen drei Tagen waren sie schon in der Summe um 18 Prozent gestiegen bis über die 20-Euro-Marke. Diese festigten die Aktien nun mit einem Hoch seit Ende Februar, das am Morgen 21,42 Euro betrug.
Die Unsicherheit darüber, was nach der Übernahme des Konkurrenten Just Eat Takeaway durch Prosus mit dessen Delivery Hero-Anteilen passiert, ist schon längere Zeit bei Anlegern und Analysten ein kritisches Thema. Investoren drängen bei Delivery Hero angesichts schwacher Kursentwicklung außerdem auf strategische Entscheidungen. Im März war der Kurs mit 14,80 Euro auf einem Rekordtief angekommen.
Der Ausbau der Beteiligung von Uber sei eine interessante Entwicklung, schrieb Andrew Ross von der Barclays Bank. Da der Anteil von Prosus durch den Deal von 27 auf 22 Prozent sinke, müsse Prosus noch weitere Anteile loswerden. Es blieben damit noch viele Unwägbarkeiten in einer "speziellen Konstellation" bei dem Essenslieferdienst, resümierte Ross.
Giles Thorne von Jefferies zeigte sich verblüfft von dem Verkauf des Prosus-Pakets. Er hatte es am Vortag noch ins Spiel gebracht, dass eine Übernahme von Delivery Hero durch Prosus wieder wahrscheinlicher werde. Der Experte verwies auf einen Artikel in der "Financial Times", wonach die Europäische Union die größte Lockerung der Fusionsvorschriften seit Jahrzehnten plane, um "globale Marktführer aufzubauen, die es mit US-amerikanischen und chinesischen Konkurrenten aufnehmen können".
Nur einen Tag später müsse er nun anerkennen, dass es wohl nicht zu einer Übernahme von Delivery Hero durch Prosus kommt, fuhr Thorne fort. Das große Rätselraten um die Zukunft von Delivery Hero gehe also weiter. An eine Offerte von Uber glaubt der Experte nicht.
DOW JONES / (dpa-AFX)
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