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10.12.2015 11:30

Volkswagen-Chef zieht Zwischenbilanz im Dieselskandal - Jetzt im Livestream

Live VW-Pressekonferenz: Volkswagen-Chef zieht Zwischenbilanz im Dieselskandal - Jetzt im Livestream | Nachricht | finanzen.net
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Volkswagen-Chef Matthias Müller stellt heute in Wolfsburg die neuesten Erkenntnisse im Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte vor.
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Es ist der erste große öffentliche Auftritt des früheren Porsche-Chefs, seit er Ende September zum Nachfolger von Martin Winterkorn berufen wurde, der wegen der "Dieselgate" genannten Affäre gehen musste. Noch immer ist offen, wie es dazu kam, dass Volkswagen in weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge eine Manipulations-Software einbaute. Mit dieser wurden Stickoxid-Werte im Prüfstand künstlich gedämpft, beim Fahren auf der Straße wurden die zulässigen Grenzwerte dagegen um ein Vielfaches überschritten. VW hat für einen Großteil der betroffenen Modelle Rückrufpläne angekündigt. Größere Motoren können per Software-Update legal gemacht werden, bei kleineren Motoren ist der Einbau eines Kunststoffrohrs notwendig. Bisher hat Volkswagen für die Rückrufaktionen 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt. Hinzu kommen noch nicht absehbare Kosten für Geldbußen und Schadensersatzklagen in den USA. Analysten schätzen die finanziellen Folgen insgesamt auf 20 bis 40 Milliarden Euro.

Die Pressekonferenz im Livestream


Chefaufseher: Abgasaffäre größte Bewährungsprobe in VW-Geschichte

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hält die Abgaskrise für die bisher größte Bewährungsprobe in der Geschichte von Europas größtem Autobauer. "Die Krisenfolgen werden vermutlich beträchtlich sein", sagte der oberste Kontrolleur am Donnerstag in Wolfsburg mit Blick auf die finanziellen Folgen der Manipulationen von Millionen Dieselmotoren. Pötsch informierte zusammen mit Vorstandschef Matthias Müller über den Stand der Aufarbeitung. "Die vergangenen zwei Monate waren für uns beispiellos - niemand hier hat sich vorstellen können, dass unser Unternehmen in eine Situation geraten könnte, wie wir sie seit Ende September erleben."

Pötsch: 450 Experten arbeiten an Aufklärung des VW-Skandals

Im Volkswagen-Konzern arbeiten derzeit etwa 450 Experten an der Aufklärung der Abgas-Affäre. Neben der internen Revision gehören dazu auch die Mitarbeiter der US-Kanzlei Jones Day, die der Aufsichtsrat beauftragte. "Beide Gruppen arbeiten unabhängig voneinander", sagte Chefaufseher Hans Dieter Pötsch am Donnerstag in Wolfsburg. Aussagen zu den betroffenen Personen, die für die Manipulationen an Millionen Dieselmotoren verantwortlich sind, könne man aber noch nicht machen. Dies sei erst möglich, "wenn die Erkenntnisse absolut wasserdicht sind". Ziel sei es, bis zur Hauptversammlung am 21. April 2016 einen vollständigen Überblick über die Ergebnisse zu liefern, sagte Pötsch.

Pötsch: "Überschaubare Zahl" von Mitarbeitern an Manipulationen beteiligt

Die VW-Spitze hat bei der Suche nach Verantwortlichen für den weltweiten Diesel-Skandal weiterhin nur einen relativ kleinen Kreis von Verdächtigen im Visier. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat", berichtete Pötsch.

Inzwischen habe man über 1500 elektronische Datenträger von Beschäftigten eingesammelt, um Spuren und Hinweise auf den Ursprung der Affäre zu finden. Es seien zudem 87 ausführliche Interviews im Rahmen der Ermittlungen geführt worden. "Viele weitere werden noch folgen", kündigte Pötsch an.

Als Reaktion auf den Skandal werde VW unter anderem in der Entwicklungsarbeit strenger auf die Einhaltung von Regeln zu achten. So werde etwa bei der Software-Entwicklung für Motorsteuergeräte konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip gesetzt, um Manipulationen zu erschweren.

Frankfurt (Reuters)(dpa)

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