LPKF-Aktie explodiert: Was sind die Gründe?

13.04.26 15:38 Uhr

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Die Aktie von LPKF schießt zum Wochenbeginn nach oben. Auslöser sind Hoffnungen, dass sich der Laserspezialist mit seiner Technologie im Chip-Sektor erfolgreich positionieren kann.

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Was für ein Wochenauftakt! Am Montag startete die Aktie von LPKF Laser & Electronics mit einem Kursplus von über 16 Prozent (bis Redaktionsschluss) in die neue Woche. Und das, obwohl zuletzt das fundamentale Umfeld für den Optik- und Laserspezialisten nicht optimal erschien. So musste LPKF für 2025 einen Umsatzrückgang auf 115,3 Mio. Euro melden bei einem drastisch geschrumpften Auftragsbestand auf 27,0 Mio. Euro.

Doch scheint sich im Markt eine Neubewertung anzubahnen. Denn die Investoren schauen längst nicht mehr nur auf Solar, SMT oder klassische Elektronikfertigung. Vielmehr interessiert zunehmend die Option auf ein neues Kapitel im Halbleiter-Backend. Genau dort, im Umfeld von Glas-Substraten, Photonik und künftigen Optikarchitekturen für KI-Rechenzentren, versucht sich LPKF zu verankern. Der Hintergrund:

Optik wird zum Nadelöhr der KI-Rechenzentren

Wer große Sprachmodelle trainiert oder KI-Inferenz in Echtzeit betreiben will, stößt zunehmend an die Grenzen klassischer elektrischer Verbindungen. Daten zwischen Chips schneller zu bewegen, ohne dabei Unmengen an Energie zu verbrauchen, ist eines der zentralen Ingenieursprobleme unserer Zeit. Die Lösung, auf die viele Halbleiterhersteller setzen, heißt optische Datenübertragung, und dafür braucht es präzise bearbeitete Glassubstrate.

Genau hier setzt LPKF mit seiner LIDE-Technologie an. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Laserverfahren, das Glas mit einer Präzision strukturieren kann, die mit herkömmlichen Methoden kaum zu erreichen ist. Im Bereich Advanced Packaging, also der hochintegrierten Verbindungstechnik zwischen Chips, könnte sich diese Fähigkeit als echter Differenzierungsfaktor erweisen. Das Management sieht darin einen der tragenden Pfeiler des laufenden Transformationsprogramms „North Star“, das bis 2028 eine nachhaltige zweistellige operative Marge anpeilt.

Tal der Mühen

Bevor es so weit aber ist, muss LPKF noch viele Hausaufgaben machen. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 hat das Management eine Umsatzspanne von 105 bis 120 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Die bereinigte operative Marge soll sich zwischen -3,0 und +4,5 Prozent bewegen, eine Bandbreite, die noch erhebliche Unsicherheit widerspiegelt.

Belastend wirkt dabei vor allem das Solarsegment. Die Investitionsbereitschaft der Kunden, insbesondere aus dem chinesischen Markt, hat spürbar nachgelassen, und eine schnelle Erholung zeichnet sich nicht ab. LPKF muss also liefern, was die Strategie verspricht: Wachstum im Halbleiterbereich muss den Gegenwind aus dem Solargeschäft kompensieren.

Kurssprung vorweg, jetzt folgen die Zahlen

Warum dann die Rally? Hier nimmt der Markt offenbar vorweg, dass LPKF Ende April bei der Vorlage des Q1-Berichtes eine optimistischere Grundhaltung einnehmen könnte. Dies auch im Zusammenhang mit erwarteten Erfolgen aus dem Restrukturierungsprogramm.

Das alles trifft auf eine Aktie, die immer noch weit unter ihren historischen Hochs notiert. Vom Allzeithoch bei gut 33 Euro hatte sie in der Spitze bis zu knapp 84 Prozent korrigiert, aktuell sind es trotz der jüngsten Aufschläge immer noch rund 74 Prozent . Also im Best Case viel Luft nach oben. Und wenn es LPKF schaffen sollte, seine LIDE-Technologie im Halbleitermarkt zu verankern, dürften noch deutlich höhere Potenziale in der Aktie möglich sein. Aber das wird auf jeden Fall ein langes Spiel.

Bereits rund läuft es bei der 2G Energy AG. Hier sorgen die wachsende Nachfrage und ein starker Auftragseingang für gute Stimmung. Auch die Aktie profitiert: zum Artikel

Bei Pyrum wartet der Markt hingegen noch auf eine entscheidende Nachricht. Kommt sie wie erhofft in den nächsten Wochen, könnte das die Initialzündung sowohl für ein stark beschleunigtes Wachstum als auch für die Aktie sein: zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.231 Prozent oder 14,0 Prozent p.a. (Stand: 11.04.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

Erstellung am 13.04.26 um 13:25 Uhr.

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