MÄRKTE EUROPA/Abgaben vor Ende des Iran-Ultimatums - Übernahmeangebot für UMG

07.04.26 18:17 Uhr

DOW JONES--Mit deutlichen Minuszeichen haben die europäischen Aktienmärkte den Handel am Dienstag beendet. Im Vorfeld des Endes des US-Ultimatums herrschte erhöhte Vorsicht. Es läuft in der Nacht zum Mittwoch um 2 Uhr MESZ aus, um die Straße von Hormus für die Schifffahrt wieder passierbar zu machen. US-Präsident Donald Trump drohte mit einer Eskalation des Krieges gegen den Iran und auch mit Angriffen gegen die zivile Infrastruktur, wie etwa Brücken und Energieanlagen. Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben bereits acht Brückenabschnitte im Iran angegriffen. Der DAX verlor 1,1 Prozent auf 22.922 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel ebenfalls um 1,1 Prozent auf 5.633 Punkte.

Im frühen Handel wurde zunächst noch der US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag eingepreist, der besser als erwartet ausgefallen war. Zwar lief die US-Wirtschaft damit auch im März besser, mit Blick auf die US-Notenbank erhöhte dies jedoch die Wahrscheinlichkeit einer restriktiven Zinspolitik.

Dazu kamen am Nachmittag noch bessere Auftragseingänge in den USA. Selbst ohne Flugzeuge ging es bei zivilen Aufträgen um 0,6 Prozent im Februar zum Vormonat nach oben. Händler wiesen daraufhin, dies hätte die US-Rendite erhöhen können, vor dem Ablauf des Ultimatums an den Iran sei dies jedoch von Sichere-Hafen-Käufern aufgefangen worden. Die 10-jährige Rendite kletterte am Abend über 4,35 Prozent.

Der Preis für Brent-Rohöl notierte im Tagesverlauf relativ unbewegt unter 111 Dollar je Barrel. Bei den großen Fluggesellschaften wie Lufthansa, IAG und Air France-KLM gab es Verluste bis zu 1,9 Prozent. Bei Tui ging es 2,2 Prozent tiefer, da hier auch Kreuzfahrschiffe im Nahen Osten festhängen.

Düngemittelhersteller konnten indes kräftig profitieren. So ging es für Yara um 6,4 Prozent nach oben, was auch K+S um 4,8 Prozent mitzog. Beide werden als Profiteure von steigenden Düngerpreisen gesehen. Yara wurden zudem befeuert durch eine Kaufempfehlung von Pareto. Die Gewinnprognosen für die kommenden Jahre haben sie in der Spitze um bis zu 75 Prozent erhöht.

Im DAX zeigten sich keine klaren Konjunkturmuster: Während BASF um 1,9 Prozent zulegten, gaben Heidelberg Materials um 4,1 Prozent nach. Defensive Werte wie Telekom und Deutsche Börse zeigten sich mit kleinen Pluszeichen. Die Auto-Werte Mercedes-Benz, VW und BMW gingen mit Abschlägen von bis zu 1,6 Prozent aus dem Handel.

Deutliche Kursverluste gab es bei Rüstungsunternehmen. Hier belastete der Kurseinbruch von Italiens Leonardo um 8,1 Prozent. Sie litten unter Medienberichten, wonach CEO Roberto Cingolani ersetzt werden solle. Ein aktivistischer Investor will jedoch andere Aktionäre mobilisieren, um die italienische Regierung daran zu hindern, den CEO auszutauschen. Auch andere Branchentitel zeigten kräftige Verluste, ohne dass Marktteilnehmer angesichts der Spannungen echte Gründe nennen konnten. So fielen Rheinmetall und Hensoldt um bis zu 2,8 Prozent.

Für die Aktie von Universal Music Group (UMG) ging es um 11,4 Prozent nach oben nach einem Gebot der Investment-Gesellschaft Pershing Square Capital von Bill Ackman. Es soll UMG mit über 55 Milliarden Euro bewerten. Das neue Unternehmen soll dann in den USA gelistet werden. Von dem Kursplus profitierten zudem die Aktien der Großaktionäre; so legten Bolloré um 3,8 Prozent und Vivendi um 9,1 Prozent zu.

Gesucht waren die Aktien der europäischen Satelliten-Betreiber. Eutelsat sprangen in Paris um 5,7 Prozent nach oben und zogen OHB um 1,1 Prozent mit. Kurstreiber ist die Aussicht auf eine Zusammenarbeit von Eutelsat mit der indischen Raumfahrtbehörde ISRO. Dies könnte die Abhängigkeit der Franzosen von der US-amerikanischen SpaceX reduzieren.

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Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%)

Euro-Stoxx-50 5.633 -1,05 -1,70

Stoxx-50 4.906 -1,23 1,00

Stoxx-600 591 -1,01 0,75

DAX 22.922 -1,06 -5,40

FTSE-100 London 10.436 -0,84 5,08

CAC-40 Paris 7.962 -0,67 -2,30

AEX Amsterdam 976 -0,41 2,58

ATHEX-20 Athen 5.376 1,31 0,46

BEL-20 Brüssel 5.216 -0,18 2,72

BUX Budapest 123.996 1,59 11,68

OMXH-25 Helsinki 5.981 -0,65 4,86

OMXC-20 Kopenhagen 1.414 -0,73 -12,08

PSI 20 Lissabon 9.370 -0,03 13,38

IBEX-35 Madrid 17.556 -0,64 1,43

FTSE-MIB Mailand 45.625 -0,47 1,51

OBX Oslo 2.012 1,48 25,94

PX Prag 2.536 0,47 -5,59

OMXS-30 Stockholm 2.966 0,08 2,87

WIG-20 Warschau 125.066 -0,43 7,13

ATX Wien 5.457 -0,26 2,46

SMI Zürich 12.982 -1,48 -2,15

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:21 Uhr

EUR/USD 1,1576 +0,3 0,0035 1,1541 1,1539

EUR/JPY 185,03 +0,4 0,7500 184,28 184,3600

EUR/CHF 0,9255 +0,5 0,0045 0,9210 0,9212

EUR/GBP 0,8737 +0,2 0,0017 0,872 0,8722

USD/JPY 159,8 +0,1 0,1200 159,68 159,7600

GBP/USD 1,3245 +0,1 0,0013 1,3232 1,3225

USD/CNY 6,8567 -0,4 -0,0257 6,8824 6,8824

USD/CNH 6,8613 -0,2 -0,0121 6,8734 6,8763

AUS/USD 0,6946 +0,4 0,0030 0,6916 0,6914

Bitcoin/USD 68.275,65 -2,2 -1.553,25 69.828,90 69.659,63

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 114,27 +1,7 1,86 112,41

Brent/ICE 109,86 +0,1 0,09 109,77

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.661,53 +0,3 14,14 4.647,39

Silber 71,63 -1,6 -1,16 72,79

Platin 1.928,05 -2,6 -51,46 1.979,51

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 07, 2026 12:18 ET (16:18 GMT)

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