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13.02.2020 16:26

MÄRKTE EUROPA/Berg- und Talfahrt bei überzeugender Berichtssaison

FRANKFURT (Dow Jones)--Nachdem es an den Börsen zunächst nach unten gegangen ist, holen sie die Verluste im weiteren Tagesverlauf wieder auf. Dies belegt, dass weiterhin in die Rücksetzer am Aktinemarkt gekauft wird. Zunächst belasteten die deutlich gestiegenen Infektionsfälle mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuerkrankungen in der chinesischen Provinz Hubei ist stark um mehr als 14.000 gestiegen, die Zahl der Verstorbenen um 242. Die neuesten Zahlen basieren allerdings auf einer ausgeweiteten Diagnosemethode. Die Epidemie könnte das chinesische Wachstum im ersten Quartal um bis zu 2 Prozentpunkte belasten, heißt es bei der Deutschen Bank.

Auf der anderen Seite läuft die Berichtssaison überzeugend. Dies zeigt, dass der US-chinesische Handelkonflikt im Schlussquartal 2019 nicht so stark die exportabhängige europäische Wirtschaft belastet hat. Zudem stützt ein zur Schwäche neigender Euro die Aktienkurse. So notiert der Euro bei 1,0854 Dollar und damit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2017.

Der DAX gibt am Nachmittag um 0,4 Prozent auf 13.699 Punkte nach. Für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,6 Prozent auf 3.832 nach unten. Die schwächsten Sektoren stellen die Automobilwerte mit einem Minus von 1,2 Prozent - gefolgt von den Ölwerten, die 1,1 Prozent nachgeben. Darin drückt sich aus, dass eine Pandemie die Wirtschaft in China stärker belasten könnte, als zuvor angenommen. Der Goldpreis steigt um 11 Dollar auf 1.577 je Feinunze, in Euro gerechnet notiert die Feinunze auf Allzeithoch. Auch anziehende Kurse am Anleihemarkt deuten auf ein wieder vorsichtigeres Taktieren der Anleger hin.

Linde mit starkem Ausblick

Im Fokus steht die Berichtssaison mit einer kaum zu bewältigenden Flut von Zahlen, daneben eine Übernahme im TecDAX. Linde steigen nach Vorlage von Geschäftszahlen auf Allzeithoch. "Der Ausblick ist gut", sagt ein Händler. Linde rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von 8 bis 8,25 Dollar je Aktie. Kurs plus 3,5 Prozent auf 206,10 Euro.

"Die Zahlen sind auf breiter Front etwas besser als erwartet ausgefallen - und das trotz einer höheren Risikovorsorge", kommentiert ein Händler die Geschäftszahlen der Commerzbank. Die Aktie zieht um 7 Prozent an. Die Aktie der Deutschen Bank steigt auf 10,12 Euro und handelt damit das erste Mal seit September 2018 zweistellig.

Im MDAX steigen Thyssenkrupp um 1,7 Prozent. "Auf den ersten Blick sind die Zahlen grottenschlecht", meint ein Börsianer. Andererseits liege das bereinigte operative Ergebnis im Rahmen der Erwartung - das gleiche gelte für den Kapitalabfluss. "Während sich das Aufzugsgeschäft und das Automotive-Geschäft eher besser entwickelt haben als erwartet, ist die Situation im Stahlbereich offensichtlich noch schlechter", sagt er.

Orange verteuern sich um 2,7 Prozent. Auf bereinigter Basis sind Gewinn und Umsatz zwar kaum gewachsen, besonders der spanische Markt entwickelte sich schwach. Positiv kommt aber unter anderem der Ausblick auf den freien Cashflow an.

Die Zahlen des Börsenbetreibers Euronext sind laut den Analysten der Deutschen Bank auf bereinigter Basis im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Allerdings trifft der Ausblick im Markt auf Missfallen, weil Euronext höhere Kosten als bislang erwartet. Für die Euronext-Aktie notiert unverändert. Sehr gut sind die Geschäftszahlen des schweizerischen Versicherers Zurich Insurance ausgefallen. "Alle hauseigenen Ziele sind übertroffen werden", sagt ein Händler. Die Aktie gewinnt 1,9 Prozent.

Es gibt aber auch Verlierer der Berichtssaison

Für Airbus geht es um 2,6 Prozent nach Geschäftsausweis nach unten. Laut Citi entsprechen die Zahlen für das abgelaufene Jahr zwar den Erwartungen, allerdings enttäusche der Ausblick auf das laufende Jahr. Nach schwächeren Zahlen geben Aegon um 5,7 Prozent nach. Der Vorsteuergewinn sei im zweiten Halbjahr zwar stärker als von Analysten erwartet gestiegen, der Anstieg der Solvabilitätsquote habe aber nicht die Erwartungen erfüllt, heißt es. Auch liege die Eigenkapitalrendite unter den hauseigenen Erwartungen und beim Reingewinn hätten Analysten mehr erwartet.

Heidelbergcement verlieren 2,9 Prozent. Das Ergebnis 2019 liege zwar leicht über den Erwartungen, der Umsatz sei aber leicht unter den Schätzungen ausgefallen, sagen Marktexperten. Für Aurubis geht es um rund 6,1 Prozent abwärts. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hat Aurubis mit seinen Geschäftszahlen die Prognosen verfehlt.

Schneider will RIB Software übernehmen

Ein Kursfeuerwerk erlebt die Aktie von RIB Software, der Kurs schießt um 41 Prozent auf 29,04 Euro nach oben. Schneider Electric aus Frankreich bietet 29 Euro je RIB-Aktie. Die Schneider-Aktie notiert kaum verändert. Angesichts der vergangenen Akquisitionen von Softwareunternehmen durch Industrieunternehmen sieht die Citigroup die Bewertungsmultiplikatoren beim Angebot von Schneider Electric für RIB Software als typisch. Die Analysten von Bryan Garnier gehen nicht von einem höheren Angebot von dritter Seite aus. Erst kürzlich war mit Isra Vision für ein weiteres Unternehmen aus dem TecDAX ein Übernahmeangebot mit einem ähnlichen Aufschlag unterbreitet worden und zwar vom schwedischen Industriekonzern Atlas Copco.

===

Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.832,08 -0,58 -22,35 2,32

Stoxx-50 3.504,54 -0,45 -15,79 2,98

DAX 13.699,26 -0,37 -50,52 3,40

MDAX 29.107,45 -0,45 -130,91 2,81

TecDAX 3.262,15 -0,24 -7,85 8,20

SDAX 12.985,37 -0,04 -4,88 3,78

FTSE 7.423,15 -1,48 -111,22 -0,11

CAC 6.066,70 -0,62 -38,02 1,48

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,39 -0,01 -0,63

US-Zehnjahresrendite 1,61 -0,03 -1,07

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:36 Mi, 17:58 % YTD

EUR/USD 1,0836 -0,33% 1,0877 1,0891 -3,4%

EUR/JPY 118,93 -0,63% 119,47 119,80 -2,5%

EUR/CHF 1,0613 -0,21% 1,0628 1,0640 -2,2%

EUR/GBP 0,8302 -1,04% 0,8393 0,8394 -1,9%

USD/JPY 109,73 -0,32% 109,84 110,00 +0,9%

GBP/USD 1,3052 +0,72% 1,2960 1,2975 -1,5%

USD/CNH (Offshore) 6,9825 +0,11% 6,9821 6,9732 +0,2%

Bitcoin

BTC/USD 10.262,76 -0,96% 10.440,50 10.376,00 +42,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 51,44 51,17 +0,5% 0,27 -15,4%

Brent/ICE 56,35 55,79 +1,0% 0,56 -13,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.576,70 1.565,90 +0,7% +10,80 +3,9%

Silber (Spot) 17,71 17,50 +1,2% +0,21 -0,8%

Platin (Spot) 973,10 963,25 +1,0% +9,85 +0,8%

Kupfer-Future 2,62 2,60 +0,6% +0,02 -6,5%

===

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

(END) Dow Jones Newswires

February 13, 2020 10:27 ET (15:27 GMT)

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

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07.02.2020Deutsche Bank HaltenDZ BANK
07.02.2020Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
31.01.2020Deutsche Bank VerkaufenIndependent Research GmbH
31.01.2020Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
31.01.2020Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
28.06.2019Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.10.2018Deutsche Bank buyequinet AG
30.08.2018Deutsche Bank buyequinet AG
24.05.2018Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.05.2018Deutsche Bank buyequinet AG
07.02.2020Deutsche Bank HaltenDZ BANK
31.01.2020Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
30.01.2020Deutsche Bank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
30.01.2020Deutsche Bank neutralDZ BANK
30.01.2020Deutsche Bank NeutralUBS AG
07.02.2020Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
31.01.2020Deutsche Bank VerkaufenIndependent Research GmbH
31.01.2020Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
31.01.2020Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
30.01.2020Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets

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