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13.02.2020 18:19

MÄRKTE EUROPA/Berg- und Talfahrt bei überzeugender Berichtssaison

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstag etwas leichter aus dem Handel verabschiedet. Danach sah es allerdings zuvor nicht aus. Nachdem es am Vormittag teils deutlich nach unten gegangen war, holten die Aktienindizes die Verluste im Tagesverlauf nahezu auf. Dies belegt, dass in die Rücksetzer weiter gekauft wird.

Der DAX schloss 4 Punkte leichter bei 13.745 Punkte, nachdem er teils über 1 Prozent im Minus notierte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent auf 3.847 nach unten.

Zunächst belasteten die deutlich gestiegenen Infektionsfälle mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuerkrankungen in der chinesischen Provinz Hubei war stark gestiegen, die neuesten Zahlen basierten allerdings auf einer ausgeweiteten Diagnosemethode. Die Epidemie könnte das chinesische Wachstum im ersten Quartal um bis zu 2 Prozentpunkte belasten, heißt es bei der Deutschen Bank.

Auf der anderen Seite läuft die Berichtssaison überzeugend. Damit wird klar, dass der US-chinesische Handelskonflikt im Schlussquartal 2019 die exportabhängige europäische Wirtschaft nicht so stark belastet hat wie von manchen befürchtet. Zudem stützt ein zur Schwäche neigender Euro die Aktienkurse. So notiert der Euro bei 1,0850 Dollar und damit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2017.

Die schwächsten Sektoren stellten die Automobilwerte mit einem Minus von 0,8 Prozent und die Ölwerte, die 0,9 Prozent nachgaben. Der Goldpreis steigt um 11 Dollar auf 1.577 je Feinunze, in Euro gerechnet notiert die Feinunze auf Allzeithoch. Auch anziehende Kurse am Anleihemarkt deuteten auf ein wieder vorsichtigeres Taktieren der Anleger hin.

Linde mit starkem Ausblick

Im Fokus steht die Berichtssaison mit einer kaum zu bewältigenden Flut von Zahlen, daneben eine Übernahme im TecDAX. Linde stiegen nach Vorlage von Geschäftszahlen auf Allzeithoch. "Der Ausblick ist gut", sagte ein Händler. Linde rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von 8 bis 8,25 Dollar je Aktie. Der Kurs gewann 3,2 Prozent.

"Die Zahlen sind auf breiter Front etwas besser als erwartet ausgefallen - und das trotz einer höheren Risikovorsorge", kommentierte ein Händler die Geschäftszahlen der Commerzbank. Die Aktie zog um 9 Prozent an. Die Aktie der Deutschen Bank stieg auf 10,19 Euro und handelte damit das erste Mal seit September 2018 zweistellig.

Im MDAX stiegen Thyssenkrupp um 0,2 Prozent. "Auf den ersten Blick sind die Zahlen grottenschlecht", meinte ein Börsianer. Andererseits liege das bereinigte operative Ergebnis im Rahmen der Erwartung - das gleiche gelte für den Kapitalabfluss. "Während sich das Aufzugsgeschäft und das Automotive-Geschäft eher besser entwickelt haben als erwartet, ist die Situation im Stahlbereich offensichtlich noch schlechter", sagte er.

Orange verteuerten sich um 3,3 Prozent. Auf bereinigter Basis sind Gewinn und Umsatz zwar kaum gewachsen, besonders der spanische Markt entwickelte sich schwach. Gut kam aber unter anderem der Ausblick auf den freien Cashflow an.

Die Zahlen des Börsenbetreibers Euronext sind laut den Analysten der Deutschen Bank auf bereinigter Basis im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Allerdings traf der Ausblick im Markt auf Missfallen, weil Euronext höhere Kosten als bislang erwartet. Die Euronext-Aktie notierte 0,4 Prozent höher. Sehr gut wurden die Geschäftszahlen des schweizerischen Versicherers Zurich Insurance aufgenommen. "Alle hauseigenen Ziele sind übertroffen worden", sagte ein Händler. Die Aktie gewann 1,8 Prozent.

Es gab auch Verlierer

Für Airbus ging es um 2,8 Prozent nach Geschäftsausweis nach unten. Laut Citi entsprachen die Zahlen für das abgelaufene Jahr zwar den Erwartungen, allerdings enttäuschte der Ausblick auf das laufende Jahr. Nach schwächeren Zahlen gaben Aegon um 5,3 Prozent nach. Der Vorsteuergewinn sei im zweiten Halbjahr zwar stärker als von Analysten erwartet gestiegen, der Anstieg der Solvabilitätsquote habe aber nicht die Erwartungen erfüllt, heißt es. Auch liege die Eigenkapitalrendite unter den hauseigenen Erwartungen und beim Reingewinn hätten Analysten mehr erwartet.

Heidelbergcement verloren 2,2 Prozent. Das Ergebnis 2019 liege zwar leicht über den Erwartungen, der Umsatz sei aber etwas unter den Schätzungen ausgefallen, sagten Marktexperten. Für Aurubis ging es um rund 6,7 Prozent abwärts. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hat Aurubis mit seinen Geschäftszahlen die Prognosen verfehlt.

Schneider Electric will RIB Software übernehmen

Ein Kursfeuerwerk erlebte die Aktie von RIB Software, der Kurs schoss um 41 Prozent auf 29,02 Euro nach oben. Schneider Electric aus Frankreich bietet 29 Euro je RIB-Aktie. Die Schneider-Aktie notierte 0,8 Prozent im Plus. Angesichts der vergangenen Akquisitionen von Softwareunternehmen durch Industrieunternehmen sieht die Citigroup die Bewertungsmultiplikatoren beim Angebot von Schneider Electric für RIB Software als typisch. Die Analysten von Bryan Garnier gehen nicht von einem höheren Angebot von dritter Seite aus.

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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung

. stand absolut in % seit

. Jahresbeginn

Europa Euro-Stoxx-50 3.846,74 -7,69 -0,2% +2,7%

. Stoxx-50 3.517,57 -2,76 -0,1% +3,4%

. Stoxx-600 431,08 -0,08 -0,0% +3,7%

Frankfurt XETRA-DAX 13.745,43 -4,35 -0,0% +3,8%

London FTSE-100 London 7.452,03 -82,34 -1,1% -0,1%

Paris CAC-40 Paris 6.093,14 -11,58 -0,2% +1,9%

Amsterdam AEX Amsterdam 629,14 +0,12 +0,0% +4,1%

Athen ATHEX-20 Athen 2.316,17 +14,52 +0,6% +0,8%

Brüssel BEL-20 Bruessel 4.182,78 -1,49 -0,0% +5,7%

Budapest BUX Budapest 44.629,51 +147,11 +0,3% -3,2%

Helsinki OMXH-25 Helsinki 4.548,32 -10,22 -0,2% +7,7%

Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 144.088,60 +290,92 +0,2% +3,8%

Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 1.234,64 -2,57 -0,2% +8,7%

Lissabon PSI 20 Lissabon 5.314,93 +17,03 +0,3% +2,3%

Madrid IBEX-35 Madrid 9.909,80 -30,60 -0,3% +3,8%

Mailand FTSE-MIB Mailand 24.892,15 +30,87 +0,1% +5,8%

Moskau RTS Moskau 1.543,50 -13,94 -0,9% -0,4%

Oslo OBX Oslo 832,07 -5,23 -0,6% -1,3%

Prag PX Prag 1.104,10 +1,16 +0,1% -1,0%

Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.883,02 -6,73 -0,4% +6,3%

Warschau WIG-20 Warschau 2.120,07 -6,24 -0,3% -1,4%

Wien ATX Wien 3.195,50 -9,29 -0,3% +0,7%

Zürich SMI Zuerich 11.092,35 +3,11 +0,0% +4,5%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:36 Mi, 17:58 % YTD

EUR/USD 1,0843 -0,27% 1,0877 1,0891 -3,3%

EUR/JPY 119,09 -0,49% 119,47 119,80 -2,3%

EUR/CHF 1,0617 -0,17% 1,0628 1,0640 -2,2%

EUR/GBP 0,8309 -0,96% 0,8393 0,8394 -1,8%

USD/JPY 109,83 -0,23% 109,84 110,00 +1,0%

GBP/USD 1,3050 +0,71% 1,2960 1,2975 -1,5%

USD/CNH (Offshore) 6,9833 +0,12% 6,9821 6,9732 +0,2%

Bitcoin

BTC/USD 10.134,26 -2,20% 10.440,50 10.376,00 +40,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 51,59 51,17 +0,8% 0,42 -15,1%

Brent/ICE 56,70 55,79 +1,6% 0,91 -13,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.575,58 1.565,90 +0,6% +9,68 +3,8%

Silber (Spot) 17,64 17,50 +0,8% +0,14 -1,2%

Platin (Spot) 973,25 963,25 +1,0% +10,00 +0,9%

Kupfer-Future 2,62 2,60 +0,6% +0,02 -6,5%

===

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

(END) Dow Jones Newswires

February 13, 2020 12:20 ET (17:20 GMT)

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