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11.05.2022 13:06

MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne aus - Bayer sehr schwach

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FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen bauen die Gewinne am Mittwochmittag aus. Damit trägt die am Vortag gestartete Gegenbewegung noch ein wenig weiter. Weil in China die Zahl neuer Covid-19-Fälle zurückgeht, lebt die Hoffnung auf, dass die Probleme mit den Lieferketten nachlassen könnten. Positiv werden zudem Medienberichte gewertet, wonach US-Präsident Joe Biden die Abschaffung von Zöllen auf chinesische Güter prüfe, als eine Maßnahme gegen die stark steigende Inflation.

Der DAX legt um 1,3 Prozent auf 13.711 Punkte zu, der Euro-stoxx-50 um 1,9 Prozent auf 3.622 Zähler. "Die große Frage ist nun, ob die Inflation den Höhepunkt hinter sich hat", so ein Marktteilnehmer. Aufschluss geben könnten darüber die US-Verbraucherpreise am Nachmittag. Der Anstieg soll im April auf 8,1 Prozent übers Jahr gesehen nachgelassen haben von 8,5 Prozent im März. "Eine Enttäuschung könnte die Kurse wieder drücken", sagt er.

Bayer mit Glyphosat-Streit im Fokus

Unter den Einzelwerten steht Bayer mit im Fokus. Für die Aktie geht es um 6,6 Prozent nach unten. Grund ist, dass die US-Generalstaatsanwältin Elizabeth Prelogarder einen Schriftsatz eingereicht hat, in dem sie die Auffassung des Justizministeriums zur Berufung von Bayer im Glyphosat-Fall Hardeman darlegt und den Klägern Recht gibt. Was ein positives Endergebnis für Bayer betreffe, so sinke damit die Wahrscheinlichkeit, dass der Oberste Gerichtshof den Fall anhöre und anschließend zu Bayers Gunsten entscheide, kommentiert Jefferies.

Allianz ziehen dagegen deutlich um 4,3 Prozent an. "Der Markt setzt auf einen Schlussstrich bei den Entschädigungszahlungen in den USA", so ein Händler. Der Versicherer hat mitgeteilt, weitere 1,9 Milliarden Euro zurückzustellen, 3,7 Milliarden hatte er schon vorher auf die Seite gelegt. Hintergrund ist, dass Fonds von Allianz Global Investors ("Structured Alpha") 2020 massive Verluste eingefahren hatten, woraufhin mehrere Anleger geklagt hatten. Zudem schalteten sich die US-Börsenaufsicht und das Justizministerium ein. "Positiv ist, dass die Dividendenpolitik davon nicht berührt ist", so ein Händler. Auch die Geschäftszahlen zum ersten Quartal fielen positiv aus, der operative Gewinn liege knapp 7 Prozent über den Erwartungen.

Der Energieversorger Eon (+0,8%) hat im ersten Quartal wie erwartet operativ weniger verdient und einen niedrigeren bereinigten Gewinn erzielt. Belastet wurde das Ergebnis von hohen Energiepreisen und einem schwierigen Marktumfeld. Die Analysten von Citi zeigen sich überrascht vom Ausmaß der Prognosesenkung bei Siemens Energy, die Aktie gibt um 3,8 Prozent nach.

Thyssenkrupp (+11%) hat nach starken preisbedingten Gewinnzuwächsen im Stahlgeschäft und im Werkstoffhandel die Prognose teilweise angehoben und rechnet nun mit einem bereinigten operativen Gewinn von mindestens 2 Milliarden statt bisher 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro. Zugleich soll der Umsatz um mindestens 10 Prozent wachsen und nicht nur um rund 5 Prozent.

Evotec ist zu Jahresbeginn in allen Geschäftsbereichen gewachsen. Investitionen in die Kapazitäten an allen Standorten sowie gestiegene Aufwendungen für die unverpartnerte Forschung und Entwicklung führten jedoch zu einem Rückgang des operativen Gewinns, die Aktie fällt um 12,6 Prozent. Sie hatte am Vortag einen Satz um 14 Prozent gemacht, befeuert von der Ausweitung der Kooperation mit Bristol Myers.

K+S geben trotz leicht besser als erwartet ausgefallener Geschäftszahlen um 5,4 Prozent nach. Der Kurs hat sich seit Jahresbeginn aber bereits fast verdoppelt. Für die Citi-Analysten ist im Kurs schon alles Positive eingepreist. Zudem dürfte der Kalipreis längerfristig wieder fallen.

Corestate brechen nach dem Kursrutsch vom Vortag um weitere 32,7 Prozent ein. Der Immobilien-Investmentmanager hatte am Montag nach Börsenschluss mitgeteilt, neue Wege zu prüfen, um eine Wandelschuldverschreibung (fällig November 2022) und eine Anleihe (fällig April 2023) refinanzieren zu können. Außerdem warnte Corestate wegen eines rückläufigen Transaktionsgeschäfts und Zurückhaltung bei den Kunden. Dazu könne die Unsicherheit aufgrund der laufenden Refinanzierung negative Folgen für das Neugeschäft haben, so dass die geplanten Finanzziele für 2022 wahrscheinlich nicht erreicht würden. Das Unternehmen zog daher die Prognose für 2022 zurück.

Roche von Entwicklungsfehlschlag belastet

Roche notieren sehr schwach. Der Kurs fällt um 6 Prozent, weil ein Krebsmedikament den primären Endpunkt verpasst hat. Dieses sei als möglicher "Katalysator" für den Konzern gesehen worden, verbunden mit großen Hoffnungen. "Nun muss es aus dem Wert der Pipeline herausgerechnet werden", so ein Marktteilnehmer.

Ahold Delhaize verlieren 5,4 Prozent. "Die Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen, der Ausblick belastet aber", meint ein Händler. Der niederländisch-belgische Supermarktbetreiber stelle die Risiken der Inflation und speziell der höheren Einkaufskosten sowie der Lieferkettenproblematik heraus.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.621,86 +1,9% 67,06 -15,7%

Stoxx-50 3.544,53 +1,0% 36,06 -7,2%

DAX 13.711,43 +1,3% 176,69 -13,7%

MDAX 28.388,95 +1,3% 361,99 -19,2%

TecDAX 2.950,89 +0,7% 21,28 -24,7%

SDAX 12.853,27 +0,9% 117,70 -21,7%

FTSE 7.325,08 +1,1% 81,86 -1,9%

CAC 6.241,28 +2,0% 124,37 -12,8%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 0,97 -0,04 +1,15

US-Zehnjahresrendite 2,93 -0,06 +1,42

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:22 Di, 17:32 % YTD

EUR/USD 1,0548 +0,2% 1,0547 1,0534 -7,2%

EUR/JPY 136,94 -0,3% 137,41 137,25 +4,6%

EUR/CHF 1,0442 -0,4% 1,0485 1,0485 +0,7%

EUR/GBP 0,8545 -0,1% 0,8548 0,8564 +1,7%

USD/JPY 129,83 -0,5% 130,36 130,26 +12,8%

GBP/USD 1,2345 +0,2% 1,2340 1,2298 -8,8%

USD/CNH (Offshore) 6,7393 -0,1% 6,7485 6,7606 +6,1%

Bitcoin

BTC/USD 31.653,92 +4,7% 31.420,44 31.149,37 -31,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 103,12 99,76 +3,4% 3,36 +40,6%

Brent/ICE 105,83 102,46 +3,3% 3,37 +39,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.853,08 1.838,46 +0,8% +14,62 +1,3%

Silber (Spot) 21,79 21,27 +2,5% +0,52 -6,5%

Platin (Spot) 994,31 968,43 +2,7% +25,89 +2,5%

Kupfer-Future 4,24 4,15 +2,0% +0,08 -4,9%

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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

May 11, 2022 07:05 ET (11:05 GMT)

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