MÄRKTE EUROPA/Börsen geben Gewinne ab - Evotec brechen ein

24.04.24 15:59 Uhr

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FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte geben bis Mittwochmittag die Gewinne weitgehend ab. Nach dem starken Vortagesplus geht den Börsen damit langsam die Puste aus. Der DAX notiert praktisch unverändert bei 18.140 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,1 Prozent auf 5.014 nach oben. Ein besser als erwartet ausgefallener Ifo-Geschäftsklimaindex spielt keine große Rolle. Der Index stieg im April erneut. "Die Aussichten in der deutschen Wirtschaft hellen sich deutlich auf. Der dritte Anstieg in Folge des wichtigsten deutschen Konjunkturindikators kam zwar nicht überraschend, aber umso erfreulicher war die Höhe des Anstiegs", kommentiert die DWS. Am Devisenmarkt zeigt sich der Euro wenig bewegt, am Rentenmarkt steigen die Renditen leicht an.

"Diese Woche ist die Woche der Unternehmensberichte. Und bislang kommen die Erstquartalsbilanzen der Unternehmen an der Börse mehrheitlich gut an", heißt es bei QC Partners. Der bislang positive Verlauf der Berichtssaison treibe jetzt viele, die in den vergangenen Wochen ausgestiegen seien, zurück an die Börse. Angesichts der heiß laufenden Berichtssaison träten die geopolitischen Risiken etwas in den Hintergrund.

Kering hat weiter Probleme mit seiner wichtigsten Marke

Bei den Einzelwerten knicken Kering nach Zahlenvorlage und Ausblick um 5,9 Prozent ein. Die Umgestaltung der Kering-Kernmarke Gucci scheine schwieriger zu sein, als der Markt angenommen habe, stellen die Analysten von Bernstein fest. Der französische Luxusgigant rechnet mit einem Rückgang des wiederkehrenden Betriebsergebnisses im ersten Halbjahr zwischen 40 und 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, weil er weiterhin in die Wiederbelebung von Gucci investiert. Die nun angegebene Prognose liege deutlich unter den Konsenserwartungen und dürfte zu Korrekturen nach unten führen, betonen die Analysten und sprechen von einem Drama.

Ein Kursdesaster erlebt die Evotec-Aktie, die um bis zu 33 Prozent abstürzt. Die Geschäftszahlen des im MDAX notierten Biotechnikunternehmens haben die Erwartungen verfehlt, dazu strukturiert sich Evotec um und will sich erst mit Vorlage der Halbjahreszahlen zum weiteren Ausblick äußern. Das sorgt für starke Verunsicherung. Daran kann auch die Bestellung eines neuen CEO, Christian Wojczewski, nichts ändern. Der langjährige Chef Werner Lanthaler war Anfang des Jahres überraschend zurückgetreten. Damals war herausgekommen, dass der Manager Meldungspflichten für Aktientransaktionen nicht nachgekommen war, worauf der Kurs der Aktie massiv nachgegeben hatte.

Die Deutsche Börse hat unterdessen gute Quartalszahlen vorgelegt, der Kurs fällt dennoch mit Gewinnmitnahmen um 2,8 Prozent zurück. Belastend könnte auch wirken, dass das 300 Millionen Euro schwere Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen wurde. Während die Nettoerlöse den Erwartungen entsprächen, seien die Ergebnisse besser als erwartet ausgefallen. Auch seien die operativen Kosten weniger stark gestiegen als prognostiziert, heißt es.

Texas Instruments und ASM International beflügeln Halbleiteraktien

Bei den Technologiewerten setzt sich die Erholung fort, ihr europäischer Stoxx-Branchenindex steigt um 2,4 Prozent und liegt klar an der Spitze. Händler verweisen auf den besser als erwartet ausgefallenen Geschäftsbericht von Texas Instruments. Auch ASM International (+11,8%) hat Zahlen vorgelegt, die gut ankommen. Im DAX gewinnen Infineon 6,6 Prozent. Aixtron legen um 3,2 Prozent zu. In Oslo treibt ein guter Ausblick Nordic Semiconductor um 35 Prozent nach oben.

Mit Tesla haben auch die so genannten Glorreichen Sieben einen guten Start hingelegt, was der Stimmung zusätzlich hilft. Der Kurs des Elektroautoherstellers steigt an der Nasdaq um 12,7 Prozent, angetrieben vor allem von der Ankündigung einer schnelleren Einführung neuer und erschwinglicherer Produkte. Am Abend folgt mit der Facebook-Mutter Meta das nächste Unternehmen aus dem Kreis der Glorreichen Sieben.

Beiersdorf mit Aktienrückkauf im Blick

Der Start des Aktienrückkaufprogramms am heutigen Mittwoch rückt Beiersdorf in den Blick. Der Konzern will bis spätestens zum 2. Dezember Aktien für bis zu 500 Millionen Euro zurückkaufen. Beiersdorf legen 1,1 Prozent zu.

Jeweils nach Quartalszahlen geben Orange in Paris um 4 Prozent nach und Air Liquide um 1,8 Prozent, während Reckitt Benckiser in London um 4,4 Prozent zulegen.

Trotz leicht schwächerer Umsätze gewinnen Heineken 1,6 Prozent. Wie die UBS anmerkt, ist der Volumenausstoß 2 bis 2,5 Prozent höher als erwartet ausgefallen. Die Analysten sehen gute Chancen, dass das obere Ende der EBIT-Guidance im laufenden Jahr erreicht wird.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 5.011,96 +0,1% 3,79 +10,9%

Stoxx-50 4.413,97 +0,0% 1,70 +7,8%

DAX 18.139,97 +0,0% 2,32 +8,3%

MDAX 26.471,02 -0,6% -154,00 -2,5%

TecDAX 3.319,00 +1,0% 32,09 -0,6%

SDAX 14.256,30 -0,0% -3,41 +2,1%

FTSE 8.064,38 +0,2% 19,57 +3,8%

CAC 8.118,32 +0,2% 12,54 +7,6%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 2,57 +0,07 +0,00

US-Zehnjahresrendite 4,64 +0,04 +0,76

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:30 Di, 17:26 % YTD

EUR/USD 1,0691 -0,1% 1,0700 1,0699 -3,2%

EUR/JPY 165,69 +0,0% 165,76 165,61 +6,5%

EUR/CHF 0,9763 +0,1% 0,9761 0,9744 +5,2%

EUR/GBP 0,8589 -0,1% 0,8598 0,8600 -1,0%

USD/JPY 155,00 +0,1% 154,91 154,78 +10,0%

GBP/USD 1,2447 -0,0% 1,2445 1,2441 -2,2%

USD/CNH (Offshore) 7,2685 +0,1% 7,2611 7,2609 +2,0%

Bitcoin

BTC/USD 66.188,79 -0,3% 66.628,76 66.762,91 +52,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 82,86 83,36 -0,6% -0,50 +14,2%

Brent/ICE 88,15 88,42 -0,3% -0,27 +15,0%

GAS VT-Settlem. +/- EUR

Dutch TTF 28,76 28,59 +0,6% +0,17 -13,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 2.318,83 2.322,02 -0,1% -3,20 +12,4%

Silber (Spot) 27,18 27,31 -0,5% -0,13 +14,3%

Platin (Spot) 906,76 912,40 -0,6% -5,65 -8,6%

Kupfer-Future 4,47 4,43 +0,7% +0,03 +14,3%

YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/err

(END) Dow Jones Newswires

April 24, 2024 10:00 ET (14:00 GMT)

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