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19.12.2018 18:09
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MÄRKTE EUROPA/Börsen vor Fed-Entscheid im Plus - Italien lenkt ein

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Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)--An den Börsen in Europa ging es am Mittwoch nach oben. Für Erleichterung sorgte, dass sich Italien im Haushaltsstreit auf einen Kompromiss mit der EU geeinigt hat. Damit ist der Streit zwischen der populistischen Regierung in Rom und der EU-Kommission über das Haushaltsdefizit des Landes beigelegt, der seit Monaten die Finanzmärkte in Unruhe versetzt hatte. Die Vereinbarung würde es Italien ermöglichen, ein EU-Disziplinarverfahren vorerst zu vermeiden.

Mit dieser Entwicklung stellte die Börse in Mailand mit einem Plus von 1,6 Prozent den größten Gewinner in Europa. Mit den Renditen ging es am italienischen Anleihemarkt deutlich nach unten. Die Rendite für zweijährige Staatsanleihen gab auf 0,68 Prozent nach. Bei den zehnjährigen Titeln ging es auf 2,79 Prozent nach unten.

Der DAX verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 10.766 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent auf 3.051 Punkte nach oben. Der Euro legte im Tagesverlauf leicht auf 1,1425 Dollar zu.

US-Zinsentscheidung im Fokus

Im Fokus stand aber vor allem die Zinsentscheidung der US-Notenbank nach Handelsschluss in Europa. Die Unwägbarkeiten der geldpolitischen Entscheidung in den USA sind diesmal ungewöhnlich hoch. Selbst die lange als sicher geltende vierte Zinserhöhung scheint nicht mehr ausgemacht zu sein und die US-Währungshüter könnten angesichts der zuletzt gestiegenen Unsicherheiten und Konjunktursorgen auf eine Erhöhung verzichten.

Noch größer sind die Unsicherheiten mit Blick auf den Zinsausblick für 2019. Diesen dürfte die Fed angesichts von zuletzt taubenhafteren Tönen aus ihren Reihen und auch von Fed-Chef Jerome Powell selbst senken. Noch geht die US-Notenbank in ihren Projektionen von drei Erhöhungen im kommenden Jahr aus, am Markt wird in der Zwischenzeit aber überhaupt keine Zinserhöhung mehr ernsthaft eingepreist - unter anderem weil sich die Konjunkturaussichten eingetrübt haben.

Post-Aktie geht im FedEx-Sog unter

Am Konjunkturhimmel verdunkelten sich derweil die Wolken weiter. Die japanischen Exportzahlen für November sind deutlich unter den Erwartungen geblieben. Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, fürchtet eine deutlichere Abschwächung der deutschen Wirtschaft und damit möglicherweise erhöhte Risiken für die europäische Währungsunion. "Am meisten Sorgen macht mir Deutschland", sagte das Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank dem Handelsblatt

In den USA hat der Logistiker Federal Express den Ausblick gesenkt und dies mit dem sich abschwächenden Welthandel begründet. Die Fedex-Warnung geht an den Logistikunternehmen in Europa nicht spurlos vorbei. Allen voran verbilligte sich die Aktie der Deutschen Post um 4,2 Prozent. Royal Mail kamen um 2,4 Prozent zurück, Hapag-Lloyd verloren 3,1 Prozent und Moeller-Maersk in Kopenhagen 1,6 Prozent. Der Stoxx-Branchenindex Industrielle Güter und Dienstleistungen rangierte mit einem Minus von 0,4 Prozent am Ende des Tableaus.

Nach der Ankündigung, die Geschäfte mit Gesundheitsmitteln von Glaxosmithkline und Pfizer zusammenzulegen, machte die Glaxo-Aktie einen Sprung um 3,8 Prozent nach oben. Innerhalb von drei Jahren soll das Geschäft an die Londoner Börse gebracht werden. Die Einsparungen durch die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens beziffert Glaxosmithkline auf 500 Millionen Pfund jährlich bis 2022. Im Handel und bei Analysten stößt die Nachricht auf ein positives Echo. CMC merkte an, der Pharmasektor stehe in den kommenden Jahren vor enormen Herausforderungen, etwa wegen des zunehmenden Wettbewerbs und Margendrucks. Der Deal sei ein Schritt, sich für diese Entwicklungen zu rüsten.

Dividendenausfall bei Ceconomy hart abgestraft

Um 17,5 Prozent abwärts ging es für die Ceconomy-Aktie. Ein Händler sprach mit Verweis auf seinen Hausanalysten von einem "enttäuschenden" Ausblick. Das Unternehmen mit den Ketten Saturn und Media Markt hat leichte Rückgänge beim Gewinn in Aussicht gestellt und lässt die Dividende ausfallen. Für Freenet ging es um 1,8 Prozent nach unten. Das Unternehmen war im Sommer bei Ceconomy eingestiegen.

Im DAX erholten sich Fresenius um 4,2 Prozent. Die Analysten von Goldman Sachs haben die Aktie zum Kauf empfohlen, nachdem die Einstufung davor auf "Neutral" lautete.

Unter Druck standen die Kurse österreichischer Banken angesichts von Überlegungen in Rumänien, eine Steuer für Vermögenswerte von Banken einzuführen. Erste Group knickten um 6,7 Prozent ein, Raiffeisen um 4,6 Prozent.

An der Wiener Börse ging es für die Aktie von Kapsch Trafficcom steil nach oben, sie legte um 18,9 Prozent zu. Hintergrund ist die Nachricht, wonach das deutsch-österreichische Konsortium aus Kapsch Trafficcom und CTS Eventim in den nächsten zwölf bis 15 Jahren die geplante Pkw-Maut in Deutschland erheben soll. Der Auftrag hat für die Mindestlaufzeit von zwölf Jahren ein Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro. Die Aktien von CTS Eventim erhöhten sich um 4,3 Prozent.

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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung

. stand absolut in % seit

. Jahresbeginn

Europa Euro-Stoxx-50 3.051,38 +11,25 +0,4% -12,9%

. Stoxx-50 2.791,16 +4,76 +0,2% -12,2%

. Stoxx-600 341,52 +1,06 +0,3% -12,3%

Frankfurt XETRA-DAX 10.766,21 +25,32 +0,2% -16,7%

London FTSE-100 London 6.765,94 +64,35 +1,0% -12,8%

Paris CAC-40 Paris 4.777,45 +23,37 +0,5% -10,1%

Amsterdam AEX Amsterdam 495,99 +1,54 +0,3% -8,9%

Athen ATHEX-20 Athen 1.625,73 -18,39 -1,1% -22,0%

Brüssel BEL-20 Bruessel 3.326,84 +10,17 +0,3% -16,4%

Budapest BUX Budapest 39.966,19 +490,58 +1,2% +1,5%

Helsinki OMXH-25 Helsinki 3.801,01 +37,79 +1,0% -3,0%

Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 116.068,69 +1878,88 +1,6% -17,7%

Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 910,73 -8,47 -0,9% -11,1%

Lissabon PSI 20 Lissabon 4.702,63 +41,52 +0,9% -12,0%

Madrid IBEX-35 Madrid 8.769,10 +68,30 +0,8% -12,7%

Mailand FTSE-MIB Mailand 18.941,90 +297,05 +1,6% -14,7%

Moskau RTS Moskau 1.099,63 -6,42 -0,6% -4,8%

Oslo OBX Oslo 765,55 +9,23 +1,2% +3,1%

Prag PX Prag 1.008,11 -18,53 -1,8% -6,5%

Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.450,11 +2,32 +0,2% -8,0%

Warschau WIG-20 Warschau 2.342,81 +27,63 +1,2% -4,8%

Wien ATX Wien 2.827,36 -61,31 -2,1% -15,7%

Zürich SMI Zuerich 8.540,16 +11,89 +0,1% -9,0%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 0,24 0,00 -0,19

US-Zehnjahresrendite 2,82 0,00 0,41

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:27 Di, 17:30 % YTD

EUR/USD 1,1423 +0,47% 1,1394 1,1366 -4,9%

EUR/JPY 128,11 +0,18% 128,06 127,84 -5,3%

EUR/CHF 1,1331 +0,42% 1,1306 1,1282 -3,2%

EUR/GBP 0,9017 +0,33% 0,9001 0,8994 +1,4%

USD/JPY 112,15 -0,30% 112,40 112,50 -0,4%

GBP/USD 1,2668 +0,15% 1,2659 1,2636 -6,3%

Bitcoin

BTC/USD 3.808,51 +6,89% 3.701,01 3.529,89 -73,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 47,56 46,24 +2,9% 1,32 -17,7%

Brent/ICE 57,71 56,26 +2,6% 1,45 -8,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.255,45 1.249,30 +0,5% +6,15 -3,6%

Silber (Spot) 14,79 14,64 +1,0% +0,15 -12,7%

Platin (Spot) 796,60 793,50 +0,4% +3,10 -14,3%

Kupfer-Future 2,69 2,67 +1,1% +0,03 -19,7%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/ros

(END) Dow Jones Newswires

December 19, 2018 12:10 ET (17:10 GMT)

Nachrichten zu Deutsche Post AG

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16.07.2019Deutsche Post buyUBS AG
15.07.2019Deutsche Post buyDeutsche Bank AG
04.07.2019Deutsche Post Sector PerformRBC Capital Markets
28.06.2019Deutsche Post buyDeutsche Bank AG
26.06.2019Deutsche Post buyUBS AG
16.07.2019Deutsche Post buyUBS AG
15.07.2019Deutsche Post buyDeutsche Bank AG
28.06.2019Deutsche Post buyDeutsche Bank AG
26.06.2019Deutsche Post buyUBS AG
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04.07.2019Deutsche Post Sector PerformRBC Capital Markets
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10.05.2019Deutsche Post HaltenIndependent Research GmbH
10.05.2019Deutsche Post HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.05.2019Deutsche Post ReduceKepler Cheuvreux
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07.03.2019Deutsche Post ReduceKepler Cheuvreux
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05.09.2018Deutsche Post UnderperformCredit Suisse Group

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