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23.05.2019 12:45
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MÄRKTE EUROPA/DAX & Co stark unter Druck - Pfund fällt weiter

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FRANKFURT (Dow Jones) An den europäischen Aktienmärkten haben sich die Anfagsverluste am Donnerstag bis zum Mittag kräftig ausgeweitet. In der Spitze lag der DAX bereits 2 Prozent im Minus. Der sich hinziehende US-chinesische Handelskonflikt, der sich zunehmend zu einem Technologiekrieg entwickelt, lastet übergeordnet weiter auf den Börsen. In chinesischen Medien ist von einem "kalten Krieg über die Technologie" zu lesen.

Hinzu kommen schwache Konjunkturdaten. Zwar haben sich die Einkaufsmanagerindizes in Frankreich leicht verbessert, in Deutschland sind sie aber zurückgegangen. Der deutsche Industrie-Index liegt weiter deutlich im Kontraktionsbereich. Der Sammelindex für die Eurozone insgesamt hat derweil knapp die Prognose verfehlt, notiert aber weiter im Expansionsbereich.

Der ebenfalls schwächer als erwartet ausgefallene deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex unterstreicht nach Aussage von Thomas Altmann, Marktstratege bei QC-Partners, dass sich das wirtschaftliche Umfeld deutlich eingetrübt hat. Der Wert von 97,9 sei der niedrigste Stand seit Ende 2014. Einen Hoffnungsschimmer sehen Marktteilnehmer immerhin darin, dass die Erwartungskomponente stabil geblieben ist.

Der DAX liegt 1,8 Prozent zurück bei 11.950 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 handelt 1,7 Prozent niedriger bei 3.329. Bei den Einzelbewegungen am Berichtstag ist zu beachten, dass viele Aktien ex Dividende gehandelt werden. Dazu zählen bspw. Daimler, Commerzbank, Aareal Bank, Alstria Office, Bet-at-Home, Symrise und Uniper.

Deutsche Bank zum Tag der Hauptversammlung auf Rekordtief

Von der Hauptversammlung der Deutschen Bank ist zu hören, dass die angeschlagene Bank den Umbau weiter vorantreiben will. "Wir sind zu harten Einschnitten bereit", sagte Vorstandschef Christian Sewing. Sewing hatte bereits vor einem Jahr am Tag der Hauptversammlung als damals frischgebackener CEO tiefe Einschnitte vor allem im Investmentbanking angekündigt. Auch ein Stellenabbau wurde damals eingeleitet.

Bereits vor Start des Aktionärstreffens sackte der Kurs der Aktie der Deutschen Bank kurz auf ein Rekordtief von 6,35 Euro ab. Am Mittag liegt sie 2,7 Prozent zurück bei 6,44. "Für mich gibt es keinen Grund, warum man die Aktie kaufen sollte", sagte ein Händler am Morgen. Die Deutsche Bank biete sich jetzt offenbar schon als Junior-Partner an.

Pfeiffer Vacuum ist beim Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019 vorsichtiger geworden. Der Vakuumpumpenspezialist hat die Bandbreite von Umsatz und Gewinnmarge nach unten ausgeweitet. Die Aktie verliert 4,5 Prozent. Der Technologiesektor verliert europaweit 2,3 Prozent. Trotz der jüngsten Korrektur ist er seit Jahresbeginn um mehr als 20 Prozent gestiegen.

Leicht unter den Erwartungen liegen laut Marktteilnehmern die Zahlen von CTS Eventim. Das bereinigte operative Ergebnis des Ticketvermarkters und zukünftigen Mautgebühreneinziehers habe die Erwartungen um etwa 5 Prozent verfehlt, der Umsatz um etwa 2,5 Prozent. Der Kurs verliert 0,9 Prozent.

Casino Guichard ausgesetzt

Die Aktie der französischen Einzelhandelskette Casino Guichard ist nach kräftigen Verlusten vom Handel ausgesetzt worden. Vorausgegangen war die Suspendierung der Aktie der mit hohen Schulden kämpfenden Muttergesellschaft Rallye. Sie hatte sich am Mittwoch um gut 7 Prozent verbilligt und war auf ein Allzeittief gefallen. Casino lagen vor der Aussetzung am Donnerstag 6,4 Prozent im Minus. Der Börsenbetreiber Euronext Paris teilte mit, dass die Rallye-Aktie auf Wunsch des Unternehmens selbst vom Handel ausgesetzt worden sei im Vorfeld einer Pressemitteilung.

Vivendi geben um 4 Prozent nach. Am Markt wird auf Berichte verwiesen, nach denen Vivendi für die Universal Music Group (UMG) eher strategische Interessen im Blick habe als den Preis. "Das drückt angesichts der bisher kursierenden hohen Preisvorstellungen auf den Kurs", so ein Marktteilnehmer.

In London schnellt der Kurs des Dienstleisters Serco dagegen um über 8 Prozent nach oben. Damit quittiert der Markt die Übernahme eines Marinegeschäfts in den USA positiv.

Pfund fällt und fällt

Das britische Pfund ist angesichts des Brexit-Chaos weiter auf dem Weg nach unten. Die Analysten der ING geben als Ziel 1,25 Dollar aus. Es sehe so aus, als ob Premierministerin Theresa May in der kommenden Woche ihren Hut nehmen werde, nachdem sie weitere Unterstützung von Kabinettsmitgliedern verloren habe. "Was als nächstes kommt ist völlig ungewiss, aber am wahrscheinlichsten ist, dass der Markt im Sommer das zunehmende Risiko eines 'No-Deal-Brexit' einpreisen wird". Nach bereits 13 Tagen in Folge mit Kursverlusten gibt das Pfund weiter nach auf 1,2641 Dollar.

Der Euro ist angesichts der schwachen Konjunktursignale ebenfalls auf dem Weg nach unten. Mit 1,1136 liegt er nur knapp über dem Jahrestief bei 1,1111 Dollar.

Als zumindest potenzieller Belastungsfaktor für die Börsen und den Euro gilt die Europawahl. In den Niederlanden und ausgerechnet im ausstiegswilligen Großbritannien hat sie bereits begonnen. Laut den Analysten von Berenberg werden gemäß Meinungsumfragen fast 65 Prozent der Sitze an vier proeuropäische Gruppen gehen. Die Rechtspopulisten könnten etwa 25 Prozent erreichen, Linkspopulisten 10 Prozent. Weil die Populisten trotz einiger bedeutender Gewinne für die Rechten wahrscheinlich weit hinter der Mehrheit im Europäischen Parlament zurückbleiben werden, dürften sie laut Berenberg nicht in der Lage sein, ernsthafte Entscheidungen in der EU zu blockieren oder gar die Regeln der EU oder des Euro zu ändern.

Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.333,53 -1,57 -53,19 11,07

Stoxx-50 3.086,33 -1,00 -31,33 11,82

DAX 11.958,87 -1,72 -209,87 13,26

MDAX 25.199,80 -1,50 -382,66 16,73

TecDAX 2.852,03 -2,09 -61,02 16,40

SDAX 11.025,10 -1,77 -198,29 15,94

FTSE 7.233,73 -1,37 -100,46 9,01

CAC 5.294,46 -1,57 -84,51 11,92

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,11 -0,02 -0,35

US-Zehnjahresrendite 2,35 -0,03 -0,33

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:37 Mi, 17:01 % YTD

EUR/USD 1,1134 -0,16% 1,1147 1,1154 -2,9%

EUR/JPY 122,53 -0,44% 122,97 123,04 -2,6%

EUR/CHF 1,1231 -0,25% 1,1244 1,1254 -0,2%

EUR/GBP 0,8807 -0,03% 0,8827 0,8811 -2,1%

USD/JPY 110,06 -0,26% 110,31 110,31 +0,4%

GBP/USD 1,2642 -0,13% 1,2627 1,2659 -1,0%

Bitcoin

BTC/USD 7.591,25 -1,18% 7.613,75 7.871,75 +104,1%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 60,39 61,42 -1,7% -1,03 +27,7%

Brent/ICE 69,78 70,99 -1,7% -1,21 +26,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.276,81 1.273,62 +0,3% +3,19 -0,5%

Silber (Spot) 14,48 14,46 +0,1% +0,02 -6,6%

Platin (Spot) 798,47 804,00 -0,7% -5,53 +0,3%

Kupfer-Future 2,66 2,68 -0,7% -0,02 +0,8%

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/gos

(END) Dow Jones Newswires

May 23, 2019 06:46 ET (10:46 GMT)

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

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21.06.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
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12.06.2019Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
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24.05.2019Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
21.06.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
20.06.2019Deutsche Bank SellUBS AG
17.06.2019Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
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