05.10.2021 15:53

MÄRKTE EUROPA/DAX etwas erholt - aber Ölpreis steigt und steigt

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Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Aufatmen am deutschen Aktienmarkt: Nachdem die 15.000er Marke am Vormittag einer weiteren Attacke standgehalten hat, ziehen die Kurse im Verlauf etwas an. Der DAX steigt um 0,4 Prozent auf 15.099 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 1,0 Prozent auf 4.036 Punkte. Gefragt sind vor allem die Aktien der Banken und die zuletzt stark zurückgekommenen Technologiewerte, deren Branchenindizes zwischen knapp 1,5 und gut 2 Prozent im Plus stehen. Im DAX werden die Gewinner von Hellofresh und von Infineon angeführt. Übergeordnet bleiben die Marktteilnehmer aber vielfach vorsichtig, auch weil der Ölpreis auf den höchsten Stand seit sieben Jahren steigt.

"Das schwarze Gold heizt die jüngsten Preissteigerungen an", sagt Christian Henke von IG Markets. Eine baldige Zinserhöhung werde zunehmend wahrscheinlicher. "Die steigende Inflation schürt die Ängste vor einem baldigen Eingreifen der US-Notenbank", so der Marktanalyst.

Demgegenüber machen die Konjunkturindikatoren den Anlegern Hoffnung. So ist der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich in Deutschland weniger stark zurückgegangen als zunächst errechnet, und der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau ist im August im Jahresvergleich um 48 Prozent nach oben geschnellt.

Das dämpft etwas die Sorgen, die Wirtschaft habe ihre Wachstumsspitze überschritten. Allerdings können die vor allem im DAX wichtigen Auto-Aktien am Dienstag nicht mit dem Gesamtmarkt mithalten, ihr Branchenindex notiert lediglich gut behauptet. Hier drücken die Lieferkettenprobleme weiterhin auf die Produktion und die Umsatzerwartungen.

Die Banken profitieren laut Händlern von einer Branchenstudie von JP Morgan, die ein Kurspotenzial von 15 Prozent aufzeige. Credit Agricole steigen um 4,3 Prozent, BBVA um 4,1 Prozent, Unicredit um 3 Prozent und Deutsche Bank um 1,4 Prozent.

Infineon blickt optimistisch in die Zukunft

Gut kommt der Ausblick von Infineon an, für den Wert geht es um 3,1 Prozent nach oben. Die Münchener rechnen für das gerade begonnene Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Wachstum im Bereich von 15 Prozent und einer auf etwa 20 Prozent steigenden Marge über die Geschäftssegmente hinweg. Das erwartete Umsatzwachstum im "mittleren" Zehn-Prozent-Bereich sei stark und spreche für Vollauslastung, heißt es an der Börse. Der Marktkonsens habe nur um 12 Prozent gelegen. Dazu sei die Erwartung einer Segmentergebnismarge von 19 Prozent ebenfalls sehr gut. Gleichzeitig seien die Investitionsankündigungen nicht zu hoch und damit beruhigend für den Finanzmarkt.

Online zurück in der Spur

Hellofresh gewinnen 4,1 Prozent. Berenberg hat die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Euro bekräftigt.

Auch andere Online-Aktien liegen nun wieder auf Erholungskurs. Zalando steigen um 1,4 Prozent, Delivery Hero um 0,5 Prozent. Shop Apotheke steigen nach ersten Aussagen zum abgelaufenen Quartal um 8,4 Prozent, Home24 um 3,5 Prozent und Westwing um 2,1 Prozent. Zur Rose ziehen um 6,1 Prozent an.

EDF unter Strom - Astrazeneca mit dem Markt im Plus

Die Aktien des Energieversorgers EdF (Electricite de France) gewinnen 3,4 Prozent. Im Gegensatz zu anderen Versorgern wird der Atomstrom-Konzern als Gewinner des Energiepreisanstiegs gesehen. Zudem verbessere sich damit auch seine politische Positionierung angesichts der Neustrukturierung des europäischen Energiemarktes. Von der UBS heißt es dazu, man glaube, dass EdF dem Makro-Gegenwind besser widerstehen könne als Vergleichsunternehmen und sich dies in der Berichtssaison zeigen werde.

Keinen großen Kursschwung für Astrazeneca gibt bisher die Meldung, der Pharma-Riese habe bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für die Covid-19-Prophylaxe "AZD7442" beantragt. Damit solle eine Covid-Infektion verhindert werden. "Analysten sind da etwas skeptisch, ob das von den Patienten angenommen wird", meint ein Händler. Der Unterschied oder Mehrwert gegenüber einer Impfung springe nicht sofort ins Auge. Die Aktien legen 0,3 Prozent zu.

Grenke und Compleo brechen ein

Für die Grenke-Aktie geht es dagegen um 8,3 Prozent nach unten. Der Leasinganbieter kann seine Prognose für das Neugeschäft im laufenden Jahr nicht halten. Wie das Unternehmen am Vorabend mitteilte, hat das Leasinggeschäft unter globalen Lieferengpässen gelitten, insbesondere bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik. Den Gewinnausblick für das Gesamtjahr bestätigte Grenke gleichwohl. Der Konzern rechnet beim Leasingneugeschäft im Gesamtjahr nun mit 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro. Bislang waren es 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro.

Einen Kurseinbruch um 15 Prozent verzeichnen Compleo Charging Solutions. Der Hersteller von Ladegeräten für E-Fahrzeuge hat überraschend die Gewinn- und Umsatzprognose für das ganze Jahr gesenkt. Das Unternehmen führt zahlreiche Gründe dafür an, unter anderem den Chipmangel.

Süss Micro wiederum können sich um knapp 8 Prozent erholen. Der Technologiekonzern hat den Auftragseingang im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal um 40 Prozent gesteigert. Die Ertrags- und Umsatzziele für das Geschäftsjahr hat das Unternehmen bekräftigt.

Tesco notieren 0,3 Prozent im Plus. Der britische Einzelhändler steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe einer Einigung mit den Aktionären in einem Streit, der seit einem Bilanzskandal im Jahr 2014 schwelt. Das berichtet Sky News. Tesco wird demnach wahrscheinlich mehr als 100 Millionen Pfund an eine Gruppe institutioneller Aktionäre zahlen. Sky News berichtet, dass Quellen aus der Branche glauben, dass die größte Partei des Vergleichs der norwegische Staatsfonds sein wird.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 4.035,66 +1,0% 39,25 +13,6%

Stoxx-50 3.497,34 +0,7% 25,21 +12,5%

DAX 15.099,26 +0,4% 62,71 +10,1%

MDAX 33.850,77 +0,1% 20,60 +9,9%

TecDAX 3.658,78 +1,0% 36,15 +13,9%

SDAX 16.129,66 +0,1% 20,85 +9,2%

FTSE 7.050,41 +0,6% 39,40 +8,5%

CAC 6.531,26 +0,8% 53,60 +17,7%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,21 +0,01 +0,37

US-Zehnjahresrendite 1,51 +0,03 +0,59

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:33 Uhr Mo, 17:25 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1591 -0,3% 1,1597 1,1619 -5,1%

EUR/JPY 129,10 +0,2% 128,94 128,88 +2,4%

EUR/CHF 1,0752 +0,1% 1,0743 1,0742 -0,5%

EUR/GBP 0,8513 -0,3% 0,8531 0,8541 -4,7%

USD/JPY 111,39 +0,4% 111,19 110,94 +7,8%

GBP/USD 1,3616 +0,0% 1,3592 1,3605 -0,4%

USD/CNH (Offshore) 6,4506 -0,0% 6,4544 6,4523 -0,8%

Bitcoin

BTC/USD 50.157,26 +2,5% 49.410,26 47.412,26 +72,7%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 79,02 77,62 +1,8% 1,40 +65,1%

Brent/ICE 82,40 81,26 +1,4% 1,14 +62,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.753,51 1.769,73 -0,9% -16,22 -7,6%

Silber (Spot) 22,49 22,68 -0,8% -0,19 -14,8%

Platin (Spot) 954,10 970,43 -1,7% -16,33 -10,9%

Kupfer-Future 4,16 4,24 -1,8% -0,08 +18,1%

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DJG/hru/cln

(END) Dow Jones Newswires

October 05, 2021 09:54 ET (13:54 GMT)

Nachrichten zu Infineon AG

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26.11.2021Infineon BuyUBS AG
25.11.2021Infineon OverweightJP Morgan Chase & Co.
16.11.2021Infineon BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.11.2021Infineon KaufenDZ BANK
11.11.2021Infineon OutperformCredit Suisse Group
26.11.2021Infineon BuyUBS AG
25.11.2021Infineon OverweightJP Morgan Chase & Co.
16.11.2021Infineon BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.11.2021Infineon KaufenDZ BANK
11.11.2021Infineon OutperformCredit Suisse Group
11.11.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
10.11.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
08.10.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
06.10.2021Infineon HoldWarburg Research
06.10.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
04.03.2021Infineon UnderperformCredit Suisse Group
05.02.2021Infineon UnderperformCredit Suisse Group
03.02.2021Infineon UnderperformCredit Suisse Group
01.12.2020Infineon UnderperformCredit Suisse Group
10.11.2020Infineon UnderperformCredit Suisse Group

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