MÄRKTE EUROPA/DAX fällt auf 18.000 - Angst vor neuer Finanzkrise

14.06.24 18:13 Uhr

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FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen sind am Freitag unter erheblichem Abgabedruck geraten. Der Neuwahlschock in Frankreich belastete weiter - auch die Furcht vor einem Handelskrieg mit China. Die Unsicherheit der Wirtschafts- und Finanzpolitik einer rechten Regierung mit der Gefahr von Steuererhöhungen bis zu Verstaatlichungen in Frankreich seien groß, hieß es im Handel. Die Funktionsfähigkeit der EU könnte gefährdet sein wird befürchtet.

Der DAX verlor 1,4 Prozent auf 18.002 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab 2,0 Prozent auf 4.839 Stellen nach. An der französischen Börse brachen die Kurse mit Abschlägen von 2,7 Prozent ein. Der Euro fiel auf 1,0650 Dollar - Anleger traten den Weg in den "sicheren" US-Devisenhafen an. Am Anleihemarkt blieb es insgesamt ruhig, allerdings weitete sich die Zinsdifferenz zwischen deutschen und französischen Benchmarkanleihen aus.

Vermögensverwalter Thomas Altmann sprach mit Blick auf die Kombination aus Strafzoll-Diskussionen mit China und aus der Neuwahl in Frankreich gar von einer "toxischen Mischung".

Finanzminister Bruno Le Maire schließt Finanzkrise nicht aus

Im Bankensektor fielen die Kurse um 1,2 Prozent. In Paris gaben Societe Generale 3,6 Prozent nach oder BNP 2,7 Prozent - bei einer Krise am französischen Anleihemarkt wären diese besonders betroffen. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire schloss eine Finanzkrise in seinem Land nicht aus. Zum Bankensektor hieß es außerdem im Handel, mit rechten Regierungen sei eine Kapitalmarkt- und Bankenunion schwer durchsetzbar. Im DAX fielen Commerzbank sogar um 4,4 Prozent.

Mit der Sorge vor einem Wahlsieg von Marine Le Pen bei den französischen Neuwahlen begründeten Marktteilnehmer auch den deutlichen Rückgang der Rüstungsaktien in Europa. "Mit den Rechten in Frankreich sind die angedachten Kooperationen in der Rüstungsindustrie nicht zu machen", so ein Marktteilnehmer. Rheinmetall verloren 5,3 Prozent, Thales 6,7 Prozent oder Hensoldt 2,9 Prozent.

Autoaktien fielen im Schnitt um 2,1 Prozent. Neben der insgesamt gestiegenen Risikoaversion an den Finanzmärkten drückte auf den Sektor auch die Sorge vor einer Eskalation des Handelsstreits mit China. Gerade für deutsche Automobilhersteller wäre dies negativ. VW fielen 1,2 Prozent, BMW 1,5 Prozent oder Continental 6,3 Prozent.

Französische Regierung bietet für Teile von Atos

Die abgestürzte Atos-Aktie machte aber einen Satz um fast 15 Prozent. Der französische IT-Konzern hat von der französischen Regierung ein unverbindliches Angebot über 700 Millionen Euro für die Übernahme eines Teils seiner Geschäfte erhalten. Atos arbeitet derzeit an der Sanierung ihrer Finanzen und hat ein Rettungsangebot eines Konsortiums um den Hauptaktionär Onepoint angenommen. Die geplante finanzielle Umstrukturierung soll bis Juli umgesetzt werden.

Tesco legten um 2,6 Prozent zu nach Geschäftszahlen. Der britische Einzelhändler habe ein "ermutigendes" erstes Quartal vorgelegt, vor allem der Umsatz auf vergleichbarer Basis in Großbritannien sei besser als erwartet, kommentierten die Analysten von Citi. Er sei um 4,6 Prozent gestiegen. Der Ausblick sei wie erwartet bestätigt worden. Die Analysten sehen weiter einen "Kauf" der Aktie, weil sie nur ein 2025er KGV von 11 aufweise und zudem eine Dividendenrendite von 5 Prozent.

Gegen den schwachen Gesamtmarkt behaupteten sich Kontron mit einem Plus von 0,6 Prozent. Hier stützte ein kleines Aktienrückkaufprogramm über 10 Millionen Euro. Bis Ende Dezember sollen 434.000 eigene Aktien für höchstens 23 Euro das Stück gekauft werden. Zu Börsenschluss notierten die Titel aber nur bei 20,26 Euro. Infineon konnten sich der Malaise am Gesamtmarkt indes nicht entziehen und verbilligten sich um 3,8 Prozent.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung

stand absolut in % seit

Jahresbeginn*

Euro-Stoxx-50 4.839,14 -96,36 -2,0% +7,0%

Stoxx-50 4.475,21 -30,88 -0,7% +9,3%

Stoxx-600 511,05 -4,99 -1,0% +6,7%

XETRA-DAX 18.002,02 -263,66 -1,4% +7,5%

FTSE-100 London 8.146,86 -16,81 -0,2% +5,6%

CAC-40 Paris 7.503,27 -204,75 -2,7% -0,5%

AEX Amsterdam 918,72 -5,89 -0,6% +16,8%

ATHEX-20 Athen 3.411,35 -85,73 -2,5% +9,2%

BEL-20 Brüssel 3.833,37 -35,40 -0,9% +3,4%

BUX Budapest 69.536,56 -486,41 -0,7% +14,7%

OMXH-25 Helsinki 4.502,77 -65,86 -1,4% +2,0%

ISE NAT. 30 Istanbul 11.412,51 +93,43 +0,8% +42,3%

OMXC-20 Kopenhagen 2.873,15 +9,69 +0,3% +25,8%

PSI 20 Lissabon 6.565,74 -27,51 -0,4% +2,2%

IBEX-35 Madrid 10.992,30 -73,80 -0,7% +8,8%

FTSE-MIB Mailand 32.665,21 -944,64 -2,8% +10,7%

OBX Oslo 1.298,51 -10,87 -0,8% +8,8%

PX Prag 1.516,67 -14,41 -0,9% +7,3%

OMXS-30 Stockholm 2.561,60 -25,51 -1,0% +6,8%

WIG-20 Warschau 2.413,73 +12,10 +0,5% +3,0%

ATX Wien 3.534,45 -69,45 -1,9% +4,9%

SMI Zürich 12.044,59 -51,40 -0,4% +8,1%

*bezogen auf Schlusskurs vom Vortag

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 2,36 -0,11 -0,21

US-Zehnjahresrendite 4,22 -0,03 +0,34

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:19 Do, 17:31 % YTD

EUR/USD 1,0697 -0,4% 1,0731 1,0762 -3,2%

EUR/JPY 168,27 -0,2% 169,73 168,84 +8,1%

EUR/CHF 0,9529 -0,7% 0,9598 0,9624 +2,7%

EUR/GBP 0,8435 +0,2% 0,8422 0,8433 -2,8%

USD/JPY 157,31 +0,2% 158,17 156,89 +11,7%

GBP/USD 1,2681 -0,6% 1,2741 1,2761 -0,3%

USD/CNH (Offshore) 7,2732 +0,0% 7,2711 7,2674 +2,1%

Bitcoin

BTC/USD 66.016,86 -1,4% 67.053,15 66.901,94 +51,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 78,60 78,62 -0,0% -0,02 +8,4%

Brent/ICE 82,76 82,75 +0,0% +0,01 +8,6%

GAS VT-Settlem. +/- EUR

Dutch TTF 35,5 35,80 -0,8% -0,30 +11,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 2.330,24 2.301,50 +1,2% +28,74 +13,0%

Silber (Spot) 29,42 29,03 +1,4% +0,40 +23,8%

Platin (Spot) 958,30 951,50 +0,7% +6,80 -3,4%

Kupfer-Future 4,49 4,48 +0,3% +0,01 +14,4%

YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

June 14, 2024 12:14 ET (16:14 GMT)

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11.07.2024Rheinmetall OverweightJP Morgan Chase & Co.
21.06.2024Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
13.06.2024Rheinmetall BuyGoldman Sachs Group Inc.
21.05.2024Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
15.05.2024Rheinmetall BuyHauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG
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12.07.2024Rheinmetall HoldDeutsche Bank AG
16.05.2024Rheinmetall HoldWarburg Research
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15.05.2024Rheinmetall HoldDeutsche Bank AG
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