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19.03.2019 16:13
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MÄRKTE Europa/DAX über 200-Tage-Linie - "Anleger zu pessimistisch"

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Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--"Immer weiter nach oben" - so das Motto am Dienstagnachmittag an den europäischen Aktienmärkten. Der DAX steigt um 1,1 Prozent auf 11.782 Punkte und steht erstmals seit Ende Juli wieder über der 200-Tage-Linie. Dem SMI in der Schweiz fehlten zeitweise nur 0,3 Prozent bis zum Allzeit-Hoch, und der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,6 Prozent auf 3.409 Punkte.

Ein Händler sieht die Anleger zunehmend unter Anlagezwang. Der Kursanstieg von mehr als 10 Prozent im DAX seit Jahresbeginn sei an vielen Investoren vollkommen vorbeigezogen. Diese Gruppe habe auf eine Korrektur an den Börsen gesetzt, die bislang allerdings ausgeblieben sei. Damit nehme der Anlagedruck ständig zu.

Bei Bank of America-Merrill Lynch heißt es nach der neuen Fondsmanager-Umfrage, diese hätten die Aktien-Gewichtung zuletzt sogar noch weiter zurückgefahren. Das sei bemerkenswert, da zunehmend mehr Umfrage-Teilnehmer wieder mit steigenden Unternehmensgewinnen und einem anziehenden Wachstum rechneten. Übergewichtet seien sie aber nur Aktien, die von fallenden Zinsen profitierten. Zyklische Aktien seien sie untergewichtet, Banken sein so stark untergewichtet wie seit September 2016 nicht mehr.

Autobauer auf der Überholspur

Die neue ZEW-Umfrage zeigt ebenfalls, dass sich die Konjunkturerwartungen bereits erholen. Ganz vorne auf der Kaufliste stehen deshalb die konjunkturabhängigen Autotitel. Ihr Branchenindex steigt um 2,3 Prozent.

Für Fiat Chrysler geht es an der Mailänder Börse um 5 Prozent nach oben. Hintergrund sind wieder auflebende Spekulationen über einen Deal mit Peugeot. Robert Peugeot, der Chef der Familienholding FFP, hat in einem Interview erklärt, er stehe möglichen Akquisitionen von Peugeot grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Peugeot-CEO Carlos Tavares hatte in der Vergangenheit Interesse an einem Deal geäußert, um die außereuropäischen Aktivitäten des Autokonzerns voranzutreiben. Evercore hat als mögliche Ziele Fiat Chrysler, GM und Jaguar genannt. Peugeot gewinnen 2,0 Prozent.

Am deutschen Markt ziehen Daimler um 3,9 Prozent an, VW um 2,1 Prozent und BMW um 2,3 Prozent. Die Analysten von Evercore erwarten, dass BMW und Daimler durch ihre Zusammenarbeit im Bereich Elektroautos 7 Milliarden Euro sparen.

VW baut die digitale Entwicklung in China aus. Die Aktie profitiert nach Angaben aus dem Handel aber vor allem von Aktienkäufen durch VW-CEO Herbert Diess. Solche werden typischerweise von den Anlegern als Vertrauensbeweis in das eigene Unternehmen gewertet. Diess hat VW-Aktien im Volumen von insgesamt rund 2,1 Millionen Euro erworben.

Porsche steigen nach ihren Geschäftszahlen um 4,1 Prozent. "Porsche schwimmt im Geld", heißt es von einem Teilnehmer. Zum einen steige deshalb die Dividende kräftig auf 2,21 Euro, erwartet worden seien unter 2 Euro. Zudem kaufe Porsche Anteile an VW dazu und baue so seinen Einfluss auf die VW-Strategie aus. "Weitere deutliche Kursgewinne sollten nicht überraschend", so der Marktteilnehmer.

Gefragt sind auch Rohstoffwerte mit einem Plus von 1,5 Prozent. Hier legen vor allem Minenaktien zu, weiter gestützt von Sorgen vor Kapazitätsengpässen mit den sich ausweitenden Problemen von Vale. Rio Tinto steigen um 1 Prozent und Glencore um 2,3 Prozent.

Gewinnmitnahmen in Deutsche Bank und Commerzbank

Zu kleineren Gewinnmitnahmen kommt es bei den Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank. Zum Wochenauftakt waren die Aktien stark gestiegen, nachdem die Banken die Aufnahme von Fusionsgesprächen angekündigt hatten. Nun kommen Deutsche Bank um 1,5 Prozent zurück und Commerzbank um 2,6 Prozent.

Im Handel ist die Skepsis groß, ob eine mögliche Fusion beider Institute tatsächlich gelingen kann. Die damit verbundenen "Herausforderungen" seien immens und die Gefahr, dass der Deal scheitere, groß. Und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem beide Banken noch vollauf mit ihren eigenen hausgemachten Problemen beschäftigt seien, heißt es.

Start der 5G-Auktion noch kein Thema für Telekomaktien

Der Versteigerungsbeginn für die neuen deutschen 5G-Frequenzen beeinflusst die betroffenen Aktien bisher kaum. Mit einem Plus von 0,6 Prozent steigen Deutsche Telekom zwar etwas weniger als der DAX. Im TecDAX ziehen 1&1 Drillisch aber um 2,4 Prozent an und United Internet um 2,6 Prozent, mit Telefonica Deutschland geht es um 0,1 Prozent nach unten. Vodafone steigen in London um 1,3 Prozent.

Wie die Erfahrung früherer Auktionen zeigt, kann sich diese über Wochen hinziehen. Entscheidend ist letztlich, wieviel Geld die Telekombetreiber für die Frequenzen zahlen. Legendär ist die UMTS-Auktion aus dem Jahr 2000, die 50 Milliarden Euro in die Kassen des deutschen Fiskus gespült hatte. Eine Investition, die sich für die Unternehmen nie rechnete.

Fraport ziehen um 0,5 Prozent an. Die Geschäftszahlen seien leicht über den Erwartungen ausgefallen, heißt es im Handel. Erfreulich sei auch die Dividende, die mit 2 Euro je Anteilsschein klar über der Marktschätzung von 1,77 Euro liegt. Allerdings scheinen sich einige Anleger am Ausblick zu stören.

Nach Bekanntgabe der endgültigen Geschäftszahlen geben Wacker Chemie um 0,6 Prozent nach. Neu war lediglich die Dividendenankündigung von 2,50 Euro. Im TecDAX profitieren Bechtle mit einem Plus von 4,9 Prozent von Kurszielerhöhungen. RIB Software steigen mit einem Auftrag aus Skandinavien um 3,7 Prozent. Im SDAX schießen Washtec um fast 15 Prozent in die Höhe, Händler sprechen von einem guten Ausblick des Waschstraßenherstellers. Deutz steigen mit einer Kaufempfehlung um knapp 10 Prozent.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.409,00 0,62 21,06 13,58

Stoxx-50 3.138,49 0,50 15,46 13,71

DAX 11.781,91 1,07 124,85 11,58

MDAX 25.371,30 0,60 151,07 17,52

TecDAX 2.693,59 1,17 31,16 9,93

SDAX 11.053,50 1,28 139,68 16,24

FTSE 7.331,42 0,44 32,23 8,49

CAC 5.423,42 0,20 10,59 14,64

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 0,11 0,02 -0,13

US-Zehnjahresrendite 2,61 0,01 -0,07

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:26 Uhr Mo 17.34 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1350 +0,14% 1,1348 1,1334 -1,0%

EUR/JPY 126,42 +0,12% 126,25 126,17 +0,5%

EUR/CHF 1,1343 -0,07% 1,1349 1,1342 +0,8%

EUR/GBP 0,8558 -0,01% 0,8553 0,8567 -4,9%

USD/JPY 111,39 -0,01% 111,24 111,31 +1,6%

GBP/USD 1,3262 +0,14% 1,3275 1,3230 +3,9%

Bitcoin

BTC/USD 3.974,00 +0,04% 3.962,55 3.965,90 +6,9%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 58,82 59,09 -0,5% -0,27 +27,7%

Brent/ICE 67,41 67,54 -0,2% -0,13 +23,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.307,74 1.303,45 +0,3% +4,30 +2,0%

Silber (Spot) 15,39 15,34 +0,3% +0,05 -0,7%

Platin (Spot) 847,72 833,50 +1,7% +14,22 +6,4%

Kupfer-Future 2,93 2,91 +0,7% +0,02 +11,1%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

(END) Dow Jones Newswires

March 19, 2019 11:14 ET (15:14 GMT)

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18.04.2019Commerzbank overweightJP Morgan Chase & Co.
11.04.2019Commerzbank ReduceKepler Cheuvreux
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18.03.2019Commerzbank kaufenDZ BANK
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