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16.01.2019 16:05
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MÄRKTE EUROPA/Der abwartende Handel setzt sich fort

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FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen drehen am Mittwochnachmittag leicht ins Plus bei einem insgesamt abwartenden Geschäft. Auch wenn das Geschehen in Großbritannien häufig als Chaos tituliert wird, hält es sich doch an das Drehbuch. Wie erwartet hat die britische Premierministerin Theresa May eine Absage für das von ihr ausgehandelte Austrittsabkommen mit Brüssel eingefahren. Die Niederlage ist allerdings deftiger ausgefallen als erwartet. Dies hat allerdings aus der Sicht der Börse auch sein Gutes - denn die meisten Analysten halten nun einen harten Brexit Ende März für noch unwahrscheinlicher als vor der Abstimmung.

Der DAX gewinnt 0,4 Prozent auf 10.939, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,3 Prozent auf 3.078 nach oben. Nach der Brexit-Abstimmung ist vor der Vertrauensfrage, die Oppositionsführer Jeremy Corbyn gestellt hat. Die Abstimmung ist für den Abend gegen 20.00 Uhr deutscher Zeit geplant. Beobachter schätzen die Erfolgsaussichten des Misstrauensvotums als äußerst gering ein. Die britische Regierung muss nun in den kommenden Tagen einen Alternativvorschlag vorlegen, dem Analysten indes ebenfalls kaum Chancen auf eine parlamentarische Mehrheit einräumen. Es mehren sich die Stimmen, die von einer Verschiebung des Brexit-Austrittsdatums Ende März ausgehen.

Neben der britischen Regierung um Premierministerin May muss sich auch die griechische Regierung um Ministerpräsident Alexis Tsipras einem Misstrauensvotum stellen. Dieses ist für den späten Abend angesetzt. Grund der Vertrauensabstimmung ist das Abkommen mit Mazedonien im Namensstreit.

Santander mit Orcel-Kehrtwende

Während der Bankensektor in Europa mit Aufschlägen von 2,1 Prozent die Gewinnerliste anführt, bleiben Santander mit einem Plus von 0,3 Prozent deutlich zurück. Die Entscheidung der Bank, Andrea Orcel nun doch nicht zum neuen Konzernchef zu benennen, kommt bei den Anlegern nicht gut an. Die Bank hat die Entscheidung mit den damit verbundenen hohen Kosten begründet. Wie Jefferies anmerkt, könnte die Kehrtwende eine geringere Bereitschaft der Bank zu einem Strategiewechsel indizieren. Im Amt bleibt der alte CEO Jose Antonio Alvarez.

Für Pearson geht es nach Bekanntgabe von Quartalszahlen um 6 Prozent nach unten. Vor allem die Entwicklung auf dem wichtigen US-Markt enttäuscht die Anleger. Die Citigroup merkt an, das die Zahlen zwar einen Tick über den Schätzungen ausgefallen seien, allerdings hätten sich hier vor allem Kosteneinsparungen bemerkbar gemacht. Auch operativ hätten die Zahlen nicht überzeugt.

Am europäischen Logistikmarkt bahnt sich eine große Übernahme an. Die dänische DSV will die schweizerische Panalpina für 170 Schweizer Franken übernehmen. Das Unternehmen wird in der Offerte mit knapp 4 Milliarden Franken bewertet. Die Aktien von Panalpina haussieren um 30,9 Prozent auf 179,30 Franken, die von DSV legen um 6,8 Prozent zu.

Negativer Newsflow bei Home24 dauert an

Der Online-Versandhändler Home24 hat im Schlussquartal und Gesamtjahr 2018 sein eigenes Erlösziel verfehlt, die Aktie taucht um 12,5 Prozent ab. Der Umsatz ist im vierten Quartal voraussichtlich um währungsbereinigt 18 bis 22 Prozent gewachsen. Das ist allerdings deutlich weniger, als das Unternehmen selbst zuletzt mit 25 bis 31 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Bereits im Juli 2018 hatte das Unternehmen mit der Rücknahme der Umsatzprognose für das zweite Quartal 2018 seine Aktionäre verschreckt.

Norcom ziehen dagegen stark an. Der Kurs gewinnt 12,5 Prozent. Norcom stellt ihr Daten-Analyse-Produkt DaSense derzeit in Detroit auf der Messe Automobili-D vor. Bisher ist Norcom mit DaSense nur auf dem deutschen Markt vertreten.

Am Devisenmarkt bleibt es ruhig. Auf das Abstimmungsergebnis im britischen Unterhaus hatte das Pfund mit Aufschlägen reagiert, notiert im Vergleich zum Zeitpunkt von vor dem Votum allerdings praktisch unverändert zum Dollar.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.078,05 0,33 10,00 2,55

Stoxx-50 2.837,08 0,24 6,76 2,79

DAX 10.938,79 0,43 47,00 3,60

MDAX 22.781,30 0,63 143,31 5,53

TecDAX 2.523,94 0,87 21,73 3,01

SDAX 10.098,97 0,70 70,23 6,20

FTSE 6.873,39 -0,31 -21,63 2,48

CAC 4.811,04 0,52 24,87 1,70

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 0,23 0,02 -0,01

US-Zehnjahresrendite 2,74 0,03 0,06

DEVISEN zuletzt +/- % Mi., 8.29 Uhr Di, 17.20 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1400 -0,06% 1,1405 1,1478 -0,6%

EUR/JPY 124,09 +0,07% 123,84 124,22 -1,3%

EUR/CHF 1,1290 +0,11% 1,1277 1,1257 +0,3%

EUR/GBP 0,8846 -0,30% 0,8866 0,8919 -1,7%

USD/JPY 108,84 +0,18% 108,46 108,22 -0,7%

GBP/USD 1,2888 +0,21% 1,2847 1,2865 +1,0%

Bitcoin

BTC/USD 3.624,62 +1,38% 3.599,41 3.664,25 -2,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 52,21 52,11 +0,2% 0,10 +15,0%

Brent/ICE 60,71 60,64 +0,1% 0,07 +12,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.293,00 1.289,49 +0,3% +3,51 +0,8%

Silber (Spot) 15,63 15,59 +0,3% +0,04 +0,9%

Platin (Spot) 805,00 799,00 +0,8% +6,00 +1,1%

Kupfer-Future 2,66 2,63 +1,1% +0,03 +1,2%

===

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt

(END) Dow Jones Newswires

January 16, 2019 10:05 ET (15:05 GMT)

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