11.08.2022 13:07

MÄRKTE EUROPA/Frühes Plus wird schnell für Verkäufe genutzt

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FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem dicken Plus an der Wall Street sind die europäischen Aktienmärkte zunächst mit Gewinnen in den Handel gestartet. Doch das gute Sentiment nach der leicht rückläufigen US-Inflation verflüchtigte sich schnell, Verkäufe setzten ein. So schmolzen die Gewinne in den Indizes schnell, sie dümpeln am Mittag auf wenig verändertem Niveau. Im Fokus steht aber erneut die Berichtssaison, die mit einer Unmenge an Daten wieder die Einzelunternehmen in den Mittelpunkt stellt. Der DAX sinkt um 0,1 Prozent auf 13.691 Zähler, der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,1 Prozent auf 3.752 Punkte.

Euphorie über US-Inflation lässt schon wieder nach

Die Euphorie vom Vortag über die schwächere US-Inflation hat schnell wieder nachgelassen. Schließlich zeigte sich in den Daten, dass große Kostentreiber wie Mieten und Gesundheitskosten weiter nach oben tendieren. Dazu hatte auch der massive Anstieg der Lohnstückkosten gezeigt, dass der Lohndruck die Inflation weiter treiben wird. Daher warnten am Abend auch die traditionell eher taubenhaften Fed-Zentralbanker Neel Kashkari und Charles Evans, die Juli-Inflationsdaten überzubewerten und hätten sich für weitere Zinserhöhungen ausgesprochen, heißt es bei der Commerzbank. Der Euro ist am Morgen wieder auf 1,032 Dollar zurückgefallen.

An Wall Street tendierte zum Handelsschluss eine Mehrheit von 57 Prozent der Marktteilnehmer dafür, dass es nun nur noch einen kleinen Zinsschritt von 50 Basispunkten (Bp) in der nächsten September-Sitzung geben wird. Etwas über 42 Prozent des Marktes gehen aber weiter von einem großen Zinsschritt mit 75 Bp aus.

Wichtigster Indikator für die Inflationsentwicklung sind nun die US-Erzeugerpreise am Nachmittag. Hier wird ein Anstieg von rund 10,4 Prozent zum Vorjahr erwartet.

Berichtssaison gibt nochmal Gas - Siemens und Telekom im Blick

Ein letztes Aufbäumen der Berichtssaison gibt zudem den Takt an. So legten unter anderem Deutsche Telekom, Siemens und Daimler Truck bei den Großunternehmen ihre Zahlen auf den Tisch. Dazu kommt eine Fülle von Nebenwerten.

Bei Siemens irritiert ein schwächer als erwartet ausgefallenes Ergebnis im Industriegeschäft. Mit der gesenkten Prognose für den Jahresgewinn hatten Analysten zwar tendenziell gerechnet, ihr Umfang ist jedoch höher ausgefallen. Gelobt wird aber der sehr starke Auftragseingang. Nach über 2 Prozent Minus zum Start reduziert die Aktie ihre Verluste auf 1,1 Prozent.

Bei Deutsche Telekom liegen die Zahlen über den Erwartungen. Da viele Marktteilnehmer die Aktie als Dividendenpapier hielten, stehe der freie Cashflow im Blick, der die Grundlage dafür sei. Dieser liege leicht über den Erwartungen, die Aktien legen 0,7 Prozent zu. Die Jahresprognose wurde bekräftigt.

Positiv werden auch die Zahlen von Daimler Truck gelesen. Das unbereinigte EBIT von Daimler Truck hat laut der Citigroup die Erwartungen um 32 Prozent übertroffen, doch habe dazu ein Einmaleffekt bei Mercedes-Benz von 200 Millionen Euro maßgeblich beigetragen. Das bereinigte EBIT liege 2 bzw. 4 Prozent über den Konsenserwartungen. Die Aktien verlieren um 1,3 Prozent vor.

RWE steigen um 0,4 Prozent. Die gestiegenen Energie- und Strompreise erhöhen zwar den Gewinn, der Umbau in Richtung Erneuerbare Energien zwingt aber auch zu höheren Investitionen. Eon steigen zwar mit 3,3 Prozent an die DAX-Spitze, erholen sich damit aber nur von gleich hohen Vortagsverlusten.

Versicherer und Nebenwerte überzeugen zumeist

Sehr gut kommen die Zahlen des niederländischen Versicherers Aegon an. Er hat die Jahresprognose erhöht, die Aktien springen um 9 Prozent nach oben.

Bei der schweizerischen Zurich Insurance sind die Daten dagegen durchwachsen ausgefallen. Ähnlich wie bei Münchener Rück (+0,5%) zu sehen war, hat auch Zurich die Kapitalmärkte falsch eingeschätzt, was das Ergebnis belastet. Die Aktien werden aber gestützt von einem neuen Aktienrückkaufprogramm über 1,8 Milliarden Franken und legen um 1,4 Prozent zu.

Bei Metro geht es um 2,0 Prozent höher. Unter dem Strich ist der Handelskonzern im vergangenen Quartal zwar in die roten Zahlen gerutscht, operativ wurde aber mehr verdient als erwartet. Hinter dem Stahlkonzern Salzgitter liegt ein Rekordhalbjahr, die Aktien steigen um 2,6 Prozent.

Ströer haussieren nach den Zahlen des Unternehmens um 9 Prozent. Die Erwartungen seien auf breiter Front geschlagen worden, heißt es. Dazu rechnet der Außenwerber mit einem Wachstum im dritten Quartal, während der Markt noch schrumpft.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.745,49 -0,1% -3,86 -12,9%

Stoxx-50 3.649,95 -0,2% -7,14 -4,4%

DAX 13.693,51 -0,1% -7,42 -13,8%

MDAX 27.911,90 +0,3% 93,62 -20,5%

TecDAX 3.180,03 +0,7% 23,25 -18,9%

SDAX 13.190,97 +0,6% 76,63 -19,6%

FTSE 7.486,45 -0,3% -20,66 +1,7%

CAC 6.511,32 -0,2% -12,12 -9,0%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 0,91 +0,03 +1,09

US-Zehnjahresrendite 2,77 -0,01 +1,26

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:10 Uhr Mi, 17.15 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0334 +0,3% 1,0286 1,0355 -9,1%

EUR/JPY 137,04 +0,1% 136,87 137,00 +4,7%

EUR/CHF 0,9726 +0,2% 0,9705 1,0637 -6,3%

EUR/GBP 0,8469 +0,5% 0,8431 0,8447 +0,8%

USD/JPY 132,62 -0,2% 133,08 132,29 +15,2%

GBP/USD 1,2201 -0,1% 1,2198 1,2259 -9,8%

USD/CNH (Offshore) 6,7368 +0,2% 6,7384 6,7167 +6,0%

Bitcoin

BTC/USD 24.516,56 +2,3% 24.606,79 23.972,65 -47,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 92,93 91,93 +1,1% 1,00 +29,9%

Brent/ICE 98,19 97,40 +0,8% 0,79 +31,8%

GAS VT-Schluss +/- EUR

Dutch TTF 212,00 207,03 +3,2% 6,63 +241,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.791,30 1.792,39 -0,1% -1,09 -2,1%

Silber (Spot) 20,55 20,57 -0,1% -0,02 -11,9%

Platin (Spot) 962,49 945,15 +1,8% +17,34 -0,8%

Kupfer-Future 3,68 3,65 +0,9% +0,03 -16,9%

YTD zu Vortagsschluss

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/raz

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