MÄRKTE EUROPA/Leichter - aber Grundoptimismus bleibt

08.05.26 13:33 Uhr

DOW JONES--Europas Börsen bleiben bis Freitagmittag unter Abgabedruck. Nach der Euphorie zur Wochenmitte wegen laufender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, kam es zuletzt erneut zu Kampfhandlungen. Die Märkte reagieren darauf mit einer gewissen Risikoscheu. Der DAX fällt um 0,9 Prozent auf 24.454 Punkte, der Euro-Stoxx-50 reduziert sich um 0,8 Prozent auf 5.923 Punkte. Der Ölpreis reagiert indes kaum: Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent geht wenig verändert bei knapp über 100 Dollar das Fass um.

Laut US-Präsident Donald Trump ist der Waffenstillstand mit dem Iran weiterhin in Kraft; er bezeichnete die jüngsten US-Angriffe auf das Land als "liebevollen Klaps". Der anhaltende Abverkauf von Rüstungsaktien spricht dafür, dass die Anleger weiterhin von einem baldigen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran ausgehen. Rheinmetall fallen mit 6,3 Prozent deutlich zurück und belasten als Schwergewicht auch den DAX. Leonardo geben um 2,1 Prozent nach oder BAE Systems um 0,8 Prozent.

Etwas unter geht der sonst im Fokus stehende monatliche US-Arbeitsmarkt-Bericht am Nachmittag. Die bereits vorgelegten Indikatoren wie der ISM-Index und andere deuten auf eine sehr robuste US-Wirtschaft mit starkem Preisanstieg hin. "Der Fokus liegt jedoch schonungslos auf den durchschnittlichen Stundenlöhnen - dem ultimativen Indikator für die künftige Inflation und die Zinspolitik der Fed", sagt Marktstratege Frank Sohlleder von ActivTrades. Erwartet werden für den April 55.000 neue Stellen und ein Anstieg der Stundenlöhne um 3,8 Prozent zum Vorjahr.

Gute Nachrichten gibt es zu den neuen US-Strafzöllen: Das US-Handelsgericht hat den globalen Zehn-Prozent-Zoll von US-Präsident Trump für unrechtmäßig erklärt. Die USA werden die Zölle auf europäische Autos und Lkw laut Trump zudem diese Woche nicht erhöhen. Die Frist läuft nun bis zum 4. Juli.

Auch die Berichtssaison läuft weiter. Commerzbank geben nach Zahlen 2,4 Prozent ab, allerdings fällt auch Europas Bankensektor um 1,4 Prozent zurück. Die Zahlen seien vom normalen Bankgeschäft bis zu den Zinseinnahmen besser gewesen, heißt es im Handel. Daher erhöht die Bank auch das Gewinnziel für 2026 auf "mindestens 3,4" nach "mehr als 3,2" Milliarden Euro.

Die Aktien von British-Airways-Mutter IAG fallen um 1,7 Prozent. Hier zeigen sich die Blessuren der Explosion bei den Treibstoffpreisen. Die Airline hat zwar ein starkes Quartal abgeschlossen, muss wegen der Kerosionkosten aber die Jahresprognose senken. Lufthansa geben um 2,8 Prozent nach, für Air France-KLM geht es um 3,1 Prozent nach unten.

In der zweiten Reihe warten Evonik mit durchwachsenen Zahlen auf. Der Umsatz lag leicht unter Erwartung, jedoch war die Profitabilität deutlich höher. Der Markt honoriert das mit 2,4 Prozent Plus.

Bei Getränkemaschinen-Hersteller Krones werden die Zahlen als ordentlich bezeichnet, die Aktien geben in dem negativen Gesamtmarkt um 1,3 Prozent ab. Die Aufträge legten im ersten Quartal um 5,3 Prozent zu, die EBITDA-Marge kletterte auf 10,8 nach 10,6 Prozent.

Als überraschend gut werten Händler die Zahlen von Bechtle. Das entkräftet Sorgen vor Investitionszurückhaltung auf Unternehmensseite, denn die Auftragslage ist nun auf einem Rekordniveau. Die Aktien klettern um 3,3 Prozent.

Dazu bewegen Umstufungen: So haben UBS Hellofresh die Kaufempfehlung entzogen, die Aktien notieren 3,3 Prozent tiefer. Bei Infineon geht es gegen den Markt um 1,4 Prozent nach oben, da Goldman Sachs das Kursziel deutlich erhöht hat. Suss Microtec verlieren 3,7 Prozent, nachdem die Deutsche Bank die Kaufempfehlung gestrichen hat.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 5.923,00 -0,8 -49,65 5.972,65 2,3

Stoxx-50 5.075,23 -0,8 -38,76 5.113,99 3,2

DAX 24.454,32 -0,9 -209,29 24.663,61 -0,2

MDAX 31.309,05 -0,8 -252,18 27.039,42 2,2

TecDAX 3.782,52 -0,4 -13,25 3.091,28 4,4

SDAX 18.578,98 -0,1 -9,22 13.062,07 8,2

FTSE 10.257,04 -0,2 -19,91 10.276,95 3,3

CAC 8.137,84 -0,8 -64,24 8.202,08 -0,2

SMI 13.089,83 -0,4 -45,60 13.135,43 -1,3

ATX 5.907,35 -0,6 -34,07 5.941,42 10,9

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 13:50

EUR/USD 1,1766 +0,4 0,0041 1,1725 1,1695

EUR/JPY 184,46 +0,3 0,4900 183,97 183,8300

EUR/CHF 0,9158 +0,1 0,0009 0,9149 0,9174

EUR/GBP 0,8645 -0,1 -0,0005 0,865 0,8636

USD/JPY 156,76 -0,1 -0,1500 156,91 157,1400

GBP/USD 1,3605 +0,4 0,0054 1,3551 1,3540

USD/CNY 6,8011 0,0 -0,0003 6,8014 6,8300

USD/CNH 6,8003 -0,1 -0,0076 6,8079 6,8278

AUS/USD 0,7233 +0,3 0,0024 0,7209 0,7176

Bitcoin/USD 80.270,41 +0,5 401,13 79.869,28 78.806,24

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 94,75 -0,1 -0,06 94,81

Brent/ICE 100,57 +0,5 0,51 100,06

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.723,28 +0,8 38,10 4.685,18

Silber 80,61 +2,7 2,14 78,48

Platin 2.047,30 +1,3 25,30 2.022,00

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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