30.11.2021 16:17

MÄRKTE EUROPA/Omikron-Nachrichtenlage sorgt für volatiles Geschäft

Folgen
Werbung

FRANKFURT (Dow Jones)--Leicht im Minus und damit deutlich erholt von den Tagestiefs zeigen sich Europas Börsen am Dienstagnachmittag. Rekordhohe Inflationsdaten und Zweifel an der Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen gegen die neue Omikron-Variante belasten die Stimmung. Dagegen kommt leichter Rückenwind von der Eröffnung der Wall Street, wo die Reaktion auf die Omikron-Nachrichtenlage nicht allzu harsch ausfällt. Der DAX liegt noch 0,4 Prozent zurück bei 15.217 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,4 Prozent auf 4.092 Punkte nach unten.

Stärker belastet hatten zunächst Aussagen des Moderna-Chefs, dass die Wirksamkeit bisheriger Impfstoffe gegen Omikron stark nachlasse. Dies sorgt für Unsicherheiten über eventuell erneute Lockdowns mit entsprechenden Folgen für die Konjunktur. Die unsichere Lage dürfte noch eine Woche bis zehn Tage anhalten, meint Kapitalmarktstratege Martin Lück von Blackrock.

Durchwachsene Konjunkturdaten kommen derweil aus den USA. Der wichtige Einkaufsmanagerindex Chicago ist im November auf 61,8 nach 68,4 Punkte im Vormonat gefallen, deutlich stärker as erwartet und auch der Index des Verbrauchervertrauens erreichte die Prognose nicht, wenn auch nur knapp. Gleichzeitig zeigen aber Einzelhandelsdaten einen historisch hohen Anstieg bei der Einkaufslaune der Amerikaner.

In den USA wird nun auf Reden von Notenbankchef Powell und US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats geblickt. Dabei geht es um die Auswirkungen der Pandemie. Der Dollar steht unter Druck, unter anderem weil wegen Omikron die eingeleiteten geldpolitischen Straffungen in den USA ausgepreist werden.

Inflation auf höchstem Stand seit 30 Jahren

In der EU explodiert derweil die Inflation weiter: Die Verbraucherpreise lagen zuletzt 4,9 Prozent über Vorjahr. Im Vormonat lag das Plus nur bei 4,1 Prozent. Die EZB stuft den Inflationsschub weiter als temporär ein, auch wenn es die größte Preisexplosion seit 30 Jahren und damit in der Geschichte der monetären Union ist.

Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank erwartet derweil ein anhaltendes Gewinnwachstum der Unternehmen im nächsten Jahr. Dies dürfte den DAX bis Jahresende 2022 auf bis zu 17.000 Punkte treiben. Die Auftragsbücher in der Industrie seien prall gefüllt und dazu dürfte der Autosektor vom Nachlassen der Lieferkettenprobleme profitieren. Von der Inflation erwartet die Bank, dass sie auf höherem Niveau verharrt.

Reiseaktien Hauptverlierer

Mit den vorherrschenden Impfstoff- und Wachstumssorgen fallen Öl- und Finanzwerte im Schnitt um bis zu 1,8 Prozent. Für Autoaktien geht es mittlerweile nur noch um 0,2 Prozent nach unten. Die Branche der Reise- und Touristikwerte ist mit 1,9 Prozent die schwächste in Europa.

Neue Reisebeschränkungen wegen Omikron dürften die Auslastung bei den Fluglinien drücken und die Winterflugpläne beeinträchtigen, heißt es von den Analysten der Citi. Für Air France geht es um 3,3 Prozent nach unten. Easyjet fallen um 1,2 Prozent. Schwach ausgefallene Geschäftszahlen seien hier schon eingepreist gewesen, heißt es von CMC.

Im DAX schießen Sartorius um 7 Prozent nach oben auf ein neues Allzeithoch. Anleger setzen darauf, dass die Testkapazitäten wegen der Omikron-Variante wieder hochgefahren werden müssen. Auch bei Synlab geht es weiter nach oben um knapp 3,6 Prozent.

Schneider Electric gewinnen gegen den Markt 3,3 Prozent. Die Analysten von Jefferies bezeichnen die ausgegebenen neuen Ziele des Industriekonzerns als "eindrucksvoll". Der Siemens-Konkurrent strebt bis 2024 ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 5 bis 8 Prozent an. Siemens fallen um 0,9 Prozent.

Inditex (-5,5%) hat einen Umbau an der Spitze mitgeteilt. Unter anderem verlässt der von Analysten geschätzte CEO das Unternehmen.

Adler Group (-19%) hat den Ausblick zwar bestätigt, ein neues Jahrestief der Aktie habe jedoch Stop-Loss-Verkäufe ausgelöst, heißt es. Für Verbio geht es nach einer Prognoserhöhung um 7Prozent nach oben.

Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 4.096,21 -0,3% -13,30 +15,3%

Stoxx-50 3.615,37 -0,3% -10,29 +16,3%

DAX 15.228,15 -0,3% -52,71 +11,0%

MDAX 34.158,22 +0,3% 106,18 +10,9%

TecDAX 3.892,96 +1,3% 50,03 +21,2%

SDAX 16.377,34 -0,1% -11,04 +10,9%

FTSE 7.091,42 -0,3% -18,53 +10,1%

CAC 6.756,38 -0,3% -19,87 +21,7%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,37 -0,05 +0,21

US-Zehnjahresrendite 1,42 -0,07 +0,51

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:11 Uhr Mo, 19:05 % YTD

EUR/USD 1,1373 +0,7% 1,1314 1,1272 -6,9%

EUR/JPY 128,07 -0,2% 128,10 128,20 +1,6%

EUR/CHF 1,0424 +0,0% 1,0426 1,0417 -3,6%

EUR/GBP 0,8510 +0,3% 0,8497 0,8471 -4,7%

USD/JPY 112,61 -0,9% 113,06 113,73 +9,0%

GBP/USD 1,3363 +0,4% 1,3323 1,3308 -2,2%

USD/CNH (Offshore) 6,3660 -0,3% 6,3750 6,3878 -2,1%

Bitcoin

BTC/USD 58.867,01 +1,3% 56.693,21 58.683,01 +102,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 67,90 69,95 -2,9% -2,05 +43,0%

Brent/ICE 70,90 73,44 -3,5% -2,54 +45,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.808,03 1.784,99 +1,3% +23,04 -4,7%

Silber (Spot) 23,29 22,93 +1,6% +0,36 -11,8%

Platin (Spot) 960,95 966,50 -0,6% -5,55 -10,2%

Kupfer-Future 4,33 4,34 -0,2% -0,01 +22,9%

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/gos

(END) Dow Jones Newswires

November 30, 2021 10:17 ET (15:17 GMT)

Nachrichten zu Siemens AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Siemens AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
19.01.2022Siemens BuyDeutsche Bank AG
19.01.2022Siemens OutperformCredit Suisse Group
19.01.2022Siemens OutperformRBC Capital Markets
19.01.2022Siemens BuyUBS AG
19.01.2022Siemens BuyGoldman Sachs Group Inc.
19.01.2022Siemens BuyDeutsche Bank AG
19.01.2022Siemens OutperformCredit Suisse Group
19.01.2022Siemens OutperformRBC Capital Markets
19.01.2022Siemens BuyUBS AG
19.01.2022Siemens BuyGoldman Sachs Group Inc.
17.01.2022Siemens Equal-weightMorgan Stanley
12.11.2021Siemens Equal-weightMorgan Stanley
09.08.2021Siemens Equal-weightMorgan Stanley
06.08.2021Siemens Equal WeightBarclays Capital
05.08.2021Siemens Equal WeightBarclays Capital
13.01.2022Siemens UnderweightBarclays Capital
05.01.2022Siemens UnderperformBernstein Research
13.12.2021Siemens UnderperformBernstein Research
07.12.2021Siemens UnderperformBernstein Research
15.11.2021Siemens UnderweightBarclays Capital

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Siemens AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

US-Börsen rutschen deutlich ab -- DAX geht tiefrot ins Wochenende -- Netflix enttäuscht mit Prognose -- Siemens Energy schockt mit Prognosesenkung -- CureVac, Google, Siltronic, Zalando im Fokus

Schlumberger übertrifft Erwartungen. Total zieht sich nach Militärputsch aus Myanmar zurück. ElringKlinger gibt Jobgarantie bis 2024 an Dettinger Standorten. Airbus kündigt im Streit mit Qatar Airways Vertrag für A321neo. AUTO1-Eigner prüfen koordinierten Aktien-Verkauf nach Kurserholung. secunet 2021 mit Umsatzsprung. Intel will Chip-Werke für 20 Milliarden Dollar in Ohio bauen.

Umfrage

Haben Sie Verständnis für Menschen, die gegen die Corona-Politik demonstrieren?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln