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20.05.2022 16:02

MÄRKTE EUROPA/Sehr fest - Kräftige Erholung am Verfalltag

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FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr fest zeigen sich Europas Aktienmärkte am Freitagnachmittag. Der DAX springt um 1,5 Prozent auf 14.093 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 1,3 Prozent auf 3.689 Zähler. Für Kauflaune sorgt die chinesische Notenbank (PBoC), die den Leitzins für Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren oder länger gesenkt hat. Die Senkung kam unerwartet und weckt die Hoffnung, der Zinserhöhungsdruck könnte weltweit bald wieder zuende gehen. Weil in China der Inflationsdruck nicht so stark ausgeprägt ist, haben die Geldpolitiker dort allerdings auch Spielraum für derlei konjunkturstützende Maßnahmen, während andernorts die Zinsen derzeit teils deutlich steigen.

In Europa zeigt sich dafür kein Potenzial: Die Erzeugerpreise (PPI) der deutschen Unternehmen sprangen um 33,5 Prozent zum Vorjahr. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Erhebungen 1949. Die steigenden PPIs zeigen sich erst mit Zeitverzögerung in den für Konsumenten erfahrbaren Verbraucherpreisen (CPI) und deuten damit auf eine weiter steigende Inflation.

Inflation erhöht auch den Margendruck auf Unternehmen, was derzeit besonders im US-Einzelhandelssektor mit einer Welle von Gewinnwarnungen offensichtlich wird. Nach Walmart und Target hat nun auch Ross Stores gewarnt. Ihre Aktien brechen um 20 Prozent ein und spiegeln erneut die Überraschung der Anleger.

Kleiner Verfall am Terminmarkt könnte für Vola sorgen

Weiter Einfluss auf die Kursfindung könnte auch der kleine Verfalltag am Terminmarkt haben. Am Mittag sind die Optionen auf die Indizes verfallen, am Abend stehen die auf Einzelwerte an. Mit dem kräftigen Kursplus könnte möglicherweise der DAX nur in einen für Optionen interessanten Bereich gezogen worden sein. Am Montag könnte die Erholung dann schon wieder in sich zusammenfallen, befürchten einige Händler.

Im DAX geht es quer durch alle Branchen nach oben: Gesucht sind vor allem konjunkturnahe Werte wie Siemens, die um 3,8 Prozent zulegen. Auch die Autobranche ist europaweit gesucht, VW und Mercedes legen je 1,5 Prozent zu, Porsche um 2,4 Prozent. Besonders profitieren aber die Aktien der Zulieferer. Bei Conti und Vitesco geht es bis zu 3,8 Prozent nach oben, bei Faurecia in Frankreich sogar um 4,3 Prozent. Selbst die Lieferdienste legen wieder zu, allen voran Hellofresh mit 5 Prozent.

Die Aktie der Deutschen Bank notiert nur optisch 0,7 Prozent im Minus, sie wird heute ex Dividende in Höhe von 0,20 Euro gehandelt.

Gesucht sind Metro mit 2,2 Prozent Plus. Hier stützt ein eventueller Verkauf des Indien-Geschäfts. Wie die Economic Times berichtet, sind mehrere Firmen an Metros Cash-und-Carry-Geschäft in Indien interessiert, das mit 1,5 bis 1,75 Milliarden US-Dollar bewertet werden könnte. Der kolportierte Transaktionspreis im Verhältnis zum Umsatz in Indien höre sich interessant an, heißt es im Handel.

Richemont enttäuscht und belastet Sektor

Für Überraschung sorgt ein Kurseinbruch von fast 14 Prozent bei Richemont im Luxussektor. "Die Rentabilität von Richemont für das Gesamtjahr war enttäuschend, aber die starke Nachfrage ist ermutigend", urteilt Jean-Philippe Bertschy von Vontobel. Die Margen aller Geschäftsbereiche lägen unter den Erwartungen, da die Ausgaben für Marketing und Kommunikation gestiegen seien.

Besonders enttäuschend waren das Online- und das "andere" Geschäft, zu dem Immobilien, Mode und Uhrenkomponenten gehörten. Das starke Umsatzwachstum in den Geschäftsbereichen Schmuck und Uhren sei jedoch ein Zeichen für die gute Nachfrage nach den Produkten der Gruppe. Auch Swatch fallen 3 Prozent.

Zurich Insurance Group (-0,5%) hat ihr Geschäft in Russland verkauft und steigt aus dem Markt aus. Wie die Schweizer mitteilten, sind die Käufer elf Mitglieder der Geschäftseinheit. Zurich Russland ist ein Schaden- und Unfallversicherer mit einem Anteil von rund 0,3 Prozent am russischen Nichtlebensversicherungsmarkt.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.689,18 +1,3% 48,63 -14,2%

Stoxx-50 3.591,03 +1,5% 51,34 -6,0%

DAX 14.092,56 +1,5% 210,26 -11,3%

MDAX 29.469,72 +1,5% 435,61 -16,1%

TecDAX 3.093,90 +1,6% 48,06 -21,1%

SDAX 13.313,69 +1,3% 168,25 -18,9%

FTSE 7.432,99 +1,8% 130,25 -1,1%

CAC 6.340,98 +1,1% 68,27 -11,4%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 0,96 +0,01 +1,14

US-Zehnjahresrendite 2,85 +0,00 +1,34

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:25 Uhr Do, 17:25 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0562 -0,2% 1,0582 1,0587 -7,1%

EUR/JPY 135,33 +0,0% 135,17 134,91 +3,4%

EUR/CHF 1,0291 +0,0% 1,0269 1,0296 -0,8%

EUR/GBP 0,8458 -0,3% 0,8482 0,8465 +0,7%

USD/JPY 128,10 +0,3% 127,91 127,43 +11,3%

GBP/USD 1,2488 +0,1% 1,2469 1,2507 -7,7%

USD/CNH (Offshore) 6,6986 -0,4% 6,6952 6,7209 +5,4%

Bitcoin

BTC/USD 30.312,11 +0,2% 30.083,11 30.133,37 -34,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 113,20 112,21 +0,9% 0,99 +54,3%

Brent/ICE 112,59 112,04 +0,5% 0,55 +48,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.835,50 1.841,94 -0,3% -6,45 +0,3%

Silber (Spot) 21,72 21,92 -0,9% -0,20 -6,8%

Platin (Spot) 962,60 964,90 -0,2% -2,30 -0,8%

Kupfer-Future 4,30 4,28 +0,4% +0,02 -3,4%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/cln

(END) Dow Jones Newswires

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23.05.2022Mercedes-Benz Group (ex Daimler) HoldJefferies & Company Inc.
19.05.2022Mercedes-Benz Group (ex Daimler) HoldJefferies & Company Inc.
27.04.2022Mercedes-Benz Group (ex Daimler) HoldJefferies & Company Inc.
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