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17.07.2019 16:06
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MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - Berichtssaison macht Kurse

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Börsen setzt sich auch am Nachmittag keine einheitliche Tendenz durch. Während Öl-Aktien, Banken und die Auto-Titel schwach im Markt liegen, ziehen die konjunkturunabhängigen Aktien der Hersteller antizyklischer Konsumgüter und von Nahrungsmitteln sowie die Versorger deutlich an. Sie profitieren von den weiter fallenden Renditen. Der DAX fällt um 0,2 Prozent auf 12.405 Punkte, der Euro-Stoxx-50 tritt mit 3.520 Punkten auf der Stelle. Für Impulse sorgt nun auch die anlaufende Berichtssaison zum zweiten Quartal.

Ausreißer nach unten sind die Ölaktien, deren Index 1,7 Prozent verliert. Laut US-Außenminister Mike Pompeo ist der Iran zu Gesprächen über sein Atomprogramm bereit, die Aussagen drückten am Vortag auf den Ölpreis. Auf der anderen Seite steigen Nestle mit der guten Nachfrage nach konjunkturunabhängigen Aktien um 1,9 Prozent auf den neuen Rekordkurs von 103,84 Franken.

Im DAX wird die Verliererseite von Fresenius Medical Care angeführt. Sie fallen um 3,7 Prozent, und im Sog geben Fresenius um 1,9 Prozent nach. Händler verweisen auf den geplanten Einstieg von CVS Health in das US-Heimdialyse-Geschäft. Für FMC mit seinem stationären Dialyse-Geschäft sei die Entwicklung negativ.

ASML auf Rekordkurs - Dialog stark und Ericsson schwach

Star des Tages sind ASML mit einem Plus von 5,8 Prozent, die Aktie markiert neue Rekorde. Der Nettogewinn fiel deutlich oberhalb des Konsenses aus. Ein Marktteilnehmer verweist zudem auf den Gewinn je Aktie, der mit 1,13 Euro klar über den erwarteten 0,95 Euro liegt.

Nach oben geht es auch für Dialog Semiconductor mit einem Aufschlag von 0,6 Prozent. Der Chiphersteller hat gute Geschäftszahlen geliefert und den Ausblick angehoben. Der bereinigte operative Gewinn ist mit 82 Millionen Dollar klar über der Prognose von 63 Millionen Dollar ausgefallen. Beim Umsatz liegt Dialog nun etwa 1 Prozent über dem oberen Rand der ursprünglich genannten Spanne.

Nach durchwachsenen Zahlen für das zweite Quartal geben Ericsson dagegen um 9 Prozent nach. Das positive Umsatzmomentum sei durch höhere Kosten überschattet worden, was sich negativ auf die Marge ausgewirkt habe, so Citigroup. Ericsson warnte davor, dass sich die vielen "strategischen Verträge" zum Ausbau der Marktposition, besonders in Asien, kurzfristig negativ auf Bruttomarge und Gewinn auswirken werden.

In Stockholm fallen Swedbank um 5,5 Prozent. Die Swedbank hat das Ziel für die Dividenden-Quote auf 50 von 75 Prozent des Gewinns gesenkt und will so die Kapitalbasis stärken. Bei der ING heißt es, der Kapitalpuffer sei vergleichsweise dünn.

Swatch mit positivem Ausblick - BHP mit guten Produktionszahlen

Swatch wiederum steigen um 5,5 Prozent. Der Luxusgüterhersteller hat nach Aussage der Citi-Analysten für das erste Halbjahr zwar nur "durchwachsene" Geschäftszahlen vorgelegt. Swatch geht aber von einem starken Wachstum in der zweiten Jahreshälfte aus. Das Ergebnis der Handelsgespräche zwischen den USA und China, eine potenzielle Yuan-Aufwertung und die chinesische Nachfrage nach Luxusgütern sollten im zweiten Halbjahr und auch im kommenden Jahr die Wachstumstreiber stellen.

Als positive Überraschung stufen die RBC-Analysten die Produktionszahlen des Rohstoffgiganten BHP Billiton ein. Dabei hätten alle Bereiche zu der Entwicklung beigetragen. Für BHP geht es um 0,3 Prozent nach oben.

Brenntag nur leicht unter Druck - Salzgitter deutlich

Brenntag fallen um 1 Prozent. Das Unternehmen geht beim bereinigten EBITDA im laufenden Jahr nur noch von einem Wachstum von 0 bis 4 Prozent statt den bisher genannten 3 bis 7 Prozent aus. Andererseits meint Berenberg, die Gewinnwarnung sei weitgehend erwartet worden und die Aktie weiterhin kaufenswert.

Eine Gewinnwarnung drückt derweil Villeroy & Boch um 2,8 Prozent nach unten. Das saarländische Unternehmen erwartet nun einen leichten Rückgang des Konzernumsatzes und des EBIT. Bisher war eine Umsatz- und Ergebnissteigerung von jeweils 3 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Nach einer Abstufung auf "Hold" durch die Deutsche Bank verlieren Salzgitter 5,6 Prozent.

DJG/hru/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 17, 2019 10:07 ET (14:07 GMT)

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