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30.06.2020 16:34

MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - Defensive Aktien im Vordergrund

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Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte treten am Dienstanachmittag weiterhin mehr oder weniger auf der Stelle. Der DAX steigt um 0,3 Prozent auf 12.275 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt dagegen um 0,2 Prozent auf 3.225 Punkte nach. Dabei ist die Entwicklung bei den Branchen und Einzelwerten uneinheitlich. Während konjunkturabhängige Aktien zum Beispiel der Autos, Banken und Ölkonzerne unter der Furcht vor weiteren Pandemie-Wellen leiden, sind defensive Aktien wie Versorger und die Immobilientitel gesucht, und auch Technologietitel ziehen an.

Aus den USA kommen nun gemischte Daten. Während sich das Verbrauchervertrauen schneller erholt hat als erwartet, geht es mit der Stimmung unter Einkaufsmanagern in Chicago nur langsam aufwärts. Ganz überraschend war das zwar nicht, weil Gütersloh schon vor überzogenen Erwartungen an die Konjunktur im Zentrum der US-Fleischindustrie gewarnt hatte. Aber auch gute chinesische Konjunkturdaten hatten die Stimmung am Morgen schon nicht wirklich stützen können.

"Tendenziell dürften die Märkte weiterhin mehr oder weniger auf der Stelle treten", so ein Marktteilnehmer. Anleger sollten damit rechnen, dass die Seitwärtstendenz direkt in ein Sommerloch übergehe, meint er.

Technologiewerte mit starkem Micron-Ausblick gesucht

Die überraschend starke Chip-Nachfrage macht Europas Technologie-Aktien aktuell zu den Hauptgewinnern. Der Sektor-Index steigt um 0,9 Prozent und ist damit die stärkste Branche in Europa. Auslöser waren die deutlich besseren Zahlen von Micron in den USA. Mit dem positiven Umsatzausblick auf das nächste Quartal wurden zudem die Analystenerwartungen übertroffen. Im DAX steigen Infineon um 1,2 Prozent und SAP um 0,5 Prozent. In Paris gewinnen STMicro 2,7 Prozent.

Wirecard setzen ihre Mischung aus Eindeckungs- und Spekulations-Rally auch am Dienstag fort. Die Aktien springen um 47 Prozent nach oben, vorübergehend hatten sie sich sogar schon fast verdreifacht. Positiv wirkt diesmal die Nachricht, dass der Geschäftsbetrieb in Großbritannien weitergehen kann. Dies hat die Finanzmarktaufsicht FCA genehmigt. Dazu macht sich das Nordamerika-Geschäft eigenständig auf die Suche nach einem Käufer. Zwar fallen sie am Abend aus dem Stoxx-600-Index für Europa heraus, werden allerdings weiterhin im DAX und TecDAX belassen.

Deutsche Wohnen steigen um 2,1 Prozent und Vonovia um 1,6 Prozent. Vonovia-CEO Rolf Buch zeigte sich auf der Hauptversammlung optimistisch, dass der Immobilienkonzern seine Jahresziele erreichen kann. Die Corona-Krise habe nur zu einem geringen Anstieg der Mietrückstände geführt.

Dagegen fallen Conti um 1 Prozent und Covestro um 1,2 Prozent, Bayer geben um 1,4 Prozent nach.

Siemens trotz positiver Analystenstimmen kaum bewegt

Positive Analystenkommentare sorgen in der Aktie von Siemens immerhin für ein Plus von 0,2 Prozent. "Man wird immer zuversichtlicher mit Blick auf das dritte Quartal", sagt ein Händler. So räume JPMorgan ein, dass die hauseigenen Erwartungen noch übertroffen werden könnten und Goldman Sachs nehme die Gewinnschätzungen für das Quartal sogar nach oben und dementsprechend auch das Kursziel.

Für die Aktie von Varta geht es um 3,5 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen eine öffentliche Förderung von insgesamt 300 Millionen Euro für zwei Projekte der europäischen Initiative zum Aufbau einer Batteriezellenfertigung bekommen hat. Beide Projekte seien vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als direktem Fördergeber endgültig bewilligt worden, teilte der Batteriehersteller mit.

Nach Kaufempfehlungen steigen Stroeer um 4,3 Prozent und Compugroup um 3,9 Prozent.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.220,40 -0,36 -11,62 -14,01

Stoxx-50 2.980,20 -0,38 -11,41 -12,43

DAX 12.261,02 0,24 28,90 -7,46

MDAX 25.782,07 0,44 113,33 -8,94

TecDAX 2.946,79 1,69 48,86 -2,26

SDAX 11.488,27 0,07 8,00 -8,18

FTSE 6.151,36 -1,20 -74,41 -17,46

CAC 4.911,96 -0,68 -33,49 -17,83

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite n.def. #WERT! #WERT!

US-Zehnjahresrendite n.def. #WERT! #WERT!

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:00 Mo, 17:35 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1224 -0,15% 1,1231 1,1242 +0,1%

EUR/JPY 120,86 -0,05% 120,99 121,10 -0,9%

EUR/CHF 1,0652 -0,39% 1,0691 1,0684 -1,9%

EUR/GBP 0,9091 -0,52% 0,9140 0,9163 +7,4%

USD/JPY 107,69 +0,12% 107,73 107,70 -1,0%

GBP/USD 1,2346 +0,37% 1,2288 1,2268 -6,8%

USD/CNH (Offshore) 7,0685 -0,14% 7,0676 7,0789 +1,5%

Bitcoin

BTC/USD 9.149,26 -0,64% 9.120,26 9.073,51 +26,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 39,30 39,70 -1,0% -0,40 -32,6%

Brent/ICE 41,11 41,71 -1,4% -0,60 -34,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.773,61 1.770,40 +0,2% +3,21 +16,9%

Silber (Spot) 17,99 17,80 +1,1% +0,19 +0,8%

Platin (Spot) 823,03 815,00 +1,0% +8,03 -14,7%

Kupfer-Future 2,71 2,68 +1,2% +0,03 -3,6%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/raz

(END) Dow Jones Newswires

June 30, 2020 10:35 ET (14:35 GMT)

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