12.10.2021 12:46

MÄRKTE EUROPA/Vom Tief erholt - Stimmung weiter eingetrübt

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FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte notieren am Dienstagmittag im Minus. Vom Tagestief am Morgen haben sich die Indizes allerdings deutlich erholt. So notiert der DAX 0,3 Prozent tiefer bei 15.157 Punkten, im Tief notierte er bereits bei 15.012 Zählern. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,4 Prozent auf 4.040 Zähler nach. Die Sorge vor einer Stagflation, also einer Mischung aus steigender Inflation und fehlendem Wirtschaftswachstum, drückt weiter auf die Stimmung.

Sorgen vor einem Inflationsschub scheinen sich zu bestätigen, steigen die Preise im deutschen Großhandel doch weiter. Im September legten sie um 13,2 Prozent zum Vorjahr zu, das war der höchste Anstieg seit 1974. Wie sich der Mix aus Lieferkettenproblemen, Preisanstieg der Vorprodukte und Energiepreisen auf die Gewinne der europäischen Unternehmen auswirken wird, wird die Berichtssaison zum dritten Quartal zeigen. Den Beginn der US-Berichtssaison machen ab Mittwoch unter anderem die Banken mit JP Morgan, Bank of America, Morgan Stanley, Citigroup und Goldman Sachs.

Energiepreise werden zur Belastung

Die vom ZEW befragten Finanzmarktanalysten blicken im Oktober erneut pessimistischer in die Zukunft als es im Vormonat der Fall war, die ZEW-Konjunkturerwartungen fallen von 26,5 auf 22,3. Eine Abkühlung der Wirtschaft ist für Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, in Stein gemeißelt. Dies zeigten nicht nur die ZEW-Konjunkturerwartungen, sondern auch der ifo-Geschäftsklimaindex. Beide Konjunkturbarometer seien im Sinkflug. Zweierlei Dinge spielten dabei eine Rolle. Zum einen liefen die Nachholeffekte im Dienstleistungssektor aus. Zum anderen belasteten die Materialknappheiten die Industrie unverändert schwerwiegend. Mit der zu erwartenden schwächeren Entwicklung im Dienstleistungssektor würden die Folgen der fehlenden Vorprodukte in der Industrie jetzt deutlicher sichtbar. Erschwerend kommen nun auch die massiv gestiegenen Energiepreise hinzu, die den wirtschaftlichen Ausblick zusätzlich belasten. Die deutsche Wirtschaft schippert dadurch in rauere See.

Trotz dieser Belastungsfaktoren gebe es keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Komme der Materialfluss wieder in Gang, kommt es Gitzel zu Folge zu einer stark anziehenden Industriekonjunktur. Einerseits werden die Unternehmen die liegengebliebenen Aufträge abarbeiten, andererseits müssen die leergefegten Lager wieder befüllt werden. Beides spreche für hohe Wachstumsraten der Industrieproduktion. In der Nach-Corona-Phase habe die Industrie ihre besten Zeiten erst noch vor sich.

Inflation zeigt sich schon auf Unternehmensebene

Der finnische Stahlhersteller Outokumpu hat auch wegen der stark steigenden Stahlpreise den Ausblick erhöht. Dies habe Signalwirkung für den ganzen Stahlsektor, kommentieren die Analysten von Jefferies. Das Unternehmen geht nun von einem EBITDA im dritten Quartal aus, das über dem Vorjahreswert liegen wird. Die Aktie der Finnen steigt gegen den schwachen Markt um 3 Prozent.

Bei Cancom geht es 3,6 Prozent nach oben wegen eines Aktienrückkaufs. Im Volumen reizt er mit 9,1 Prozent des Grundkapitals fast das Maximum der Genehmigung von der Hauptversammlung aus. Der Rückkauf soll über ein Jahr verteilt über die Börse erfolgen.

Gerresheimer steigen um 0,5 Prozent, auch wenn der Margenausblick am unteren Ende der Erwartungen liegt. Einige Marktteilnehmer hatten jedoch mit deutlich höherem Margendruck gerechnet. Der Umsatzanstieg wurde ohnehin positiv gesehen.

Die Quartalszahlen von Symrise-Konkurrent Givaudan sehen auf den ersten Blick gut aus. Das organische Wachstum in Franken liegt mit 5,8 Prozent über der Prognose von Analysten von 5,2 Prozent. Belastend dürfte jedoch das überraschend schwache Abschneiden der Sparte Fragrance & Beauty wirken. Überdies hat Givaudan am Vorabend die Übernahme von DDW, einem Spezialisten für das Färben von Lebensmitteln, bekanntgegeben ohne einen Kaufpreis zu nennen. Die Aktien geben 1,5 Prozent nach. Symrise notieren 0,4 Prozent im Plus.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 4.059,85 -0,3% -12,67 +14,3%

Stoxx-50 3.543,56 -0,1% -5,26 +14,0%

DAX 15.155,02 -0,3% -44,12 +10,5%

MDAX 33.589,50 +0,2% 52,78 +9,1%

TecDAX 3.607,66 +0,9% 31,31 +12,3%

SDAX 16.153,32 +0,2% 34,51 +9,4%

FTSE 7.120,89 -0,4% -25,96 +10,6%

CAC 6.542,92 -0,4% -27,62 +17,9%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,13 -0,01 +0,45

US-Zehnjahresrendite 1,59 -0,02 +0,68

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:10 Uhr Mo, 17:19 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1554 -0,0% 1,1561 1,1573 -5,4%

EUR/JPY 130,93 -0,0% 130,96 131,09 +3,8%

EUR/CHF 1,0724 +0,0% 1,0720 1,0723 -0,8%

EUR/GBP 0,8485 -0,2% 0,8497 0,8492 -5,0%

USD/JPY 113,34 +0,0% 113,28 113,25 +9,7%

GBP/USD 1,3616 +0,1% 1,3607 1,3627 -0,4%

USD/CNH (Offshore) 6,4503 -0,1% 6,4554 6,4534 -0,8%

Bitcoin

BTC/USD 57.053,01 -0,1% 57.593,01 57.317,26 +96,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 80,84 80,52 +0,4% 0,32 +68,9%

Brent/ICE 83,67 83,65 +0,0% 0,02 +65,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.761,47 1.754,15 +0,4% +7,32 -7,2%

Silber (Spot) 22,63 22,58 +0,2% +0,06 -14,3%

Platin (Spot) 1.014,05 1.012,05 +0,2% +2,00 -5,3%

Kupfer-Future 4,36 4,37 -0,1% -0,01 +23,7%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/raz

(END) Dow Jones Newswires

October 12, 2021 06:47 ET (10:47 GMT)

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