finanzen.net
17.06.2019 16:06
Bewerten
(0)

MÄRKTE EUROPA/Zurückhaltendes Geschäft vor Fed-Entscheidung

FRANKFURT (Dow Jones)--Zurückhaltung im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank sorgt an den europäischen Aktienmärkten zu Wochenbeginn für eine Seitwärtstendenz. Übergeordnet dominiert weiter die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung das Geschehen. In den vergangenen Wochen hatten die Notenbanker immer wieder signalisiert, Gewehr bei Fuß zu stehen angesichts der diversen Risiken für die Konjunktur. Für Juli wird eine Zinssenkung am Terminmarkt mit einer Wahrscheinlichkeit von 84 Prozent eingepreist. Abwärts geht es mit Aktien von Fluggesellschaften nach einer Gewinnwarnung der Lufthansa.

Der DAX liegt knapp im Minus bei 12.090 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legt leicht zu. Am Anleihemarkt kommen die Kurse etwas zurück, de Renditen ziehen also leicht an - allerdings von zuletzt erreichten Rekordtiefs kommend.

Einen kleinen Dämpfer brachte der Empire State Index, der den größten jemals verzeichneten Rückgang aufwies. Dies stützte etwas den Euro und ließ im Gefolge den DAX vorübergehend etwas stärker nachgeben. Zuvor kam ein leicht positiver Impuls vom Hauptverband der Bauindustrie (HDB). Er erhöhte seine Wachstumsprognose für das nominale Umsatzplus im Bauhauptgewerbe von 6,0 Prozent auf 8,5 Prozent. Real soll das Plus bei 3 Prozent liegen. "Am Bau stehen also weiterhin alle Ampeln auf Grün. Wir werden auch im laufenden Jahr die Gesamtkonjunktur stützen", sagte HDB-Präsident Peter Hübner. Eine frappierende Neuigkeit ist das allerdings nicht, zumal vor dem Hintergrund des für das Baugewerbe extrem günstigen Zinsniveaus. Der Stoxx-Subindex Bau liegt indes knapp im Minus.

Lufthansa leidet unter hartem Wettbewerb in Europa

Vergleichsweise gut im Rennen liegt der Banken-Sektor mit einem Plus von 0,2 Prozent, Versicherer steigen um 0,6 Prozent. Sie dürften vom leicht steigenden Zinsniveau profitieren. Deutsche Bank legen sogar um 1,3 Prozent zu. Die Bank will laut Financial Times das Zins- und Aktiengeschäft außerhalb Europas schließen und problembehaftete Wertpapiere für bis zu 50 Milliarden Euro ausgliedern in einer sogenannten Bad Bank. Damit könnten zunächst einmal die Risiken zumindest transparenter werden, heißt es aus dem Handel. Und auch die Konzentration des Investmentbankings auf Europa sei sinnvoll, ausbauen lasse sich das Geschäft zu einem späteren Zeitpunkt wieder. Für mehr als eine Gegenbewegung der gebeutelten Aktie dürfte die Nachricht aber vermutlich noch nicht reichen.

Im Sinkflug ist der Kurs der Deutschen Lufthansa. Er fällt um 11 Prozent auf 15,73 Euro und reißt die Kurse der Wettbewerber mit nach unten um bis zu 5,2 Prozent bei Ryanair. Die Fraport-Aktie gibt um 1,4 Prozent nach.

Der harte Wettbewerb im Europa-Geschäft verhagelt der Kranich-Linie das Geschäft. Wegen des Preisverfalls wird sie 2019 nur noch eine bereinigte Gewinnmarge von 5,5 bis 6,5 Prozent erreichen. Ende April hatte das Unternehmen noch an der Prognose von 6,5 bis 8,0 Prozent festgehalten. Probleme bereiten die Überkapazitäten in Europa und die aggressiv wachsende Billigkonkurrenz. Im Kernbereich bei Eurowings geht die Lufthansa nun von minus 4 bis minus 6 Prozent bei der Marge aus, statt wie bislang von 0.

"Über die Margenaussagen lassen sich 20 bis 25 Prozent niedrigere Gewinne als bisher geplant ableiten", kommentiert ein Händler. Bei der Gewinnwarnung ist nach Ansicht von Independent Research (IR) noch zu beachten, dass die Fluggesellschaft die Belastung durch Treibstoffkosten nun niedriger einschätze als bisher. Die Analysten senken das Kursziel auf 18,50 von 22,50 Euro.

Keine Auswirkungen auf Deutsche Telekom haben Berichte, wonach die Chancen auf eine Fusion der US-Tochter T-Mobile US und Sprint wieder gestiegen sind. Laut New York Times ist das US-Justizministerium bereit, die Fusion unter Auflagen zu genehmigen. Außerdem soll es mit Dish Networks einen Interessenten für abzugebende Vermögenswerte geben. Die T-Aktie notiert knapp behauptet.

1&1 Drillisch und der Kurs der Mutter United Internet geben um gut 9 bzw. knapp 7 Prozent erneut deutlich nach. Hier drücken weiter die nun anstehenden 5G-Kosten auf die Kurse, nachdem 1&1 Drillisch bei der inzwischen beendeten 5G-Auktion zum Zug gekommen war und nun womöglich als vierter Anbieter neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica ein eigenes Netz aufbaut. Nicht neu ist in dem Zusammenhang, dass United Internet mit den Konkurrenten zusammenarbeiten will, um rasch mehr Mobilfunkantennen zu errichten. "Kooperationen werden auch in Deutschland kommen, da bin ich sicher", sagte Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, der FAZ.

Kursdebakel beim Personalvermittler Staffline

H&M hat den Umsatz in seinem zweiten Geschäftsquartal zwar um 11 Prozent auf umgerechnet 5,4 Milliarden Euro einen Tick stärker gesteigert als von Analysten erwartet, der Kurs gibt dennoch um 3,2 Prozent nach. Experten sprechen nur von soliden Zahlen, die von einer niedrigen Vergleichsbasis im Vorjahr profitierten. Der Kurs des Konkurrenten Inditex gibt um 0,6 Prozent nach.

In London bricht der Kurs des Personalvermittlers Staffline nach einer Warnung vor höheren Kosten um knapp 38 Prozent ein. Für das vergangene Jahr muss das Unternehmen eine Sonderbelastung verbuchen, teils verursacht durch die Mindestlohnbestimmungen in Großbritannien. Nun droht ein Bruch der Kreditbedingungen. Die Kurse der großen Konkurrenten Adecco und Randstad zeigen sich davon unbeeindruckt und liegen leicht im Plus.

===

Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.383,69 0,13 4,50 12,74

Stoxx-50 3.127,29 -0,08 -2,53 13,31

DAX 12.089,87 -0,05 -6,53 14,50

MDAX 25.262,87 0,02 4,17 17,02

TecDAX 2.793,16 -0,03 -0,96 14,00

SDAX 10.959,49 -0,12 -12,97 15,25

FTSE 7.345,52 0,00 -0,26 9,18

CAC 5.387,04 0,36 19,43 13,87

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,24 0,01 -0,48

US-Zehnjahresrendite 2,10 0,02 -0,58

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 9:48 Fr, 17:30 % YTD

EUR/USD 1,1238 +0,23% 1,1210 1,1222 -2,0%

EUR/JPY 122,03 +0,29% 121,72 121,62 -3,0%

EUR/CHF 1,1220 +0,21% 1,1202 1,1210 -0,3%

EUR/GBP 0,8925 +0,20% 0,8916 0,8904 -0,8%

USD/JPY 108,60 +0,09% 108,58 108,38 -1,0%

GBP/USD 1,2591 -0,00% 1,2574 1,2604 -1,4%

Bitcoin

BTC/USD 9.289,75 +2,84% 9.166,50 8.438,00 +149,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 52,22 52,51 -0,6% -0,29 +10,4%

Brent/ICE 61,69 62,01 -0,5% -0,32 +11,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.340,36 1.341,86 -0,1% -1,50 +4,5%

Silber (Spot) 14,86 14,87 -0,0% -0,00 -4,1%

Platin (Spot) 794,52 802,88 -1,0% -8,36 -0,3%

Kupfer-Future 2,64 2,63 +0,3% +0,01 -0,2%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/raz/ros

(END) Dow Jones Newswires

June 17, 2019 10:06 ET (14:06 GMT)

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    1
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Euro am Sonntag-Aktien-Check
Deutsche Bank-Aktie: Tränen auf der Großbaustelle
Das größte deutsche Kreditinstitut Deutsche Bank macht erneut Schlagzeilen. Vorstandschef Christian Sewing holt den Hammer raus und plant einen Radikalumbau. Börsianer zweifeln am Erfolg.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
19.07.2019Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
17.07.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
12.07.2019Deutsche Bank NeutralUBS AG
11.07.2019Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
09.07.2019Deutsche Bank neutralIndependent Research GmbH
28.06.2019Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.10.2018Deutsche Bank buyequinet AG
30.08.2018Deutsche Bank buyequinet AG
24.05.2018Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.05.2018Deutsche Bank buyequinet AG
12.07.2019Deutsche Bank NeutralUBS AG
11.07.2019Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
09.07.2019Deutsche Bank neutralIndependent Research GmbH
09.07.2019Deutsche Bank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
09.07.2019Deutsche Bank HoldHSBC
19.07.2019Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
17.07.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
09.07.2019Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
09.07.2019Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
08.07.2019Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht etwas fester ins Wochenende -- Dow Jones im Minus -- Wirecard: Zusammenarbeit mit Aldi -- Zipse wird neuer BMW-Vorstandschef -- Software AG, Bayer, Sartorius, Microsoft, Boeing im Fokus

Pfeiffer Vacuum passt Prognose nach Quartalszahlen an. American Express meldet Gewinnsprung. Ex-Automanager Ghosn reicht Klage gegen Nissan und Mitsubishi ein. NORMA passt Jahresprognose an. Heidelberger Druck-Aktien setzen Kurseinbruch fort. AB InBev verkauft Australien-Geschäft. Munich Re erzielt Milliarden-Gewinn.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die 12 toten Topverdiener 2019
Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Big-Mac-Index
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
Die Länder mit den größten Goldreserven 2019
Wer lagert das meiste Gold?
In diesen Berufen bekommt man das niedrigste Gehalt
Welche Branchen man besser meiden sollte.
mehr Top Rankings

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2019?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Microsoft Corp.870747
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Wirecard AG747206
Amazon906866
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
Allianz840400
BMW AG519000
NEL ASAA0B733
E.ON SEENAG99
Infineon AG623100
BayerBAY001
BASFBASF11