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20.12.2018 22:15
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MÄRKTE USA/Abwärtstrudel setzt sich fort

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NEW YORK (Dow Jones)--Auch am Donnerstag haben die Anleger an der Wall Street keine Gründe zum Kauf gesehen. Die jüngsten Aussagen der US-Notenbank waren noch kaum verdaut, als von politischer Seite neue Störfeuer kamen. US-Präsident Donald Trump hat sich bislang geweigert, eine Vereinbarung zur Abwendung eines Regierungsstillstands zu unterzeichnen. Streitpunkt ist die Finanzierung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Bereits am Wochenende würde es zu einem teilweisen Stillstand kommen, sollte die Vereinbarung nicht unterzeichnet werden.

Zudem verdarben weiter die Fed-Aussagen vom Vorabend die Kauflaune. Vielen Teilnehmern erscheinen die avisierten zwei Zinserhöhungen im kommenden Jahr als zu viel, zumal die Notenbank selbst die Wirtschaft weniger wachsen sieht als 2018. "Eine Straffung der Geldpolitik - während sich die Wirtschaft in den USA und weltweit abschwächt - ist kein Cocktail, den durstige Marktteilnehmer auf der Weihnachtsfeier trinken wollen", sagte Stratege John Velis von BNY Mellon.

Analyst Joel Kulina von Wedbush Securities ergänzte: "Die Anleger haben jetzt alle Hoffnung fahren lassen, denn (Fed-Präsident) Powell war die letzte Chance 2018 für eine mögliche Rückkehr zu mehr Risikobereitschaft." Viele Anleger schrieben das enttäuschende Börsenjahr 2018 wohl auch einfach ab, indem sie ihre Depots leerräumten.

Alle drei Hauptindizes erreichten im Verlauf ein Jahrestief. Der Dow-Jones-Index fiel um 2 Prozent auf 22.860 Punkte. Der S&P-500 verlor 1,6 Prozent. Der Nasdaq-Composite schloss ebenfalls mit einem Abschlag von 1,6 Prozent. Umgesetzt wurden 1.389 (Mittwoch: 1.272) Millionen Aktien an der NYSE. Auf 578 (827) Kursgewinner kamen dabei 2.450 (2.169) -verlierer, unverändert schlossen 54 (79) Titel.

Auch das technische Bild hat sich weiter verdüstert. So ist der Nasdaq-Composite nach der gängigen Definition im Tagestief bereits in einen sogenannten Bärenmarkt übergegangen, das heißt, er hat vom jüngsten Hoch 20 Prozent abgegeben. Bislang hatten diese Negativmarke bereits der Nebenwerte-Index Russell-2000 und der Dow Jones Transportation erreicht.

Ölpreise bleiben unter Druck

Die Ölpreise bauten ihre Verluste weiter aus und fielen auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten. Für Abgabedruck sorgte eine erhöhte Konjunkturskepsis, zumal die US-Notenbanker in ihrem Konjunkturausblick verhaltener klangen, zugleich aber zwei weitere Zinserhöhungen avisieren. Dazu kamen die anhaltenden Sorgen vor einer Überproduktion. Dagegen verpuffte die Ankündigung Saudi-Arabiens, den Ausstoß stärker zurückzufahren als in der Dezember-Vereinbarung zugesichert. Die global gehandelte europäische Sorte Brent verbilligte sich um 4,5 Prozent auf 54,64 Dollar je Barrel. Für WTI geht es um 4,8 Prozent auf 45,88 Dollar nach unten und damit auf das niedrigste Niveau seit August 2017.

Der Dollar geriet unter Druck, nachdem er zunächst von den Zinsaussagen der Fed profitiert hatte, auch weil einige Akteure im Vorfeld auf ein Ausbleiben einer Zinserhöhung gesetzt hatten. Am Markt herrschten Zweifel, inwieweit die US-Notenbank im kommenden Jahr die Zinsen tatsächlich anheben wird. Eiegntlich hätte der nur geringfügig gesenkte Zinspfad den Dollar stützen müssen, weil dies bedeute, dass der zuletzt gesehene Rückgang der Fed-Zinserwartungen übertrieben gewesen sei, so Commerzbank-Devisenexpertin Esther Reichelt. Das Problem sei allerdings, dass der Markt offensichtlich nicht an das Szenario der Fed glaube. Der Euro stieg auf 1,1457 Dollar, etwa ein Dreiviertelcent über dem Mittwochsschluss.

Der Goldpreis legte nach den Vortagesverlusten deutlich zu. Der schwächelnde Dollar und die weiterhin bestehende Risikoaversion sorgten für eine erhöhte Nachfrage, hieß es. Der Preis für die Feinunze stieg um 1,4 Prozent auf 1.260 Dollar. Goldminenaktien profitierten von dem gestiegenen Preis. Newmont Mining verteuerten sich um 6,2 Prozent.

Die US-Anleihen gerieten unter Druck. Damit reagierten die Anleger mit Verspätung auf die eher falkenhaften Aussagen der US-Notenbank. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um 2,3 Basispunkte auf 2,80 Prozent.

Walgreens Boots Alliance fallen nach Zahlen zurück

Die Aktien von Walgreens Boots Alliance fielen um 4,9 Prozent. Die US-Apotheken- und Drogeriemarktkette hat in ihrem ersten Geschäftsquartal 2018/19 zwar etwas mehr verdient als erwartet, die Umsatzerwartungen der Analysten dagegen leicht verfehlt. Darüber hinaus kündigte der Konzern ein Kostensenkungsprogramm im Umfang von 1 Milliarde Dollar an.

Blackberry hat im dritten Geschäftsquartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Markterwartungen übertroffen. Der Smartphone-Pionier, der sich auf Software und Dienstleistungen mit Fokus auf Sicherheit verlegt hat, bestätigte zudem seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Die Aktie stieg um 2,7 Prozent.

Der US-Tabakkonzern Altria erwirbt für 12,8 Milliarden Dollar eine Beteiligung von 35 Prozent an dem E-Zigaretten-Startup Juul Labs. Die Übernahme bewertet das Unternehmen mit 38 Milliarden Dollar. Für die Altria-Aktie ging es um 1,9 Prozent nach unten.

Celanese stiegen um 4,6 Prozent. Wie der Index-Betreiber S&P Dow Jones mitteilte, wird die Aktie ab dem 24. Dezember den Platz von Express Scripts in dem viel beachteten US-Index einnehmen. Express Scripts wird gerade von Cigna übernommen.

Einer Mitteilung an die Börsenaufsicht zufolge hat der aktivistische Investor Carl Icahn seinen Anteil an dem Konsumgüterunternehmen Newell Brands auf 9,9 Prozent von zuvor 8,3 Prozent erhöht. Im April hatte das Unternehmen zugestimmt, vier neue Vorstandsmitglieder auf Vorschlag von Carl Icahn einzusetzen, darunter dessen Sohn Brett Icahn. Die Aktie kletterte um 1,7 Prozent.

Apple droht in Deutschland ein Verkaufsverbot für seine iPhone-Modelle 7plus, 7, 8, 8plus und X. In einem noch nicht rechtskräftigen Urteil zu einem Patentstreit mit dem Chiphersteller Qualcomm unterlag der Konzern. Apple kündigte an, Berufung einzulegen. Während des Berufungsverfahrens werden nach Angaben eines Apple-Sprechers die iPhones 7 und 8 nicht in den 15 Apple Stores in Deutschland verfügbar sein. Die Aktie verlor 2,5 Prozent.

Die Twitter-Aktie stürzte zweistellig ab. Grund war eine vernichtende Analyse von Citron Research. Darin ging es um die Kritik von Amnesty International am Umgang Twitters mit weiblichen Nutzern. Twitter sei der "Harvey Weinstein" unter den sozialen Medien, so fasste Citron dies zusammen. Die Aktie verlor 11 Prozent.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 22.859,60 -1,99 -464,06 -7,52

S&P-500 2.467,41 -1,58 -39,55 -7,71

Nasdaq-Comp. 6.528,41 -1,63 -108,42 -5,43

Nasdaq-100 6.243,19 -1,57 -99,77 -2,40

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 2,68 4,6 2,63 147,7

5 Jahre 2,66 3,9 2,62 73,5

7 Jahre 2,72 3,6 2,69 47,4

10 Jahre 2,80 2,3 2,78 35,5

30 Jahre 3,03 4,7 2,98 -4,1

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:41 Mi, 17:11 % YTD

EUR/USD 1,1457 +0,61% 1,1420 1,1430 -4,6%

EUR/JPY 127,48 -0,35% 127,77 128,23 -5,8%

EUR/CHF 1,1310 -0,07% 1,1340 1,1337 -3,4%

EUR/GBP 0,9048 +0,33% 0,9026 0,9029 +1,8%

USD/JPY 111,28 -1,02% 111,88 112,20 -1,2%

GBP/USD 1,2662 +0,34% 1,2654 1,2653 -6,3%

Bitcoin

BTC/USD 3.918,25 +5,63% 3.710,50 3.787,26 -72,7%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 46,16 48,17 -4,2% -2,01 -19,6%

Brent/ICE 54,64 57,24 -4,5% -2,60 -13,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.260,17 1.243,10 +1,4% +17,07 -3,3%

Silber (Spot) 14,77 14,60 +1,1% +0,17 -12,8%

Platin (Spot) 796,00 785,50 +1,3% +10,50 -14,4%

Kupfer-Future 2,71 2,72 -0,5% -0,01 -19,3%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/raz

(END) Dow Jones Newswires

December 20, 2018 16:16 ET (21:16 GMT)

Nachrichten zu Apple Inc.

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13:21 UhrApple overweightMorgan Stanley
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11:36 UhrApple overweightJP Morgan Chase & Co.
11:26 UhrApple NeutralGoldman Sachs Group Inc.
21.03.2019Apple Strong BuyNeedham & Company, LLC
13:21 UhrApple overweightMorgan Stanley
11:36 UhrApple overweightJP Morgan Chase & Co.
21.03.2019Apple Strong BuyNeedham & Company, LLC
21.03.2019Apple overweightJP Morgan Chase & Co.
14.03.2019Apple OutperformCowen and Company, LLC
13:09 UhrApple HoldMaxim Group
11:26 UhrApple NeutralGoldman Sachs Group Inc.
19.03.2019Apple NeutralGoldman Sachs Group Inc.
12.02.2019Apple NeutralGoldman Sachs Group Inc.
06.02.2019Apple NeutralGoldman Sachs Group Inc.
26.10.2016Apple overweightMorgan Stanley
26.07.2016Apple SellBGC Partners
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21.10.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.09.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

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