finanzen.net
11.01.2019 22:11
Bewerten
(0)

MÄRKTE USA/Fünftägige Gewinnserie knapp gerissen - GM sehr fest

DRUCKEN

Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)--Am Ende hat es ganz knapp nicht gereicht: Nachdem Dow & Co fast den kompletten Freitaghandel in negativem Terrain lagen, scheiterten sie letztlich nur knapp daran, doch noch in positives Terrain zu finden. Damit fand eine Strecke von fünf Handelstagen in Folge mit Kursgewinnen ein Ende. Die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende und der Brexit-Abstimmung am Dienstag habe zugenommen, zumal nach den jüngsten Kursgewinnen, beschrieben Händler das Geschehen.

Der Dow-Jones-Index gab bei niedrigeren Umsätzen als zuletzt minimal nach auf 23.996 Punkte, der S&P-500 ebenfalls und der Nasdaq-Composite büßte 0,2 Prozent ein. Auf Wochensicht gewann der Dow damit rund 2,3 Prozent.

Umgesetzt wurden 799 (Vortag: 893) Millionen Aktien. Es gab 1.675 (1.814) Kursgewinner und 1.280 (1.154) -verlierer. Unverändert schlossen an der Nyse 91 (100) Titel.

Grundsätzlich bleibe die Stimmung positiv, hieß es. Die Anleger bewerteten die bisherigen Handelsgesprächen zwischen Chinesen und Amerikanern positiv, auch weil sich Chinas Vizepremier Liu He Ende Januar mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin treffen soll. Dies würde die Gespräche auf ein höheres Niveau hieven und das schüre Zuversicht, hieß es im Handel.

Daneben stützte weiter die zuletzt äußerst taubenhafte Tonlage der US-Notenbank. Am Vortag hatten Auftritte diverser US-Notenbanker dies untermauert. Selbst über Zinssenkungen wird am Markt vereinzelt wieder spekuliert, allerdings mit einem etwas längeren Zeithorizont.

Moderate Inflation macht Fed zum Freund des Marktes - Renditen sinken

Noch vor einem Monat wurde am Zinsterminmarkt eine 45-prozentige Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung 2019 eingepreist, zuletzt lag dieser Wert unter 20 Prozent.

Dazu passte, dass die am Freitag gemeldeten US-Verbraucherpreise keinen steigenden Inflationsdruck zeigten - eher im Gegenteil. Im Dezember sank der Verbraucherpreisindex zwar wie erwartet um 0,1 Prozent, allerdings betonten Analysten, dass es sich dabei um den ersten Rückgang seit neun Monaten handelte.

"Wir haben uns von der Talfahrt im Dezember berappelt, die losgelöst von der ökonomischen Realität stattfand", sagte Brent Schutte, Anlageexperte bei Northwestern Mutual Wealth Management und weiter: "Solange die Inflation nicht überzeugend über die 2-Prozent-Marke steigt, ist es richtig davon auszugehen, dass die Fed dein Freund ist". Die neuesten Preisdaten gäben der Notenbank noch mehr Grund, geduldig zu agieren, wie Fed-Chef Powell jüngst gesagt habe.

"Der Aktienmarkt liebt es, dass die Geldpolitik in einem ultrataubenhaften Modus zu sein scheint", schlug Marktstratege Edward Moya von Oanda in die gleiche Kerbe.

Die Rentenkurse stiegen in diesem Umfeld kräftig. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verlor im Umkehrschluss 5 Basispunkte auf 2,70 Prozent. Der fehlende Preisdruck zeige, dass die Straffung der US-Geldpolitik kaum Priorität besitze, sagten Anleiheexperten.

Noch nur im Hintergrund schwelte der Haushaltsstreit weiter, wegen dem der Behördenstillstand in den USA die bisherige Rekordstrecke von 21 Tagen eingestellt hat. Während des späten Handels sorgte US-Präsident Trump hier sogar noch für einen kleinen positiven Impuls mit der Ankündigung, dass er nicht "so schnell" den nationalen Notstand ausrufen werde. Er hatte in den vergangenen Tagen mehrfach gedroht, er könne den Notstand ausrufen, um sich unter Umgehung des Kongresses die von ihm verlangte Milliardensumme für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko zu beschaffen.

Optimismus von General Motors treibt Kurse der Autoaktien an

Am Aktienmarkt legten General Motors (GM) um 7,1 Prozent zu. Der Automobilhersteller hatte die Anleger auf ein gut gelaufenes sowie ein gutes neues Jahr eingestimmt und erwartet 2019 einen Gewinnanstieg. Hintergrund sei eine "widerstandsfähige" Nachfrage auf den größten Märkten, China und USA. Ford gewannen 1,7 und Fiat Chrysler 1,6 Prozent. Der S&P-500-Subindex für den Autosektor war mit einem Plus von 3,0 Prozent klarer Tagesgewinner.

Netflix schnellten nach einer Kaufempfehlung durch Raymond James um 4,0 Prozent nach oben. Negative Kommentare von Goldman Sachs belasteten dagegen die Kurse von Yum Brands (-0,9 Prozent) und Starbucks (-0,7 Prozent).

Mit einem Minus von über 9 Prozent quittierte der Markt bei Activision Blizzard die Nachricht, dass der Anbieter von Videospielen die Rechte am Spiel Ego-Shooter Destiny an Bungie Inc abtritt. Bungie, die Destiny entwickelt hat, wird das Spiel künftig selbst vermarkten.

Gut kamen die Viertquartalszahlen von Synnex an. Die Aktie legte um 12,3 Prozent zu. Gewinn und Umsatz des Anbieters von IT-Dienstleistungen waren besser als gedacht ausgefallen.

Die Aktie des Bekleidungskonzerns PVH stieg um fast 7 Prozent. Das Unternehmen berichtete von einer überdurchschnittlich guten Entwicklung und erhöhte die Gewinnprognose. Außerdem will PVH die Calvin-Klein-Filiale in der Madison Avenue schließen, weil sich die Marke verstärkt auf das Online-Geschäft konzentrieren soll.

Pfund steigt mit Hoffnung auf Brexit-Verschiebung

Am Devisenmarkt zeigte das Pfund Stärke. Gestützt wurde es von Spekulationen über eine Verschiebung des Brexit, unter anderem weil noch viele Gesetzesvorlagen vor dem geplanten Austrittstermin 29. März verabschiedet werden müssen. Der britische Außenminister Jeremy Hunt sagte zudem, wenn das Parlament die Brexit-Vereinbarung am Dienstag ablehne, könne der Brexit ganz vom Tisch sein. Das Pfund stieg von 1,2751 auf zuletzt 1,2845 Dollar und legte auch zum Euro zu.

Zu Euro und Yen wertete der Dollar derweil etwas auf. Der Franken tendierte nach der deutlichen Abwertung am Vortag wieder nach oben und holte rund die Hälfte der Verluste wieder auf.

Der Goldpreis bröckelte im Tagesverlauf vom Hoch bei 1.295 Dollar wieder ab. Die Feinunze kostete zuletzt 1.288 Dollar, immer noch etwa 2 mehr als am Vorabend. Das Edelmetall werde von einigen Akteuren angesichts einer US-Kernjahresinflation von 2,2 Prozent auch wieder als Schutz vor Geldentwertung gesehen, hieß es im Handel.

Nach dem neuntägigen Höhenflug fielen die Ölpreise erstmals wieder. Hier drückten Gewinnmitnahmen. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 51,67 Dollar. Berichten zufolge scheitert der Iran wegen der US-Sanktionen daran, seine Erdölexporte zu steigern. Daher könnten die Preise bald wieder anziehen, zeigten sich Marktteilnehmer von dem Rücksetzer wenig beeindruckt.

===

INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 23.995,95 -0,02 -5,97 2,87

S&P-500 2.596,26 -0,01 -0,38 3,57

Nasdaq-Comp. 6.971,48 -0,21 -14,59 5,07

Nasdaq-100 6.601,40 -0,30 -19,55 4,29

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 2,54 -3,3 2,57 133,9

5 Jahre 2,52 -4,6 2,57 59,6

7 Jahre 2,59 -5,1 2,64 34,3

10 Jahre 2,69 -5,2 2,75 25,0

30 Jahre 3,03 -3,8 3,07 -3,8

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.16 Uhr Do, 17.30 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1466 -0,28% 1,1526 1,1513 +0,0%

EUR/JPY 124,44 -0,20% 124,95 124,68 -1,0%

EUR/CHF 1,1280 -0,32% 1,1331 1,1305 +0,2%

EUR/GBP 0,8925 -1,02% 0,9038 0,9017 -0,8%

USD/JPY 108,52 +0,07% 108,40 108,33 -1,0%

GBP/USD 1,2849 +0,75% 1,2753 1,2769 +0,7%

Bitcoin

BTC/USD 3.657,12 +0,82% 3.626,12 3.577,38 -1,7%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 51,68 52,59 -1,7% -0,91 +13,8%

Brent/ICE 60,55 61,68 -1,8% -1,13 +11,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.288,42 1.286,44 +0,2% +1,98 +0,5%

Silber (Spot) 15,61 15,57 +0,2% +0,04 +0,7%

Platin (Spot) 811,50 821,50 -1,2% -10,00 +1,9%

Kupfer-Future 2,66 2,64 +0,7% +0,02 +0,9%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos

(END) Dow Jones Newswires

January 11, 2019 16:12 ET (21:12 GMT)

Nachrichten zu General Motors

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu General Motors

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
11.01.2019General Motors OutperformBMO Capital Markets
11.09.2018General Motors NeutralGoldman Sachs Group Inc.
28.03.2018General Motors SellGoldman Sachs Group Inc.
07.02.2018General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.02.2018General Motors SellGoldman Sachs Group Inc.
11.01.2019General Motors OutperformBMO Capital Markets
06.02.2018General Motors OutperformRBC Capital Markets
13.10.2017General Motors OverweightBarclays Capital
25.09.2017General Motors BuyDeutsche Bank AG
06.03.2017General Motors BuyInstinet
11.09.2018General Motors NeutralGoldman Sachs Group Inc.
25.10.2017General Motors Sector PerformRBC Capital Markets
05.10.2017General Motors Sector PerformRBC Capital Markets
14.09.2017General Motors HoldStandpoint Research
03.02.2017General Motors Equal weightBarclays Capital
28.03.2018General Motors SellGoldman Sachs Group Inc.
07.02.2018General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.02.2018General Motors SellGoldman Sachs Group Inc.
16.03.2017General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.03.2017General Motors SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für General Motors nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX über 11.200 Punkten -- Dow fester -- HelloFresh legt 2018 stärker zu als erwartet -- Tesla streicht Stellen -- Netflix: Umsatz unter Erwartungen -- Lufthansa, MorphoSys im Fokus

Daimler ändert Methodik seiner Prognosen ab Geschäftsjahr 2019. Sinkende Profitabilität bei Drägerwerk. US-Justiz verklagt vier ehemalige Audi-Manager im Diesel-Skandal. S&T kündigt Aktienrückkauf an. BMW erhält von Brilliance-Aktionären grünes Licht für Anteilserhöhung. Versicherung macht Gewinnplanung von WACKER CHEMIE zunichte. Telecom Italia erfüllt 2018 Gewinnerwartung.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Die Performance der DAX 30-Werte in 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
Das sind die reichsten Länder Welt 2018
USA nicht mal in den Top 10
Die Performance der Rohstoffe in in 2018.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Wie viele Zinserhöhungen der US-Notenbank erwarten Sie 2019?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Amazon906866
BASFBASF11
Allianz840400
BMW AG519000
Aurora Cannabis IncA12GS7
E.ON SEENAG99
TeslaA1CX3T
CommerzbankCBK100
adidasA1EWWW
Wirecard AG747206
Deutsche Telekom AG555750