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05.07.2018 22:10
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MÄRKTE USA/Optimismus trotz Handelskonflikt - Fed bleibt auf Kurs

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NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street hat sich am Donnerstag mit Gewinnen gezeigt, nachdem sie am Mittwoch feiertagsbedingt geschlossen geblieben war. Der Dow-Jones-Indes stieg um 0,8 Prozent auf 24.357 Punkte, der S&P-500 gewann 0,9 Prozent und der Nasdaq-Composite legte um 1,1 Prozent zu.

Umgesetzt wurden 808 (Mittwoch: 487) Millionen Aktien. Das geringe Umsatzvolumen am Mittwoch war dem Umstand geschuldet, dass der Börsenhandel in den USA am Vortag des Independence Day drei Stunden früher als üblich endete. Die Zahl der Kursgewinner wurde mit 2.211 angegeben. Ihnen standen 788 Verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 95 Titel.

Freundliche Vorgaben aus Europa und Hoffnungen, dass es im Handelskonflikt mit China nicht zum Schlimmsten kommt, stützten die Aktienkurse. Diese verteidigten ihre Gewinne auch nach der Veröffentlichung des Protokolls der US-Notenbanksitzung.

Fed hält Kurs trotz handelspolitischer Bedenken

Auf ihrer Sitzung gaben die Notenbanker auch der Sorge Ausdruck, dass die Handelspolitik von Präsident Donald Trump Investitionen der Unternehmen behindern und das Wirtschaftswachstum schwächen könnte. Die Unsicherheit diesbezüglich habe zugenommen, und dies könne die Wirtschaftsstimmung und die Investitionen dämpfen, hieß es im Sitzungsprotokoll.

Die Bedenken der Währungshüter sind indessen nicht so groß, dass sie von ihrem Zinserhöhungskurs abweichen würden. Laut dem Sitzungsprotokoll sprachen die Notenbanker bei ihren Beratungen im Juni darüber, die Zinsen im kommenden Jahr so stark anzuheben, dass sie nicht mehr als akkommodierend, also wachstums- und inflationsfördernd, gelten könnten. Damit könnte 2019 die lange Nachkrisenzeit nach dem Finanzcrash auch offiziell beendet werden.

Das Festhalten der Fed an ihrem Kurs dürfte auch viele Börsianer in ihrer Sicht bestätigt haben, dass ein großer Handelskrieg noch abgewendet werden kann und dass die Maßnahmen, die tatsächlich getroffen werden, die Weltwirtschaft nicht ernsthaft in Mitleidenschaft ziehen. "Es gibt zwar allerorten Risiken, doch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sind stark", sagte Investmentmanager James Athey von Aberdeen Standard Investments.

Über letzteres gaben am Donnerstag zahlreiche Konjunkturdaten Aufschluss. Vorbörslich lieferten der ADP-Bericht und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bereits Indikationen für den großen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die laut ADP-Bericht neu geschaffenen Stellen im Juni lagen mit 177.000 zwar unter der Prognose von 185.000. Dennoch setzte sich damit das solide Jobwachstum in den USA fort. Zwar gab es etwas mehr wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet, doch die Zahl bleibt auf historisch niedrigem Niveau.

Die Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe überzeugten derweil. Der vom Institute for Supply Management (ISM) ermittelte Index stieg im Juni wider Erwarten. Sein Pendant von Markit verharrte zwar in zweiter Lesung entgegen den Erwartungen auf dem zunächst gemeldeten Niveau, doch deuten die Daten laut Markit auf die stärkste Expansion im nicht-verarbeitenden Gewerbe seit drei Jahren hin.

Euro klettert auf 1,17 Dollar

Der Euro erhielt zunächst Unterstützung von besseren deutschen Auftragseingängen. Deren unerwartet gute Entwicklung lag vor allem an einer starken Nachfrage aus dem Inland und dem Euroraum. Volkswirte beurteilen die Wachstumsaussichten deshalb wieder etwas zuversichtlicher als zuletzt. Von ihrem Tageshoch bei 1,1720 Dollar kam die Gemeinschaftswährung jedoch wieder zurück. Im späten US-Handel wurde sie mit rund 1,1680 Dollar bezahlt.

Am Ölmarkt geriet vor allem der Preis für die US-Sorte WTI deutlicher unter Druck, nachdem das US-Energieministerium einen Anstieg seiner Ölvorräte gemeldet hatte. Analysten hatten dagegen einen Abbau der Lagerbestände prognostiziert. Derweil versuchte US-Präsident Donald Trump erneut per Tweets, die Opec-Länder zu preissenkenden Maßnahmen zu bewegen. Ein Fass der Sorte WTI verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 72,94 Dollar. Brent gab um 1,1 Prozent nach auf 77,39 Dollar.

Die sicheren Häfen Gold und Anleihen waren angesichts der wieder gestiegenen Risikofreude kaum gefragt. Der Goldpreis erfuhr anfangs etwas Unterstützung von dem leicht schwächeren Dollar, gab nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls etwas nach. Das Protokoll legt nahe, dass die Notenbank mit ihrem Zinserhöhungskurs fortfahren wird. Höhere Zinsen sind jedoch negativ für das zinslos gehaltene Edelmetall. Im späten Handel ermäßigte sich die Feinunze um 0,2 Prozent auf 1.255 Dollar.

Die Anleihennotierungen sanken leicht. Die Zehnjahresrendite stieg um 1 Basispunkt auf 2,84 Prozent.

Autowerte fest

Autowerte lagen im Plus. Der Berliner US-Botschafter Richard Grenell soll einem Handelsblatt-Bericht zufolge deutschen Automanagern eine Null-Zoll-Lösung vorgeschlagen haben, bei der beide Seiten auf Importzölle auf Autos komplett verzichten. Ford kletterten um 0,5 Prozent, General Motors um 1,3 Prozent.

Für die Boeing-Aktie ging es 0,1 Prozent nach oben. Der US-Flugzeugbauer und sein brasilianischer Wettbewerber Embraer wollen mit einer strategischen Partnerschaft ihr weltweites Wachstum beschleunigen. Die beiden Konzerne vereinbarten die Gründung eines Joint Ventures, das das Verkehrsflugzeug- und Servicegeschäft von Embraer umfassen und in die Produktions- und Lieferkette von Boeing integriert werden soll. Die in den USA gelisteten Embraer-ADR büßten 10,3 Prozent ein.

Analyst Nicholas Heymann von William Blair äußerte Bedenken bezüglich des geplanten Joint Ventures. Es werde voraussichtlich nicht vor Ende 2019 zustande kommen und erfordere die Zustimmung der brasilianischen Regierung. Diese könnte erschwert werden durch die Parlamentswahl im kommenden Jahr. Und die 3,8 Milliarden Dollar, die Boeing für die 80 Prozent an dem Passagierflugzeuggeschäft von Embraer auf den Tisch lege, wechselten möglicherweise erst 2020 den Besitzer. Selbst dann sei aber immer noch ungewiss, wie viel von dieser Summe bei den Aktionären ankomme.

Die Aktien des LED-Produzenten Cree stiegen um 3,7 Prozent. Das Unternehmen hat sich an die US-Regierung gewandt und gewarnt, dass Zölle auf seine Produkte aus China die Ausgaben für Forschung und Jobs in den USA vermindern würden. Die Intervention erwies sich aber bislang als vergeblich.

Walgreens Boots Alliance gewannen 2,7 Prozent. Das Unternehmen hat mitgeteilt, die bereits angekündigte Übernahme eines 40-Prozent-Anteils an der führenden chinesischen Drogeriekette Sinopharm Holding Guoda Drugstores abgeschlossen zu haben.

Praxair hat ihr europäisches Gasegeschäft für 5 Milliarden Euro an die japanische Taiyo Nippon Sanso verkauft, um die Erlaubnis der EU-Kommission zur Fusion mit Linde zu erhalten. Die Aktie kletterte um 3,0 Prozent nach oben.

Micron Technology stiegen um 2,6 Prozent. Das Unternehmen hatte zwar gewarnt, dass das kürzlich angeordnete Verkaufsverbot für einige seiner Produkte in China den Umsatz im vierten Geschäftsquartal um 1 Prozent drücken könnte, doch erhielt die Aktie Unterstützung von einem positiven Analystenkommentar. Stiefel Nicolaus empfahl Anlegern, die jüngsten Kursverluste der Micron-Aktie zum Kauf zu nutzen.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 05, 2018 16:11 ET (20:11 GMT)

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