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18.07.2019 14:45
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MÄRKTE USA/Stockende Handelsgespräche verhindern Erholung

NEW YORK (Dow Jones)--Konjunktursorgen und der ungelöste Handelskonflikt dürften die US-Börsen am Donnerstag erneut nachgeben lassen. Die Futures auf die wichtigen Aktienindizes tendieren knapp behauptet. Die Verhandlungen über eine Beilegung des Handelsstreits zwischen China und den USA seien erneut ins Stocken geraten, berichtete das Wall Street Journal. Aktuell hätten sich die Gespräche an der Frage aufgehängt, wie die US-Regierung auf die chinesischen Forderungen nach einer Lockerung der Sanktionen gegen den Telekomausrüster Huawei reagieren solle, berichtet die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen.

Dass die zähen Handelsgespräche der US-Wirtschaft Sorgen bereiten, war schon aus dem am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsbericht "Beige Book" der US-Notenbank hervorgegangen, auch wenn der Bericht darauf hindeutete, dass die Wirtschaft derzeit kaum Gefahr läuft, in die Rezession abzurutschen.

Dies untermauert der am Donnerstag veröffentlichte Philadelphia-Fed-Index. Er stieg im Juli überraschend deutlich auf 21,8 Punkte. Volkswirte hatten den Index bei 3,9 gesehen, nachdem im Juni ein Stand von 0,3 gemeldet worden war. Der Index gilt allerdings als hochvolatil. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erhöhte sich in der vergangenen Woche im erwarteten Rahmen. Eine halbe Stunde nach der Startglocke wird noch der Index der Frühindikatoren aus dem Juni veröffentlicht.

Enttäuschender Kundenzuwachs lässt Netflix einbrechen

Derweil läuft die Bilanzsaison auf Hochtouren. Am Mittwoch nach Börsenschluss haben Netflix, Ebay, IBM und Alcoa Geschäftszahlen vorgelegt. Besonders enttäuscht reagiert der Markt darauf, dass Netflix im zweiten Quartal weniger Kunden gewonnen hat als erwartet. Die Aktie bricht im vorbörslichen Handel um 11 Prozent ein.

Für die Ebay-Aktie geht es um 5,3 Prozent nach oben. Der Betreiber des gleichnamigen Online-Auktionshauses hat nicht nur besser abgeschnitten als erwartet, sondern auch den Ausblick angehoben. IBM hat zwar mehr verdient als erwartet, doch das vierte Quartal in Folge einen Umsatzrückgang verbucht. Die Aktie sinkt um 1,2 Prozent.

Negativ werden auch die Geschäftszahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa aufgenommen. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal rote Zahlen geschrieben und seine Wachstumsprognose für die weltweite Aluminiumnachfrage gesenkt. Der Kurs fällt um 4,2 Prozent.

Am Donnerstag hat vor der Startglocke mit Morgan Stanley die letzte der großen US-Banken Quartalszahlen vorgelegt. Zwar verbuchte die Bank einen Gewinnrückgang, schnitt aber dennoch besser ab als erwartet. Die Aktie reagiert indessen kaum. Besser kommen die Zahlen des Krankenversicherers Unitedhealth an. Das Unternehmen hat im Quartal mehr verdient als erwartet und traut sich im laufenden Geschäftsjahr mehr zu. Die Aktie steigt um 0,7 Prozent. Nach Börsenschluss wird mit Microsoft ein weiteres Schwergewicht der US-Unternehmenslandschaft seine Bücher öffnen.

Spekulationen um EZB-Inflationsziel drücken Euro

Berichte, dass die EZB ihr Inflationsziel überarbeiten wolle, drückten den Euro zeitweise dicht an die Marke von 1,12 Dollar. "Anscheinend zielt das darauf ab, zeitweise auch Inflationsraten von mehr als 2 Prozent zuzulassen", so ein Händler. Inzwischen zeigt sich die Gemeinschaftswährung etwas erholt bei rund 1,1215 Dollar, im Tageshoch kostete der Euro allerdings 1,1244 Dollar.

Gute Daten zum britischen Einzelhandel verhelfen dem Pfund zu einer Erholung. Es steigt auf etwa 1,2485 Dollar, nachdem es am Mittwoch zeitweise unter 1,24 Dollar gerutscht war. Trotzdem bleiben Marktteilnehmer misstrauisch: Im Fall einer Ernennung von Boris Johnson zum Premierminister könnte das Pfund kräftig fallen, heißt es. Johnson steuert auf einen so genannten No-Deal-Brexit zu, der die Wachstumsraten in Großbritannien drücken dürfte.

Eine neue Zuspitzung des Iran-Konflikts treibt am Ölmarkt die Preise etwas nach oben. Die iranischen Revolutionsgarden halten nach eigenen Angaben einen "ausländischen Tanker" fest, der Öl geschmuggelt haben soll. Auf Sepah News, der offiziellen Website der Revolutionsgarden, hieß es, das Schiff sei am 14. Juli südlich der iranischen Insel Larak in der Meerenge von Hormus festgesetzt worden. Zum Namen und zur Herkunft des Tankers machten die Garden keine Angaben. Rohöl der US-Sorte WTI verteuert sich um 0,5 Prozent auf 57,09 Dollar je Barrel. Brent legt um 0,9 Prozent auf 64,26 Dollar zu.

Gold ist derweil nicht gefragt. Die Feinunze ermäßigt sich um 0,6 Prozent auf 1.418 Dollar. Hier belasten die etwas gedämpften Zinssenkungshoffnungen, nachdem das Beige Book ein insgesamt positives Bild der US-Wirtschaft gezeichnet hat. Überdies hat die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Kansas City, Esther George, gesagt, dass sie die Zeit für eine Zinssenkung noch nicht gekommen sehe. Höhere Zinsen sind negativ für das zinslos gehaltene Gold.

Am Anleihemarkt treten die Notierungen mehr oder weniger auf der Stelle. Die Zehnjahresrendite legt um 1 Basispunkt zu auf 2,06 Prozent.

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US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 1,83 0,8 1,82 62,8

5 Jahre 1,83 1,5 1,81 -9,5

7 Jahre 1,94 1,1 1,93 -31,1

10 Jahre 2,06 1,3 2,05 -38,3

30 Jahre 2,57 1,4 2,56 -49,7

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:36 Uhr Mi, 17:30 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1214 -0,12% 1,1240 1,1224 -2,2%

EUR/JPY 120,97 -0,16% 121,00 121,35 -3,8%

EUR/CHF 1,1067 -0,12% 1,1078 1,1086 -1,7%

EUR/GBP 0,8983 -0,51% 0,9037 0,9030 -0,2%

USD/JPY 107,89 -0,03% 107,68 108,11 -1,6%

GBP/USD 1,2485 +0,36% 1,2439 1,2428 -2,2%

Bitcoin

BTC/USD 9.504,00 -3,47% 9.988,25 9.771,50 +155,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 57,09 56,78 +0,5% 0,31 +19,9%

Brent/ICE 64,26 63,66 +0,9% 0,60 +16,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.418,12 1.426,80 -0,6% -8,68 +10,6%

Silber (Spot) 16,12 15,98 +0,8% +0,14 +4,0%

Platin (Spot) 847,58 845,50 +0,2% +2,08 +6,4%

Kupfer-Future 2,72 2,72 +0,1% +0,00 +2,8%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/mgo

(END) Dow Jones Newswires

July 18, 2019 08:45 ET (12:45 GMT)

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