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01.02.2019 22:19
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MÄRKTE USA/US-Arbeitsmarkt stützt Wall Street - Amazon belastet Nasdaq

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Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Mehrheitlich mit positiven Vorzeichen hat die Wall Street den letzten Handelstag der Woche beendet. Vor allem stützte ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht die Stimmung. Dieser habe gezeigt, dass der Regierungsstillstand in den USA nur geringe Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hatte, so die Begründung. Doch im weiteren Verlauf bröckelten die Gewinne leicht ab. Teilnehmer verwiesen auf die weiter herrschenden Unsicherheiten in Bezug auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China. Mit einem Minus zeigte sich der Nasdaq-Composite, belastet vom kräftigen Minus der Amazon-Aktie.

Im Januar wurden außerhalb der Landwirtschaft 304.000 Stellen geschaffen, während Ökonomen lediglich mit 170.000 neuen Jobs gerechnet hatten. Die Arbeitslosenquote lag mit 4,0 Prozent im Januar geringfügig über den erwarteten 3,9 Prozent. Die Stundenlöhne stiegen im Vergleich zum Vormonat um 0,11 Prozent. Hier war ein Anstieg um 0,30 Prozent prognostiziert worden.

Auch die anderen veröffentlichten US-Konjunkturdaten - Einkaufsmanagerindizes, Uni-Michigan-Index der Verbraucherstimmung und Bauausgaben - überraschten positiv und stützten die Stimmung. "Die einzigen Daten, die in den vergangenen acht Jahren beständig waren, war das starke Wachstum am US-Arbeitsmarkt", sagte James Athey, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments. "Die Wendung, die wir von der US-Notenbank gesehen haben, war so dramatisch, dass ein guter Bericht sie nicht dazu bringen wird, den Kurs wieder zu ändern", so der Teilnehmer weiter.

Die Handelsgespräche zwischen den USA und China sind zunächst ohne Einigung zu Ende gegangen. Jedoch wurde vereinbart, dass die Gespräche auf höchster Ebene, nämlich zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Gegenpart Xi Jinping, fortgesetzt werden sollen. "Die Verhandlungen mit China sind derzeit das wichtigste Ereignis", sagte Brian Rose, Amerika-Ökonom bei der UBS. "Das ist derzeit das größte Risiko für die Konjunktur und die Aktienmärkte", so der Teilnehmer.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,3 Prozent auf 25.064 Punkte, nachdem er im Tageshoch schon bis auf 25.193 Punkte gestiegen war. Für den S&P-500 ging es um 0,1 Prozent auf 2.707 Punkte nach oben. Der Nasdaq-Composite verlor dagegen 0,2 Prozent auf 7.264 Punkte. Der Umsatz fiel auf 881 Millionen (Donnerstag: 1,38 Milliarden) Aktien. Dabei standen sich an der Nyse 1.684 (2.054) Kursgewinner und 1.262 (950) -verlierer gegenüber, während 93 (56) Titel unverändert schlossen.

Auch Berichtssaison bleibt weiter im Fokus

Die Berichtssaison hat zum Wochenausklang das Tempo etwas verlangsamt. Schon am Vorabend hatte unter anderem Amazon Geschäftszahlen vorgelegt. Das Unternehmen hatte das vierte Quartal zwar dank eines guten Weihnachtsgeschäfts zwar mit einem Rekordergebnis abgeschlossen, zeigte sich aber für das laufende Quartal weniger optimistisch. Die Aktie verlor 5,5 Prozent.

Am Freitag vor Handelsbeginn berichteten der Pharmakonzern Merck & Co und die beiden Ölkonzerne Exxon Mobil und Chevron. Die Merck-Aktie erhöhte sich um 2,7 Prozent, nachdem der Pharmariese 2018 seine Ziele erreicht und für das laufende Jahr weiteres Wachstum in Aussicht gestellt hat.

Bei Exxon ging der Gewinn im Quartal zwar kräftig zurück, aber nicht so stark, wie Analysten erwartet hatten. Die Aktie stieg um 3,6 Prozent. Chevron gewannen 3,2 Prozent. Der US-Ölkonzern hat im vierten Quartal 2018 deutlich mehr verdient, obwohl die Vergleichsbasis vor Jahresfrist durch die US-Steuerreform unnatürlich aufgebläht war. Zudem wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm aufgelegt.

Dollar unbeeindruckt von guten Konjunkturdaten

Der Dollar hat in Reaktion auf die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten nur kurz etwas zugelegt, fiel aber danach wieder zurück. Auch die anderen positiven US-Konjunkturdaten gaben dem Dollar keinen Schub. Der Greenback stehe noch immer unter dem Eindruck der taubenhaften Aussagen der US-Notenbank vom Mittwoch, hieß es. Die Fed hatte im Anschluss an ihre Sitzung eine Zinserhöhungspause signalisiert.

George Saravelos, Analyst bei der Deutschen Bank, vermutete, dass die Fed sich erst dann anders äußern wird, wenn die Inflation in den USA anzieht und sich die Aussichten der Weltwirtschaft aufhellen. Die im Zuge des Arbeitsmarktsberichts veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Stundenlöhne weisen indessen nicht auf einen verstärkten Inflationsdruck hin. Im späten US-Handel kostete ein Euro 1,1459 Dollar. Im Tagestief am hatte er bei 1,1433 Dollar gelegen.

Der Goldpreis gab zwischenzeitliche Gewinne mit den guten US-Konjunkturdaten wieder ab und reduzierte sich zum US-Settlement um 0,2 Prozent auf 1.322 Dollar. Die Andeutung einer Zinspause stütze übergeordnet weiter, hieß es mit Blick auf das zinslose Edelmetall. Dies könnte einen weiteren Anstieg des Goldpreises zur Folge haben, sagte ein Beobachter.

Am Anleihemarkt gaben die Notierungen mit den guten US-Konjunkturdaten nach. Die Rendite zehnjähriger Papiere kletterte um 5,9 Basispunkte auf 2,69 Prozent. Sorgen hinsichtlich eines Konjunkturabschwungs in den USA und die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank im Jahresverlauf sogar die Zinsen senken könnte "werden mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt mehr und mehr unwahrscheinlich", hieß es.

Für die Ölpreise ging es nach den Vortagesabgaben deutlich nach oben. Teilnehmer machten dafür den überraschend guten US-Arbeitsmarktbericht verantwortlich, der auf eine gute Konjunktur hindeute. Dies verdrängte bei den Anlegern mögliche Nachfragesorgen. Dazu kam ein Agenturbericht, wonach die tägliche Ölförderung der Opec im Januar um 890.000 auf 30,98 Millionen Barrel zurückgegangen ist - der stärkste Rückgang seit zwei Jahren. Zudem reduzierte sich laut Baker Hughes in der abgelaufenen Woche die Zahl der aktiven Ölförderstellen und fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte Mai. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg zum US-Settlement um 2,7 Prozent auf 55,26 Dollar, den höchsten Stand seit dem 19. November. Brent verbesserte sich um 3,1 Prozent auf 62,75 Dollar.

===

INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 25.063,89 0,26 64,22 7,44

S&P-500 2.706,53 0,09 2,43 7,97

Nasdaq-Comp. 7.263,87 -0,25 -17,87 9,47

Nasdaq-100 6.875,52 -0,45 -31,32 8,62

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 2,50 4,8 2,45 129,8

5 Jahre 2,51 7,3 2,44 58,8

7 Jahre 2,59 7,3 2,52 34,2

10 Jahre 2,69 5,9 2,63 24,4

30 Jahre 3,03 3,5 3,00 -3,5

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:19 Uhr Do, 17.15 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1459 +0,12% 1,1441 1,1460 -0,0%

EUR/JPY 125,49 +0,73% 124,63 124,73 -0,2%

EUR/CHF 1,1407 +0,21% 1,1392 1,1389 +1,3%

EUR/GBP 0,8760 +0,30% 0,8736 0,8713 -2,7%

USD/JPY 109,50 +0,60% 108,91 108,83 -0,1%

GBP/USD 1,3081 -0,19% 1,3098 1,3147 +2,5%

Bitcoin

BTC/USD 3.448,25 +0,72% 3.394,84 3.411,38 -7,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 55,35 53,79 +2,9% 1,56 +21,1%

Brent/ICE 62,83 60,84 +3,3% 1,99 +15,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.317,93 1.321,00 -0,2% -3,08 +2,8%

Silber (Spot) 15,92 16,07 -0,9% -0,15 +2,7%

Platin (Spot) 824,50 821,50 +0,4% +3,00 +3,5%

Kupfer-Future 2,77 2,78 -0,5% -0,01 +5,3%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros

(END) Dow Jones Newswires

February 01, 2019 16:19 ET (21:19 GMT)

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